
(mmm/lp) Junge Menschen, die sich für andere einsetzen und stark machen? Gibt es! Auf der „young leaders“-Akademie in Paderborn treffen sich Multiplikatoren aus ganz Deutschland, die bereits in jungen Jahren ehrenamtlich soziale Verantwortung übernehmen. Sie diskutieren eine Woche mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über Fragen wie, worin sich die Menschenwürde begründet, was Verantwortung in Zeiten der Globalisierung bedeutet oder welche Qualifikationen junge Menschen benötigen, um erfolgreich zu sein? Eine von ihnen ist Lil Pieper aus Ratingen. Die 16-Jährige hat vor wenigen Tagen die 10. Klasse auf dem Kopernikus Gymnasium in Lintorf abgeschlossen und nahm Anfang Juni auf Vorschlag ihrer Schule an der 88. „Young Leaders“ teil. Eine Woche, die sie sehr geprägt hat. Lil befasst sich vor allem mit den Themen Nachhaltigkeit und Mobilität und hat dazu Beiträge geschrieben. „Mich interessieren diese Themen, weil sie für meine ganz persönliche Zukunft nicht vernachlässigt werden sollten. Mein Umfeld und ich haben mit dem Thema nachhaltige Mobilität immer wieder zu tun.“ Lassen wir Lil Pieper von Ihren Erfahrungen selbst erzählen:
„Ob auf dem Weg zur Arbeit oder zum Supermarkt, das Auto ist meistens unverzichtbar. Gleichzeitig muss der Straßenverkehr klimafreundlicher werden, verursacht er doch einen Großteil der CO₂-Emissionen. Was bedeutet der angestrebte Wandel für Ratingen? Welche Alternativen gibt es, und wie alltagstauglich sind sie? Um mehr über mögliche Entwicklungen zu erfahren, habe ich im Rahmen der 88. Young Leaders Akademie ein Interview mit Dr. Tsegaye Degineh, der seit 25 Jahren bei einem großen Automobilunternehmen als Sustainabililty Manager arbeitet, geführt.
Wie wir uns künftig in Ratingen fortbewegen …
Welche alternativen Antriebe haben Potenzial? Wasserstoff, Biokraftstoffe, synthetische Kraftstoffe (E-Fuels)? Nach Ansicht von Dr. Degineh liegen die Elektroautos deutlich vorne. All das lässt sich auch heute schon in Ratingen beobachten: Immer mehr öffentliche Ladesäulen, ein gut ausgebautes Bus- und Bahnnetz sowie zahlreiche Radwege zeigen, dass auch unsere Stadt auf nachhaltigere Mobilität setzt. Dieser Wandel ist allerdings nur möglich, wenn die Infrastruktur angepasst und erweitert wird. Auch in Ratingen sieht man immer häufiger Elektroautos im Straßenbild. In meiner eigenen Familie fahren die beiden Autos meiner Eltern elektrisch. Ich habe hautnah miterlebt, dass der Umstieg grundsätzlich gut funktionieren kann. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig eine gute ausgebaute Ladeinfrastruktur ist. In Ratingen zum Beispiel gibt es laut der ‚Chargemap‘ aktuell rund 125 öffentliche Säulen. Derzeit laden die meisten Nutzer ihr Auto jedoch zu Hause am Wohngebäude. Ein Problem: Mehrfamilienhäuser verfügen in der Regel (noch) nicht über die notwendigen Lademöglichkeiten.
Neben den diversen Antriebsarten interessierte mich zudem, wie der Experte die Mobilität einschätzt: Die Zukunft sei nicht das einzelne Auto, sondern Mobilität als Konzept mit diversen Elementen. Die Automobilindustrie werde zum Mobilitätsanbieter. Konzepte wie Carsharing und Park-and-Ride gewinnen an Bedeutung. Auch ich merke in meinem Alltag, wie unterschiedlich die Verkehrsmittel in Ratingen genutzt werden können. Für kurze Strecken fahren ich und meine Familienmitglieder generationsübergreifend meist mit dem Fahrrad, ob zur Schule, zur Arbeit oder zum Sport. Und meine Oma erledigt auch ihre Einkäufe mit dem Fahrrad. Wenn ich weitere Strecken habe, nutze ich häufig Bus und Bahn. So habe ich selbst erlebt, dass nachhaltige Mobilität in Ratingen gut funktionieren kann.
Welche Zukunftsvisionen sich letztlich durchsetzen, bleibt offen. Klar ist schon heute: Neue Antriebstechnologien, der Ausbau erneuerbarer Energien, eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur, sowie Konzepte wie Carsharing und ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr werden entscheidend dafür sein, wie wir uns künftig fortbewegen. Das gilt besonders in einer Stadt wie Ratingen, die sich in einem großen Ballungsraum mit speziellen Anforderungen befindet.“



