
(mmm) Auch, wenn Anne van Boxel seit ihrer Jugend in Essen-Kettwig lebt, mit keiner anderen Stadt ist die 55-Jährige so eng verbunden wie mit Ratingen. Hier ist die Amtsleiterin für Wirtschaftsförderung, Wohnungsbauförderung und Liegenschaften der Stadt Ratingen zur Schule gegangen, erst in die Grundschule in Lintorf, anschließend in Mitte aufs Gymnasium. „Eine wunderschöne Zeit“, erinnert sie sich an ihre Oberstufe inklusive Tanzschule. Und an den allmorgendlichen Anstieg mit dem Fahrrad aus dem Tal der Ruhr nach Ratingen. Eine gute Grundlage zudem für die körperliche wie gedankliche Resilienz. „Ich rege mich über nichts auf, was ich nicht selbst beeinflussen kann. So behalte ich den Kopf frei für das Wesentliche“, so van Boxel, die nach dem Abitur 1993 bei der Stadt Ratingen eine Ausbildung zur Diplom Verwaltungswirtin absolvierte.
Beste Voraussetzung für eine Laufbahn bei der Stadt. Eine Karriere indes, die auf Umwegen zurück nach Ratingen in ihr heutiges Amt führte. Zunächst ging es für die begeisterte Seglerin („Auf dem Wasser bin ich ganz bei mir.“) nach Remscheid, um im Bild zu bleiben, „die Seestadt auf dem Berge“. Hier konnte die Mutter eines erwachsenen Sohnes in die Beamten-Laufbahn starten, die sie über Heiligenhaus (2002 bis 2019 mit Zuständigkeit für das Liegenschaftsmanagement sowie kommissarische Leitung der Wirtschaftsförderung) und Velbert (2019 bis 2024, Leitung der Wirtschaftsförderung) zum 1. April 2024 zurück nach Ratingen führte.
„Wie ein großer, bunter Blumenstrauß“
Nach viermonatiger Leitung der Liegenschaften, zuständig für das Gebäude- und Grundstücksmanagement, befand der damalige Bürgermeister Klaus Pesch, van Boxel fortan „personaloptimierter“ einzusetzen und übertrug ihr im September 2024 die Leitung der Wirtschaftsförderung und Wohnungsbauförderung. Mehr noch: Nach der Kommunalwahl im vergangenen Herbst vereinten sich die Abteilungen Wirtschafts- und Wohnungsbauförderung sowie Liegenschaften zu einem großen Amt. Was sich wie eine Ämter- und Aufgabenhäufung liest, bietet im kommunalen Alltag der Stadt lauter Vorteile. „Eben alles aus einer Hand“, wie van Boxel es formuliert. Insbesondere die Wirtschaftsförderung sei ein großer, bunter Blumenstrauß. Mehr noch: „Ich habe mit Abstand den schönsten Job, den man im Rathaus haben kann“, schwärmt van Boxel, die in ihrer Aufgabe sichtlich ihre Bestimmung findet. Es sei eben kein typischer Bürojob, sie sei nahezu jeden Tag unterwegs.
Auf ihrer Agenda stehen Netzwerkveranstaltungen (u.a. mit dem UVR, der Mittelstands- und Wirtschaftsunion MIT, dem Unternehmer-Netzwerk RUN oder dem Gründer-Netzwerk „Living Room“), Messe-Repräsentanz wie auf der Immobilienmesse Expo Real in München und natürlich viele Gespräche mit hiesigen Unternehmern. Insbesondere der Mittelstand liegt der Wirtschaftsförderin der Stadt, die ein Faible für Musik, Tanz und Gesang hat, am Herzen. Denn: „Unser Mittelstand sichert im Bundesdurchschnitt über 80% der Ausbildungsplätze und knapp 60% aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Mittels der Unternehmenssteuern und Sozialabgaben werden Investitionen in Infrastruktur sowie leistungsfähige Sozialsysteme erst möglich und tragen maßgeblich dazu bei, dass Ratingen so schön und lebenswert ist, wie es ist.“
Es ist die Kernaufgabe ihrer Arbeit, als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Wirtschaft für ideale Standort-Rahmenbedingungen sorgen. Die Wirtschaftsförderung ist zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, um den Wirtschaftsstandort zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern oder neu anzusiedeln, ein Dienstleister, der Gewerbeflächen vermittelt, bei Bauprojekten unterstützt, Existenzgründer berät und Unternehmen bei der Vernetzung hilft. „Und das in der größten kreisangehörigen Stadt mit ihrer tollen Infrastruktur, erstklassiger Lage, hoher Wirtschaftskraft und qualifizierten Arbeitskräften“, freut sich die begeisterte Discofox-Tänzerin. Lauter Assets für die Arbeit der Wirtschaftsförderung.
Als weitere Pluspunkte erwähnt van Boxel die Arbeit der Werbegemeinschaften in den Ortsteilen, die Feste des Sommer- und Winterbrauchtums, das Engagement der Ehrenamtler (sie selbst ist ehrenamtlich im Vorstand des Kettwiger Bauvereins e.G. tätig) und der Stadtgesellschaft generell. Das zeige sich gerade auch beim Stadtjubiläum. Zudem zeichne sich Ratingen nicht nur durch seine Lagegunst aus. „Aufgrund seiner weichen Standortfaktoren, wie eines guten Bildungssystems sowie eines attraktiven Kultur-, Sport- und Freizeitangebotes ist unsere Stadt ein attraktiver Ort zum Leben.“ Van Boxel charakterisiert sich selbst als kommunikativ, motiviert, wissensdurstig (insbesondere mit Blick auf die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge) und lebensfroh. Denkbar gute Voraussetzungen um das Wohl der Stadt zu mehren.



