Alexander Seidl: Über die Liebe, die Freiheit und das Leben an sich …

0
54
„Back to Stage“: Alexander Seidl spielt am 22. November im Lux. Foto: Simon Klein

(mmm) Showtime: Der Ratinger Singer & Songwriter Alexander Seidl spielt am 22. November (20 Uhr) im Lux Ratingen sein Programm „Back to Stage“, ein Akustik-Konzert in Club-Atmosphäre mit eigenen Songs des Musikers in deutscher und englischer Sprache und natürlich jeder Menge brandneuer Songs über die Liebe, die Freiheit und das Leben an sich.

Sie sind Singer & Songwriter, Fotograf, Buchautor. Was davon am liebsten?

Ich schätze, die meisten Ratinger kennen mich als Musiker, aber ich liebe alles gleichermaßen. Die Mischung macht’s. Ich kenne auch keinen Kreativen, der nur eine Sache macht. Die Musik ist mein Ventil für so ziemlich alle Gefühle, daher ist sie mir wahrscheinlich am wichtigsten. Die Fotografie ist hingegen für mich eher wie ein Handwerk, aber ein künstlerisches. Hier kann ich andere glänzen lassen und muss nicht selbst im Mittelpunkt stehen. Beim Schreiben hingegen habe ich genügend Zeit, die großen Geschichten zu erzählen, die in mir drin schlummern.

Apropos, Ihr Song „Zeit“ ist eher ein vertontes Gedicht, denn ein Pop-Song. Ein Wanderer zwischen den Welten?

Ich glaube fest daran, dass der Wert des Songs für den Zuhörer vielleicht erst durch mehrmaliges Zuhören deutlich wird. Wie der Titel schon sagt, muss man sich hier auch Zeit für dieses doch recht leise Lied nehmen. Am besten mal ganz bewusst fünf Minuten zuhören und versuchen, zu verstehen, dass die Zeit als Person hier direkt angesprochen wird und mit Fragen konfrontiert wird, auf die man gerne mal eine Antwort hätte. In Streaming-Zeiten mit Songs von nur zwei Minuten Länge bricht dieser von seiner Art schon deutlich mit der aus meiner Sicht kritischen Entwicklung.

„Es wird unfassbar gemütlich.“

Sie treten am 22. November im Lux auf. Was erwartet die Besucher?

Ich war tatsächlich in diesem Jahr kaum auf Bühnen unterwegs, weil ich ja auch in anderen künstlerischen Sparten tätig bin. Ich freue mich sehr auf den Auftritt und auf eine ganze Palette an neuen Songs. Einige geben einen Ausblick auf ein Musical, das ich begonnen habe zu schreiben, andere auf eine im englischen Bereich deutlich modernere Ausrichtung. Es wird unfassbar gemütlich werden.

Sie singen Songs in deutscher und englischer Sprache. In welcher Sprache können Sie Ihre Gefühle und Empfinden besser ausdrücken?

Mit dem Ausflug ins Englische, haben sich für mich einige Türen geöffnet, vor allem kompositorisch. Bei meinen deutschen Texten bin ich selbst irre kritisch, da muss jede Silbe passen und melodisch sein, bei den englischen Songs texte ich einfach drauf los. Ich glaube, dass die deutschen Lieder komplexer getextet sind als die englischen, was für mich komplett in Ordnung ist. Ich liebe die deutsche Sprache und wenn ich eine wählen müsste, wäre es klar diese, aber manche Dinge klingen im Deutschen zu hart, da braucht man manchmal schon die offenen Vokale, die man schön lang ziehen kann.

Ihre Songs handeln von der Liebe, der Freiheit und dem Leben an sich. Woher bekommen Sie neue Ideen, was inspiriert Sie?

Ich bediene mich meiner Fantasie. Vielleicht kann man es mit dem Schreiben von Romanen vergleichen. Auch wenn die Leute erst ein Werk von mir lesen durften, ich schreibe an vielen Stoffen und momentan habe ich auch das Vertrauen in die Sache, dass mir meine Ideen für Neues niemals ausgehen werden.

Songs sind komisch. Sie kommen und gehen, wie sie wollen. Ich denke, der, der offenen Auges anderen begegnet und die Welt als was sie ist betrachtet, dem begegnen mehr Songs als denen, die das nicht tun.

Spielt Ratingen in ihren Songs irgendeine Rolle?

Ich lebe in Ratingen, wurde hier geboren und laufe beinahe täglich durch die Innenstadt. Alle meine Songs entstehen hier. Vielleicht weil ich mich einfach sehr geborgen und wohl fühle in der Stadt.

Gibt es musikalische Vorbilder?

Wer Ed Sheeran auf der Bühne sieht, weiß, wo man als Solokünstler hinkommen könnte. Und wer Milow live erlebt, merkt, wie nahbar man auch noch als Star sein kann. Reinhard Mey nicht zu vergessen: Wer sich die Zeit zum Zuhören nimmt, merkt, dass Lieder auch einen tiefen Sinn haben dürfen.

Musik als Beruf oder Berufung?

Ich habe einen Song darüber geschrieben – ich könnte nicht ohne.

(Tickets gibt es an der Abendkasse sowie im Reisebüro Tonnaer.)