Alex Kraus: Durch seine Adern fließt TuS-grünes Blut

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Alex Kraus ist seit dem 1. Februar 2025 Vorstandsvorsitzender des TuS 08 Lintorf. Foto: privat

(mmm) Zum TuS Lintorf kam Alex Kraus vor gut 20 Jahren mit der Eröffnung des Gesundheitszentrums. Seit dem 1. Februar 2025 ist der gebürtige Wuppertaler Vorstandsvorsitzender des über 4.100 Mitglieder starken Sportvereins, der mit seinen Angeboten eines generationenübergreifenden Programms „vom Krabbel-Alter bis zum Reha-Sport“ weit über Lintorf hinaus eine Institution ist. „Wir können leistungsorientierten Sport fördern und gleichzeitig ein Verein für wirklich jeden sein“, freut sich Kraus, der mit stolz auf die jüngsten Erfolge „seines“ Vereins verweist: Die 1. Mannschaft der Handball-Herren spielt nach ihrem Aufstieg nun in der Regionalliga, soweit nach oben habe es bislang noch keine Handballmannschaft des Vereins geschafft. „Das ist für den gesamten TuS etwas Besonderes“, so Kraus. Auch die erste Jugendmannschaft im Handball ist in die Regionalliga aufgestiegen. Nicht vergessen dürfe man die Hobby-Volleyballer, die das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg geholt haben, herausragende Einzelleistungen in der Leichtathletik sowie Benjamin Vinkovic, der es mit gerade einmal 14 Jahren zu den Deutschen Meisterschaften im Schwimmen nach Berlin geschafft hatte.

Damit nicht genug: Ob Citylauf, Sportfest für Kinder, Kinderkarneval oder der „Tag des Sports“ am 3. Oktober: Das sportliche wie soziale Engagement des TuS 08 Lintorf hat viele Berührungspunkte zur Stadtgesellschaft. Zudem entwickelt sich der Verein auch immer mehr zum „Dienstleister für Gesundheit“. „Wir müssen über den Tellerrand schauen, unsere Attraktivität mit einem Sport-Angebot in den Nischen steigern“, so Kraus, für den der TuS mehr als nur ein Arbeitsplatz ist: „Ich verbringe einen erheblichen Teil meines Lebens hier. Der TuS ist meine zweite Familie.“

Mit 15 festangestellten Mitarbeitenden, rund 30 Minijobbern und etwa 120 Übungsleitern und Trainern zählt der TuS 08 Lintorf zu den großen Sportvereinen in der Region. Für Kraus besonders wichtig: Mehr als die Hälfte unserer aktiven Mitglieder sind junge Menschen unter 18 Jahren. Das ist unser Ursprung, das ist unser Kern. Es zeigt sehr deutlich, welche Bedeutung der TuS für den Sport und das gesellschaftliche Leben in Lintorf hat.“ Die Identität des Vereins: „Mit Tradition in die Zukunft!“

Nah an der Basis sein

Kraus studierte zunächst Bauingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften, fand dann aber seine eigentliche Berufung im Sport. Der heute 51-Jährige orientierte sich neu, absolvierte eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann (IHK). Ehe ihn der Weg 2005 nach Lintorf führt, war er einige Jahre als Trainer und Fitnesscoach selbstständig. Zur Eröffnung des Gesundheitszentrums kam er als sportlicher Leiter zum TuS, entwickelte die Grundstrukturen des Zentrums mit. Zum 1. Januar 2011 übernahm er als erster Geschäftsführer die Verantwortung für den Bereich TuSfit, wurde 2016 als hauptamtlicher Vorstand eingestellt, ehe ihm im vergangenen Jahr der Vorstandsvorsitz des übertragen wurde. „Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Manche behaupten sogar, durch meine Adern fließe TuS-grünes Blut. Dementieren kann ich das nicht“, schmunzelt Kraus, der seine persönliche DNA mit „Geht nicht, gibt’s nicht“ beschreibt und hinzufügt: „Ich versuche, lösungsorientiert an Dinge heranzugehen. Wenn etwas beim ersten Versuch nicht funktioniert, heißt das für mich nicht automatisch, dass es nicht geht.“ Und auch das gehört zu seinen Wesenszügen: „Ich habe fast immer gute Laune, bin gerne für andere da, nehme mir Zeit für die Menschen in meinem Umfeld. Und wahrscheinlich steckt in mir auch ein gewisser Drang, die Dinge immer noch ein Stück besser machen zu wollen – manchmal am liebsten gleich die ganze Welt.“

Wie sportlich muss ein Vorstandsvorsitzender sein? „In meiner Funktion braucht es vor allem betriebswirtschaftliches Know-how, die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen und gut zu führen. Wenn aber man einen Sportverein führt, sollte man den Sport auch mögen, verstehen und möglichst selbst leben. Ich halte mich regelmäßig durch eigene Kurse bei uns im Zentrum fit, auch um weiterhin nah an der Basis zu sein. So bekomme ich Rückmeldungen ungefiltert mit, nehme Dinge aus einer ganz anderen Perspektive wahr.“

Aktuell beschäftigen Kraus zwei große Projekte: die Erweiterung des TuSfit Gesundheits- und Fitnesszentrums („Wir wollen uns weiterentwickeln, benötigen zudem zusätzliche Kapazitäten.“) sowie die Einführung einer neuen Mitgliederverwaltung. Eine der größten Herausforderungen bleibe die Sportstättensituation: „Wir haben viele Mitglieder, viele Angebote und eine starke Nachfrage – aber die verfügbaren Hallen- und Sportflächen wachsen nicht automatisch mit.“