Gerold Fahr: „Mein Herz schlägt für die Stadtentwicklung.“

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Gerold Fahr ist Stellvertretender Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion und Vorsitzender des Bezirksausschusses Mitte. Foto: M. Machan

(mmm) Mehr Innenstadt geht nicht: Pünktlich zu unserem Gespräch beginnen die Glocken der Stadtkirche das Mittagsgeläut, auch St. Peter und Paul ist zum Greifen nah. Gerold Fahr, Vize-Fraktionsvorsitzender der Ratinger CDU, lebt und arbeitet in einem kernsanierten Altbau auf den Mauern eines Teils der hier nicht sichtbaren mittelalterlichen Stadtmauer an der Turmstraße. Lieblingsort, Wohlfühlort? Die Frage stellt sich für den 60-Jährigen erst gar nicht. Sein Zuhause und das unmittelbare Umfeld der Altstadt („Die Altstadt ist unser Markenkern.“) ist für ihn Heimat, „der Ort, an dem ich mich wohlfühle“. Und natürlich der Marktplatz, nur einen Steinwurf entfernt, der insbesondere mit dem rundum erneuerten Löwenbrunnen im Sommer beinahe italienisches Flair habe.

Doch Fahrs Expertise geht weit über das Kopfsteinpflaster der Innenstadt und des Ratinger Wahlkreises 1 hinaus. Auch wenn der zweifache Familienvater im Stadtrat sitzt, Vorsitzender des Bezirksausschusses Mitte ist, sein Rat und sein Detailwissen bei Ratingen Marketing genauso gefragt ist wie als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, ist Fahr keiner, der sich in die erste Reihe, mithin ins Blitzlichtgewitter stellt. Er agiert lieber aus dem Hintergrund, denkt weniger in Schlagzeilen, sondern bereitet politische wie strategische Angelegenheiten gewissenhaft vor. „Die Recherchen kosten viel Zeit“, sagt Fahr. Wirtschaft und Finanzen („Ich bin ein Zahlenmensch.“) sind sein Thema. Beruflich berät der Diplom-Kaufmann Firmenkunden für eine namhafte Bank in Düsseldorf.

„Ich denke in langfristigen Strukturen“

Fahr schätzt es, an vielen Schalthebeln zu sitzen, die für die Stadtgesellschaft wichtig sind: „Ich kann Querverbindungen, die ich habe, nutzen und mich so rechtzeitig um Probleme kümmern.“ Logischerweise gibt es auch rund um seinen Lebensmittelpunkt in der Altstadt mitunter divergierende Interessen. Die einen wollen mitten in der Innenstadt wohnen, dabei möglichst viel Grün und ihre Ruhe haben. Die Anderen pochen auf ausreichend Parkraum und gute Erreichbarkeit, einen lebendigen Branchenmix im Einzelhandel und eine attraktive Gastronomie-Szene, um Frequenz wie Relevanz für die Innenstadt zu erzielen. Nicht immer ganz einfach, dass alles unter einen Hut zu bringen: „Kommunalpolitik braucht einen langen Atem und eine gewisse Frustrationstoleranz“, sagt Fahr, der seit 1999 im Stadtrat sitzt.

Apropos langer Atem: Fahr („Ich denke in langfristigen Strukturen.“) engagiert sich in seiner Heimatstadt für Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit in Sachen Finanzen und Infrastruktur. Ein starker Schuldenabbau gehöre genauso dazu wie die Bildung von Rücklagen für Pensionslasten, aber auch notwendige Zukunftsinvestitionen – Stichworte seinen hier die beispielshafte Glasfaserabdeckung (zu 95%) – in Gebäude, Straßen und Wege. Sein Antrieb: „Mein Herz schlägt für die Stadtentwicklung. Ich engagiere mich mit Leidenschaft und Verstand für eine behutsame wie zukunftsfähige Weiterentwicklung unserer schönen Innenstadt als lebendiger Wohlfühlort.“

Und: „Wenn etwas fertig ist und die Menschen meckern nicht, dann ist das das Schönste“, sagt Fahr. Fehlt etwas in Ratingen? „Wenn man realistisch bleibt, haben wir ganz viel“, zieht Fahr eine Bilanz auch seiner bisherigen politischen Arbeit. Auf dem Wunschzettel ganz oben steht weiterhin die Reaktivierung der Westbahn. Und auch sonst gebe es in den kommenden Monaten und Jahren eine Menge zu tun: Ausbau des offenen Ganztages, Schulneubau in West sowie Ertüchtigung in Lintorf, kommunale Wärmeleitplanung oder der Neubau eines attraktiven, energieeffizienten Hallenbades für das Angerbad, das am Ende der Nutzungsdauer angekommen sei.