Jens Stieghorst: „Leben und leben lassen!“

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Jens Stieghorst, 1. Vorsitzender von Ratingen 04/19, beim Trainingsauftakt der 1. Mannschaft für die Oberliga-Saison 2026/2027. Foto: M. Machan

(mmm) Trainingsauftakt im Stadtwerke Sportpark am vergangenen Donnerstag (2. Juli) für die Mannschaft des Oberliga-Vizemeisters von Ratingen 04/19. „Die Tränen sind getrocknet, wir blicken nach vorne“, begrüßt mich Vereinspräsident Jens Stieghorst zur ersten Laufeinheit der Germania. Die Vorfreude auf die kommende Saison am Niederrhein – mit Blick auf das Tableau der Mannschaften wie Wuppertal, Velbert, Uerdingen, Düsseldorf II und Solingen-Wald hat die nächste Meisterschaftsrunde das Potenzial die Spannendste und Stärkste aller Zeiten zu werden – ist dem 58-Jährigen förmlich anzusehen. Und das Saisonziel ist klar formuliert: „Die Saison wird spannend und herausfordernd. Wir wollen ganz oben mitspielen!“

Für den gebürtigen Wuppertaler Stieghorst kommt es dann auch zu einem Wiedersehen mit dem Wuppertaler SV. Doch anders als im Tal der Wupper, hat man in Ratingen den Kader bis auf eine weitere Verstärkung in der Defensive „weitestgehend zusammen“. Trainer Damian Apfeld kann beim Kader vor allem auf das Gerüst der vergangenen Saison setzen. „Das Team ist eingespielt, für uns ein großer Vorteil“, so Jens Stieghorst, der trotz des am letzten Spieltag verpassten Aufstiegs voll des Lobes über die erste Saison von Apfeld in Ratingen ist: „Wir waren 27 Spieltage Tabellenführer, haben uns von Rang 9 auf Platz 2 gesteigert. Das war eine tolle Saison. Der Trainer ist ein Glücksfall für den Verein, fachlich wie menschlich. Und auch in Sachen Kader-Planung ist er zusammen mit unserem Sportlichen Leiter, Frank Zilles, sehr engagiert. Kein Weg ist ihm zu weit.“

Stieghorst ist selbstständiger Immobilienkaufmann. Bekannt sind in Ratingen vor allem sein Boardinghouse („Die Hotel-Alternative!“) in Ratingen-Ost und das Objekt in der Oberstraße 30, in dem heute von einem großen Filialisten Brillen verkauft werden, einst aber das Café Feit eine Institution war. Der Unternehmer arbeitet seit 1993 in Ratingen, zog 2001 von Wuppertal hierhin. Seit 2002 ist er Mitglied bei Ratingen 04/19, seit 2009 der 1. Vorsitzende des Vereins mit 800 Mitgliedern und rund 600 Aktiven, die sich auf 33 Mannschaften verteilen. Was sofort im Gespräch deutlich wird: Der Gesamtverein, insbesondere auch der Einstiegsbereich der E-, F- und G-Jugend liegt ihm sehr am Herzen.

Family & Friends: „Wir sind ein familiärer Verein.“

„Mit der Situation des Gesamtvereins können wir höchst zufrieden sein. Wir wünschen uns nicht nur noch mehr Fans bei den Heimspielen der 1. Mannschaft auf der Tribüne, sondern auch Ehrenamtler in den Jugendmannschaften, die sich mit dem Verein und seiner DNA identifizieren.“ Im Sportpark Götschenbeck wie am Stadionring trifft Breiten- auf Leistungssport. „Unser Zusammenhalt ist hoch. Wir sind ein sehr familiärer Verein.“ Dazu passt, dass Konzept „family & friends“ rund um die Spieltage noch weiter zu forcieren, in die Kindergärten und Schulen zu tragen, aber auch die Sponsoren des Vereins noch mehr ins rechte Licht zu rücken. Gründe genug, mit dem Aushängeschild der 1. Mannschaft keine Abenteuer, kein Harakiri zu wagen, sich kontinuierlich weiter zu entwickeln. Stieghorst: „Wir bauen auf junge, talentierte Spieler, die sich in ihrer Zeit in Ratingen auch für höhere Aufgaben empfehlen können.“ Und: „Neben der sportlichen Qualität müssen die Spieler auch menschlich zum Verein passen.“

Entspannung vom Berufsalltag und Präsidentenamt („Spieltage empfinde ich aber nicht als Stress.“) findet Stieghorst auf dem Fahrrad, beim Essen gehen oder an seinen Ratinger Lieblingsplätzen, dem Marktplatz natürlich und in der Auermühle. Beides sind Orte des Genusses und der Entschleunigung, die bestens zu seiner Lebensphilosophie passen: „Leben und leben lassen.“