
(mmm) Er ist der (sportliche) Architekt hinter dem Erfolg der Oberliga-Kicker von Ratingen 04/19, auch wenn der Aufstieg in die Regionalliga West knapp verpasst wurde: Das Team von Trainer Damian Apfeld hat für eine Welle der Euphorie gesorgt und eine zuvor nicht gekannte Begeisterung für die Germania ausgelöst. Komplett verarbeitet hat der 40-Jährige den verpassten Aufstieg durch die Auswärtsniederlage am letzten Spieltag in Monheim auch eine Woche danach noch nicht: „Es wird sicherlich noch ein paar Tage dauern“, sagt er im Gespräch mit Unser Ratingen. Indes: „Niederlagen gehören zum Leben dazu, insbesondere im Sport. Jetzt gilt es, wieder die Ärmel hochzukrempeln und voranzugehen.“ Seine größte Stärke: „Die ist passend zur aktuellen Situation: Nach Niederlagen schnell aufzustehen und mit einem positiven Mindset weiter Gas zu geben.“ Und so beschäftigt Apfeld die aktuelle Kaderplanung für die Saison 2026/2027 mehr, als die Spiele bei der Fußball-WM.
Der Kern der Mannschaft werde zusammenbleiben. „Wir können auf ein gutes Gerüst zurückgreifen, müssen aber speziell im Defensivverbund ein wenig nachbessern.“ Natürlich wolle man – trotz starker Konkurrenz mit Blick auf die Mannschaften von Düsseldorf II, Velbert, Wuppertal, Uerdingen und Solingen-Wald – eine sehr gute Saison spielen. Das heißt: „Wir wollen die Tabellenspitze wieder angreifen. Die Erwartungshaltung ist nach so einer Saison sicherlich etwas größer als noch vor einem Jahr. Aber wir wollen auch die Euphorie, die in den letzten Monaten rund um den Verein entstanden ist, weiter fördern.“
Die Euphorie rund um den Verein weiter fördern
Jugendtrainer bei Rot-Weiss Essen, dann Spielvereinigung Schonnebeck, ETB SW Essen, wieder RWE (U19), danach Oberliga-Trainer beim FC Kray sowie erneut SW Essen. Und dennoch ist Essen nicht die Heimat des im Juli vergangenen Jahres zu Ratingen 04/19 gewechselten, verheirateten Familienvaters, der insbesondere die spielfreien Samstage schätzt, um den Tag nach Lust und Laune mit seiner Familie zu gestalten – freilich erst, wenn sein Sohn das Spiel für die F-Jugend absolviert hat. Seit acht Jahren ist Bottrop-Kirchhellen die Heimat der Familie. Dort, wo das Ruhrgebiet schon seinen münsterländischen Charme entwickelt und 45 Kilometer vom Stadionring in Ratingen entfernt, fühlt sich die Familie pudelwohl: „Wir lieben als Familie das Dorfleben.“ Dennoch ist auch Ratingen zu einem Stückchen Heimat geworden: „Ich habe meinen 40. Geburtstag mit Familie und Freunden in Ratingen gefeiert. Mein Bezug zur Stadt immer größer.“ Er fahre gerne nach Ratingen, der Verein werde sehr seriös geführt. „Der Verein bietet eine tolle Infrastruktur und ein menschliches Umfeld. Man kann sich sehr wohl fühlen und erfolgreich arbeiten.“
Gab es für Apfeld zum Fußball je einen Plan-B? „Fußball war nie der Plan-A. Zu mir passt besser, dass Fußball mein Plan-B ist. Ich möchte den Trainer-Job als eine Nebentätigkeit ausüben.“ Hauptberuflich ist Apfeld seit 2018 bei einem Konzern für Intralogistik mit Schwerpunkt Energiemanagement beschäftigt. Als Fußballtrainer empfindet er es als das größte Glück, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Das sei extrem facettenreich. Vorbilder? Momentan beeindrucke ihn Bayern-Trainer Vincent Kompany mit seiner Art der Mannschaftsführung und den vielen anderen Facetten, die generell zum Thema Führung gehörten. „Er ist ein tolles Beispiel für alle.“ Wenn er denn für einen Tag einen anderen Job machen könnten, wäre das daher Praktikant bei Vincent Kompany. Seine persönliche DNA? „Niemals aufgeben und geradlinig sein. Denn Erfolg ist kein Ziel, sondern eine Richtung.“




