Müllproblem in Lintorf: „Waste Watchers“ packen an

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Besonders an Container-Standorten wird in Lintorf achtlos Müll liegen gelassen. Foto: privat
Besonders an Container-Standorten wird in Lintorf achtlos Müll liegen gelassen. Foto: privat

Ratingen. Fruchtsaft-Tütchen, Chipstüten, Alkoholfläschchen, Energy-Trinkdosen, Pizzareste und Hundekot: Abfall wie dieser landet bei Frank W. mehrmals wöchentlich in seinen Mülltüten, wenn sich der 62-Jährige erneut in Ratingen-Lintorf auf den Weg macht, um an den Problemschwerpunkten Müll zu sammeln. Denn für ihn ist klar: „Ein schönes Stadtbild sieht anders aus. Da hilft weder schöne Beleuchtung noch ein paar Blumenkübel.“

Im Juli vergangenen Jahres hat seine ehrenamtliche Initiative ihren Anfang genommen, heute wird er bereits von vier lokal ansässigen Geschäften, darunter El Pescador Fisch, Jacques‘ Wein-Depot, Beeker Hof Lagerverkauf und Hanna Sport, unterstützt. Doch verändert habe sich seitdem nichts. Im Gegenteil: „Man hat den Eindruck, dass es schlimmer wird, dass immer mehr Menschen ihre Abfälle einfach auf die Straße schmeißen“, erklärt Frank W. Wo erst einmal Müll liege, komme immer mehr dazu. Rund ein voller gelber Sack kommt durchschnittlich bei seiner dreistündigen Müllsammelrunde zusammen. Sein Motto: „Ich bin an der frischen Luft und tue was Gutes“ hat der Ehrenamtler deshalb nicht aufgegeben. Seit Juli 2025 ist er im Vorruhestand und verfügt damit über die entsprechende Tagesfreizeit.  „Da ich nun über 30 Jahre in Lintorf wohne und mir in den letzten Jahren eine zunehmende Vermüllung aufgefallen ist, habe ich mich dazu entschieden für eine Verbesserung der Situation zu sorgen“, sagt er.

Besonders schwer betroffen von der Vermüllung seien dabei Bereiche mit hoher Besucherfrequenz, wie Bushaltestellen, Standorte mit Glas- und Papiercontainern, Schulwege, der Konrad-Adenauer-Platz und die Speestraße mit ihren Geschäften und Parkplätzen. Und auch die Stadt Ratingen räumt ein, dass bestimmte Müll-Hotspots das Erscheinungsbild des Lintorfer Stadtteils beeinträchtigen. Besonders die Containerstandorte seien laut der Stadt auffällige Bereiche, weil dort regelmäßig Papier und Kartonagen einfach neben die Container gestellt würden.  Insgesamt spricht die Stadt jedoch von einer zufriedenstellenden Sauberkeit im Stadtteil Lintorf.

Das sieht Frank anders: Neben einer allgemeinen Veränderung der Einstellung von Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Müll sei eine Vielzahl verschiedener Maßnahmen erforderlich, welche nur in Zusammenhang eine spürbare Verbesserung der Müll-Situation bewirken könnten: Eine stärkere Präsenz des Ordnungsamtes im Lintorfer Stadtteil wäre laut Frank W. dabei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch der Ehrenamtler hat seit Längerem noch eine weitere Option im Blick: die Mülldetektive. Dabei handelt es sich um ein Ermittlungsteam, das gegen illegale Müllablagerungen vorgeht, Verursacher aufspürt und bei Verstößen Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitet. Seit 2020 werden die Mülldetektive bereits in Düsseldorf eingesetzt und sorgten allein im Jahr 2025 für 5.602 Kontrollen und 1.881 eingeleitete Verfahren. Insgesamt wurden Verwarn- und Bußgelder in Höhe von 196.000 Euro verhängt – zusätzlich müssen die Verursacher die Kosten für die Entsorgung tragen.

Die Ansicht, dass der Einsatz von Mülldetektiven zu einer spürbaren Verbesserung der Müllsituation führen könnte, scheint der Ehrenamtler dabei mit der Stadt Ratingen zu teilen: „Es ist vorgesehen, Verursacher von wilden Müllablagerungen in Zusammenarbeit mit den Mülldetektiven zu ermitteln und im Rahmen von Bußgeldverfahren zu ahnden“, heißt es aufseiten der Stadt. Am ersten Oktober haben die beiden erfahrenen Kräfte Jörg Frohnhoff und Timo Dymarkowski vom Amt für kommunale Dienste nun ihre Arbeit als Mülldetektive aufgenommen. Ob der Einsatz der beiden Detektive jedoch zu einer wirklichen Entspannung der Lage beitragen und das Ehrenamt des Lintorfer Bürgers langfristig überflüssig machen wird, bleibt abzuwarten.