(mmm) Ruhetag? Gibt es nicht. Betriebsferien? Gibt es auch nicht. Gänseessen am 24. Dezember? Na klar. Das „Haus der Gastlichkeit“ von Christine (Geschäftsführerin) und Karsten (Küchenchef) Rogall macht seinem Namen alle Ehre. An 365 Tagen im Jahr wird hier liebenswürdige wie bodenständige Gastfreundschaft gelebt. Frühstück, Mittagstisch, Kaffee-Kränzchen, Abendessen, Kegelbahn, Hotelübernachtung, Bankett, Party- und Lieferservice: Alles geht. Immer! Bei meinem Besuch an einem Donnerstagnachmittag Anfang November herrscht reges Treiben. Und das, obwohl das „Haus der Gastlichkeit“ an der Bruchstraße, inmitten eines grünen Wohngebietes gelegen, wahrlich keine „Lauf-Lage“ ist. Die Einen sind zum Nachmittagskaffee gekommen, die Anderen noch vom mittäglichen Gänseessen geblieben.
Apropos Gänseessen: Rund 1.000 Portionen serviert Karsten Rogall und seine Küchenbrigade zwischen dem 1. November und 26. Dezember. Ob Gänsekeule, Gänsebrust oder ganze Gans (davon werden vier Gäste prima satt), die Beilagen sind klassisch und gehören in die vorweihnachtliche Adventszeit. Frischer Apfel-Rotkohl, Kartoffelklöße, Maronen und ein Marzipanapfel bringen die dunkle Jahreszeit zum Leuchten. Das kommt an: Alleine am Heiligen Abend (unbedingt vorbestellen) verlassen bis zu 350 Gänse-Portionen den Küchenpass.
Beständigkeit. Verlässlichkeit. Fleiß.
Eine gutbürgerliche Gastronomie wie im „Haus der Gastlichkeit“, ist heute immer seltener anzutreffen. Doch während ungezählte Themen- und Szene-Restaurants am kulinarischen Firmament wie Sternschnuppen aufsteigen und binnen Jahresfrist wieder zusperren, empfängt Familie Rogall die Gäste seit nunmehr 17 Jahren. Das Erfolgsrezept: „Beständigkeit, Verlässlichkeit und Fleiß“, sagt Karsten Rogall, der privat für einen Rahmspinat mit Spiegelei und Kartoffeln alles andere stehen lässt. Und: „Wir kochen mit Liebe – und die braucht Zeit!“ In die Tellermitte kommen Zutaten, die Saison haben, aktuell vor allem Gans- und Wildgerichte wie ein Hirsch-Gulasch. Aber eben auch Burger und Schnitzel, Kalb, Rind und Pute, Garnelen und Lachs. Die Frische-Küche hat einen bodenständigen, gutbürgerlichen „Absender“ mit regionalen, nahezu täglich wechselnden Gerichten zu bezahlbaren Preisen.
Das kommt nicht nur auf Social Media an: „Es war fantastisch! Das große Angebot des Frühstücks war der Wahnsinn“, heißt es dort. Oder: „Top Service, tolle Produkte.“ Ein anderer Gast schreibt: „Dieses Restaurant ist ein echter Geheimtipp, ein kulinarisches Highlight der ganzen Region. Schon beim Reinkommen fühlt man sich rundum wohl. Das Team ist super herzlich.“ Zum Team gehören auch die Kinder der beiden Rogalls, Fabian und Lydia, die ein Duales Studium im Bereich Hotelmanagement abgeschlossen hat. Mit Blick auf die beiden weiteren Häuser der Familie (Hotel am Düsseldorfer Platz, Haus Kronenthal) eine weise Entscheidung. Und wer glaubt, das Themen Kegelbahn sei von vorgestern, irrt gewaltig. Die drei Kegelbahnen des Hauses sind gut gebucht, bringen erstaunlicherweise auch ein jüngeres Publikum ins Haus: „Die wollen nicht zum Bowlen auf die grüne Wiese“, weiß Karsten Rogall.




