Ratingen 04/19 verspielt Aufstieg: Tolle Saison – aber kein Happy End

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Das letzte Spiel einer insgesamt großartigen Saison: Ratingen 04/19 zu Gast in Monheim Foto: M. Machan

(mmm) Am Ende leere, enttäuschte Gesichter allerorten: auf der Tribüne, auf dem Rasen, auf der Gegengerade (fest in Ratinger Hand). Ratingen 04/19 hat den avisierten Aufstieg in die Regionalliga West trotz Schützenhilfe aus St. Tönis (1:1 gegen den nunmehr als Aufsteiger feststehenden VfB Hilden) am letzten Spieltag der Oberliga Niederrhein verpasst. Das Team von Trainer Damian Apfeld verlor gegen den FC Monheim, der seinerseits mit großer Leidenschaft gegen den drohenden Abstieg kämpfte, mit 0:2. Und das nicht unverdient. Auch wenn die Germania eine großartige Saison gespielt hat und das Gros der Spieltage an der Tabellenspitze stand, hat es nicht gereicht. In der Endabrechnung hat Hilden drei Siege mehr auf dem Konto. Und: Wenn zehn Spiele im Saisonverlauf mit einem Remis enden, helfen auch die wenigsten Niederlagen (5) nicht.

Ein Trostpflaster: Die kommende Saison in der Oberliga Niederrhein verspricht die spannendste wie stärkste aller Zeiten zu werden: Aus dem Oberhaus kommen Düsseldorf II, Velbert und Wuppertal, als starker, ambitionierter Aufsteiger will Solingen-Wald in die Fußstapfen von Union Solingen schlüpfen – und mit dem KFC Uerdingen sowie der Ratinger Germania (der Kader nimmt mit der Verlängerung vieler Leistungsträger der abgelaufenen Saison Struktur an) wollen zwei weitere Top-Teams um den Aufstieg ein Wörtchen mitreden. Klar, die Regionalliga West generiert als unterste Profiliga mehr Aufmerksamkeit und sportliche Herausforderung. Indes: Mit Blick auf die anstehenden Derbys – inklusive Risikospiele – dürfte die Oberliga Niederrhein mehr Reiz versprühen, als die Begegnungen gegen gleich sechs Zweitvertretungen aus den ersten beiden Bundesligen sowie weite Anreisen nach Ost- und Südwestfalen (Siegen, Gütersloh, Lotte, Rödinghausen, Wiedenbrück). Placebos für die Fan-Seele …

Fans waren der zwölfte Mann

Dabei waren die Voraussetzungen für ein Fußballfest in Monheim bestens: Perfekte äußere Bedingungen, eine sichtbar große wie lautstarke Fan-Karawane hatte sich auf die Anreise nach Monheim gemacht. Und das ist möglicherweise das größte Pfund der Saison: Ratingen hat die Liebe zur Germania entdeckt, zeigt prominent bei Heim- wie Auswärtsspielen Flagge. Absolut ungewöhnlich und beglückend für einen Fünftligisten. Marketing Manager Mirko Köstring: „Danke an unsere Fans, die uns zuhause und auswärts begleitet haben. Ihr habt unsere Mannschaft in dieser Saison auf eine Art und Weise unterstützt, die wir so noch nicht erlebt haben. Fahnen, Trommeln, Choreos, volle Tribünen und eine Atmosphäre, auf die ganz Ratingen stolz sein kann. Ihr wart in dieser Saison unser zwölfter Mann!“

Das galt auch für den Auftritt „am Tag der Entscheidung“ (Stadionsprecher) im „Merkur Spielbanken Rheinstadion“ in Monheim. Für beide Teams ging es in Sachen Auf- und Abstieg um alles oder nichts, dementsprechend intensiv und zweikampfgeladen ging es in die erste Viertelstunde, bei der es Ratingen verpasste, mit einer Dreifach-Chance in der 13. Minute verdient in Führung zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt wäre Monheim abgestiegen, mit Blick auf die Ergebnisse auf den anderen Plätzen hätte nur ein Heimsieg den Abstieg verhindert. Eine Binsenweisheit, aber wahr: Die Spiele werden nicht nur in den Beinen, sondern in den Köpfen entschieden. Monheim nahm das Herz in die Hand, fightete um jeden Ball, kaufte Ratingen mit zunehmender Spieldauer den Schneid ab. Konsequenz: Eine vielleicht um ein Tor zu hohe Monheimer 2:0 Halbzeitführung, inklusive Ratinger Eigentor. Ein Stimmungskiller für den Ratinger Anhang.

Geträumt, gehofft und mitgefiebert

In Halbzeit zwei mühte sich die Apfeld-Elf redlich, insbesondere mit Blick auf den Spielstand in St. Tönis, um den Anschlusstreffer. Vergeblich! Und ehrlicherweise muss man sagen: Der Auftritt in Monheim war wenig meisterhaft, mitunter fahrig und ratlos. Mirko Köstring: „Unsere Saison endet, ohne dass wir uns für einen außergewöhnlichen Aufwand belohnen konnten. Wir haben bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg gekämpft. Wir haben gemeinsam geträumt, gehofft und mitgefiebert. Am Ende hat es nicht gereicht. Trotzdem sind wir stolz auf diese Mannschaft! Auch wenn die Enttäuschung noch groß ist, richtet sich unser Blick nach vorne. Jetzt heißt es Tränen trocknen und sich auf eine tolle, neue Saison freuen.“