
(mmm) Er ist diplomierter Sportwissenschaftler, Rechtsanwalt, hat in seiner Jugend in Brühl, Ratingen und Düsseldorf („Was kaum jemand weiß, ich habe damals bei BV 04 in einem Turnier gegen den FC São Paulo mit Kaká und Baptista auf dem Platz gestanden.“) Fußball gespielt. Heute ist Michael Schneider Rechtsanwalt „im Familienunternehmen“ der Kanzlei Schneider, 1. Vorsitzender des Stadtsportverbandes Ratingen sowie 2. Vorsitzender von Ratingen 04/19. Und, dies vor allem, verheirateter Familienvater von zwei Kindern im Alter von drei und fünf Jahren. „Früher war meine DNA Sportler, heute ist es Familienvater“, sagt der 43-Jährige im Gespräch in seiner Kanzlei an der Düsseldorfer Straße. Mit seiner Frau Christine, die er beim Studium in Köln kennenlernte und die heute als Steuerfachwirtin in der Kanzlei Schneider tätig ist, sowie den beiden Kindern genießt Schneider das Leben in der Stadtmitte: „Alles ist in fußläufiger Nähe, egal ob Kindergarten, Café, Eisdiele oder Lieblingsitaliener.“
Wenn Schneider einen seiner Lieblingsplätze in Ratingen ansteuert, sei es das Café Bös, die Eisdiele „Il Gelato“, der Cromford Park oder die Wasserburg „Haus zum Haus“, dann bleibt er nicht lange alleine, wird häufig angesprochen: „Das ist Fluch und Segen zugleich, aber ein gutes Netzwerk ist immens wichtig“, sagt er. Und: „Ich hatte eine schöne Kindheit und Schulzeit in Ratingen.“ Gleiches wünsche er sich auch für seine Kinder: „Man kann in Ratingen in einem behüteten Umfeld groß werden. Die Menschen sind freundlich, zugewandt und hilfsbereit“, so Schneiders Wahrnehmung, der der Stadtgesellschaft insgesamt eine hohe Grundzufriedenheit attestiert.
„Ein gutes Netzwerk ist wichtig“
Fehlt was? „Mehr familienfreundlicher, bezahlbarer Wohnraum, eine Hochschule und ein größerer Textil-Händler.“ Und wenn er träumen dürfte, eine Seilbahn vom Flughafen in die Ratinger Innenstadt. Indes: Der Bürgermeister tue sehr viel für die Bereiche Bildung, Sport und Infrastruktur. „Wenn man die richtigen Rahmenbedingungen schafft, ziehen die Menschen in jeder Hinsicht nach“, so Schneider.
Was macht der Vorsitzende eines Stadtsportverbandes, der die Interessen von fast 70 Vereinen vertritt? „Wir treten dafür ein, dass allen Bürgerinnen und Bürgern in unserer Stadt die Möglichkeit gegeben wird, unter zeitgemäßen Bedingungen aktiv Sport zu treiben.“ Das klingt zunächst wie eine Präambel. Es gehe darum, Konflikte der Vereine untereinander, aber auch in deren Zusammenarbeit mit der Stadt zu klären („Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch.“), die Wünsche der Vereine im Fachdezernat wie beim Bürgermeister zu platzieren – und nicht zuletzt auch in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund die gerechte Verteilung von Fördermitteln zu koordinieren
Konkret brennen Schneider, der sich für den Stadtsportverband mehr Sichtbarkeit wünscht, drei Themen unter den Fingernägeln, alle unter der Headline „Gutes tun und darüber reden“. Mit dem Projekt „Schwimmassistenz“, das nach den Sommerferien aus der Pilot- in die Projektphase startet, soll die Schwimmfähigkeit der Grundschulkinder verbessert werden. Schneider: „Bei der Schwimmassistenz geht es um die Begleitung des Schulschwimmens durch eine Schwimmsportfachkraft der hiesigen Sportvereine. Ziel sollte es sein, dass kein Kind die Grundschule ohne Schwimmfähigkeit verlässt.“ Zweites Thema sei die Vorbereitung des „Tag des Sports“ am 3. Oktober inklusive der Ehrung der besten Ratinger Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2026. Schneider: „Wir wollen mit den Politikern, Funktionären und Sportlern miteinander ins Gespräch kommen.“ Und nicht zuletzt möchte man den für jedermann kostenfrei zugänglichen und vom Stadtsportbund initiierten Outdoor-Fitnesspark sichtbarer machen. „Das ist präventive Gesundheitsförderung an der frischen Luft“, so Schneider, der sich privat vor allem beim Joggen entspannt.



