„Hospizbewegung Ratingen“: Tod & Trauer als Bestandteil des Lebens verstehen

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Helmut Begall ist Schatzmeister und Gründungsmitglied der Hospizbewegung Ratingen. Foto: Matthias Machan

(mmm) Lokal in Ratingen werben und damit vor Ort wirkungsvoll Gutes tun, das ist für das Team von Unser Ratingen seit der ersten Ausgabe ein besonderes Anliegen. 10% aller lokalen Anzeigeneinnahmen werden an Vereine und gemeinnützige Organisationen, die in Ratingen ansässig sind und ihre satzungsmäßigen Ziele zugunsten von Menschen oder Einrichtungen in Ratingen verwirklichen, gespendet. Das Charity-Management mit den beiden Sparkassen-Vorständen Beate Händeler und Udo Zimmermann sowie dem Unternehmer Dirk Wittmer hat als siebtes Förder-Projekt die Hospizbewegung Ratingen e.V. ausgewählt.

Trauer, Tod und Sterben ist für viele ein Tabu-Thema. „Wir werden meist viel zu spät gerufen“, erzählt Helmut Begall, Gründungsmitglied und bis heute Schatzmeister der Hospizbewegung Ratingen. Der rund 430 Mitglieder starke Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den letzten Lebensschritt eines sterbenden Menschen, aber auch die Trauerbegleitung der Angehörigen, so angenehm wie möglich zu machen. „Tod und Trauer sind als Bestandteile des Lebens zu verstehen. Wir wollen Berührungsängste abbauen, so Begall, der die britische Ärztin und Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, zitiert: „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.“

Die Hospizbewegung Ratingen, 1995 gegründet, begann, nachdem die ersten Hospizbegleiterinnen eine umfangreiche Ausbildung beendet hatten, schon ein jahr später mit der Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Diese Begleitungen durch heute rund 70 Ehrenamtliche, die von vier hauptamtlichen Koordinatorinnen organisatorisch gelenkt und fachkundig angeleitet werden, finden in der häuslichen Umgebung, im Seniorenheim oder im Krankenhaus statt. Als Fernziel wurde zudem die Errichtung eines stationären Hospizes für Ratingen in die Satzung geschrieben. In Kooperation mit dem St.-Marien-Seniorenheim wurde 2009 ein Palliativer Wohnbereich mit inzwischen sechs Betten errichtet, ein weiterer kam im April dieses Jahres im Seniorenheim Haus Wichern (Homberg) hinzu.

Vielfältiges Engagement für die Bevölkerung

Schon bald nach dem Start vor drei Jahrzehnten hatte der Vorstand erkannt, dass neben der Sterbebegleitung auch die Menschen im Umfeld Sterbender in ihrer Trauer und Ängsten nicht alleine gelassen werden durften. Es entstanden verschiedene Angebote für Menschen in Trauer. Heute gibt es das Trauercafe, begleitete Spaziergänge („Trauer in Bewegung“), Einzelgespräche und seit neuestem auch eine Trauergruppe für junge Erwachsene.

Speziell ausgebildete Ehrenamtliche stehen zudem für Beratungen zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zur Verfügung. Und seit einigen Jahren führt die Hospizbewegung Ratingen auch Kurse in „Letzter Hilfe“ durch. Die Vorträge sollen Angehörigen von Sterbenden Maßnahmen zur Hilfe bei lebensbedrohlichen Erkrankungen vermitteln. Das primäre Ziel sei die Linderung von Leiden und die Erhaltung von Lebensqualität. Mit diesem Wissen könnten auch Ängste im Umgang mit Sterbenden abgebaut werden. „Die Begleitung sterbender Menschen steht aber im Mittelpunkt unserer Angebote“, so Begall.

Dieses Engagement für die Ratinger Bevölkerung – Begall: „Wir haben in der Stadtgesellschaft ein gutes Standing.“ – kostet Geld, etwa Personalkosten, Miete für das Hospizbüro, Ausbildung neuer Hospizbegleiter, Fortbildungen oder Supervision für die Haupt- und Ehrenamtlichen. Begall: „Wir sind dankbar, dass unsere Arbeit durch viele Spenderinnen und Spender mitgetragen wird. Das zeigt die Verankerung des Hospizgedankens in Ratingen.“

Wer die Hospizbewegung Ratingen e.V. mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies auf diesem Wege tun: Hospizbewegung Ratingen e.V., Sparkasse HRV, IBAN: DE02 3345 0000 0042 1139 69.