116 junge Menschen, ein besonderer Abschied: Realschulabschluss an der Liebfrauenschule

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Lilly Wulforst und Leonie Richter gehen ab sofort schulisch neue Wege aber die Verbundenheit bleibt, Bild: Alexander Heinz
Lilly Wulforst und Leonie Richter gehen ab sofort schulisch neue Wege aber die Verbundenheit bleibt, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Es war ein Abschied, aber keiner, der nur zurückblickte. Am Freitag, 3. Juli, hat die Erzbischöfliche Liebfrauenschule Ratingen 116 Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 mit dem Realschulabschluss in den nächsten Abschnitt ihres Lebens entlassen. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst in St. Peter und Paul kamen Absolventen, Eltern, Lehrkräfte und Gäste in der Turnhalle der Schule zusammen, um den Jahrgang feierlich zu verabschieden.

Ein Motto, das die Schulzeit zusammenfasst

Schon das Motto auf dem Programmheft fasste diesen Moment treffend zusammen: „Vom Abstand zum Abschluss. 6 Jahre gewachsen – mit Leidenschaft ins Ziel.“ Es erinnerte daran, dass dieser Jahrgang seine Schulzeit unter besonderen Bedingungen begann. Abstand, Unsicherheit und veränderte Formen des Lernens gehörten früh dazu. Umso stärker stand an diesem Tag die Erkenntnis im Raum, dass aus gemeinsamer Zeit Gemeinschaft gewachsen ist.

Musik, Reden und persönliche Würdigungen

Das Programm verband Musik, Ansprachen und persönliche Würdigungen. Der Kammerchor eröffnete mit „4 Chords“ und sang später „Mamma Mia“. Schulleiter Herr Jakubowski und Frau Eleftheriadis für die Schulpflegschaft richteten Worte an die Absolventinnen und Absolventen. Auch die Schülervertretung kam zu Wort. Bei der Vorstellung der einzelnen Klassen gingen die Jahrgangsleitungen nicht nur auf Leistungen ein, sondern auch auf Eigenheiten, Entwicklungen und besondere Momente ihrer Schützlinge. So wurde deutlich: Hier wurden nicht nur Zeugnisse übergeben, sondern junge Persönlichkeiten verabschiedet.

Tief verwurzelt in der Ratinger Bildungslandschaft

Die Liebfrauenschule hat in Ratingen eine besondere Stellung. Sie ist eine Erzbischöfliche Realschule in Bi-Edukation und steht in Trägerschaft des Erzbistums Köln. In ihrem Selbstverständnis verbindet sie schulische Bildung mit christlicher Prägung, Gemeinschaft und einem ausgeprägten Schulleben. Auf der Internetseite der Schule werden unter anderem Chorarbeit, Schulgottesdienste, Leseförderung, Austauschprogramme, Projekte und die feierliche Entlassung der Zehntklässler als feste Elemente des Schullebens sichtbar. Für 2026 verweist die Schule zudem auf ihr 125-jähriges Bestehen — ein Hinweis darauf, wie tief sie in der Ratinger Bildungslandschaft verwurzelt ist.

Gemeinsamer Weg bleibt prägend

Der Grundton der Feier blieb dabei eindeutig: Der gemeinsame Weg der vergangenen sechs Jahre war prägend, aber er ist nicht einfach beendet. Es liegt nun an den Absolventinnen und Absolventen, diese gemeinsame Zeit lebendig zu halten, auch wenn sich ihre Wege trennen. Passend dazu stand auf einer Programmseite ein Satz aus Kohelet: „Zwei sind besser als einer allein; denn wenn sie fallen, richtet der eine den anderen auf.“

Am Ende blieb das Bild eines Jahrgangs, der gelernt hat, Abstand zu überwinden, Nähe neu zu finden und nun mit Rückenwind weiterzugehen. Für 116 junge Menschen beginnt jetzt ein neuer Abschnitt — getragen von Erinnerungen, Freundschaften und einer Schule, die ihnen mehr mitgegeben hat als ein Abschlusszeugnis.