Susana Feige: „Die Liebe zur Musik zieht mich magisch an!“

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Die Harfenistin Susana Feige konzertiert am 1. Advent im Konzertsaal der Wasserburg „Haus zum Haus“. Foto: privat

(mmm) „Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Die Liebe zur Musik zieht mich seit meiner Kindheit magisch an“, erzählt die Ratinger Harfenistin Susana Feige. Die 46-Jährige singt bereits ihr ganzes Leben lang. Im Alter von neun Jahren entdeckte sie die Liebe zur Harfe, erst war es eine irische, mit Zwölf vollzog sie den Wechsel zur Konzertharfe.

Am 1. Advent (30. November, 16 Uhr) läutet Feige mit einem Konzert im Konzertsaal der Wasserburg „Haus zum Haus“ musikalisch die Adventszeit ein. Für sie ein ganz besonderes Konzert: Nicht nur weil es wortwörtlich ein Heimspiel ist – Feige lebt und arbeitet direkt nebenan in einer Künstlerwohnung des malerischen Areals – und weil es ein Adventskonzert der Kulturstiftung ist. Feige wird erstmals in diesem Rahmen sowohl Harfe spielen, als auch singen, das Publikum im Konzertsaal mit dem warmen, „umarmenden Klang“ des Mezzosoprans erfreuen. Begleitet wird sie von Konzertpianist Professor Thomas Hinz, Honorarprofessor in Rostock, den man u.a. als Liedbegleiter von Thomas Quasthoff kennt. Mit dabei auch der Flötist Arnim Klüser, der viele Jahre den Fachbereich Blasinstrumente an der Universität Siegen leitete. Zwischen den Proben nahm sich Feige Zeit für ein Interview.

Was erwartet die Zuhörer am 1. Advent musikalisch?

Wir präsentieren ein stimmungsvolles Programm aus besinnlichen und festlichen Kompositionen zur Advents- und Weihnachtszeit mit Kompositionen von Bach, Händel oder Debussy. Das wird ein romantischer wie festlicher Auftakt in die Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr Lebensmotto?

Folge Deiner Stimme, sie kennt den Weg! Mir geht es darum, den wirklich eigenen Klang zu finden und zu verkörpern. Jeder einzelne sollte die Verantwortung für seine Sinne und Gaben übernehmen. Bei mir ist so eine Kathedrale aus Musik entstanden, bei der ich im Idealfall beim Spielen in Konzert oder Probe das eigene Instrument vergesse …

Gibt es Musik, für die man Sie mitten in der Nacht wecken kann?

Oh ja, beispielsweise „Um Mitternacht“ von Gustav Mahler oder „Ich bin der Welt abhanden gekommen“, ein vertontes Gedicht von Friedrich Rückert aus dem Zyklus „Liebesfrühling“, den er 1821 für seine spätere Frau schrieb. Die Sätze des dreistrophigen Werkes kreisen um das lyrische Ich, das sich dem „Weltgewimmel“ entzogen hat und in sich zu ruhen scheint. Geht es um die Harfe, spiele ich besonders gerne Werke des frühen 20. Jahrhunderts.

Können Sie unvoreingenommen Musik hören?

Kann ich. Mich interessiert der Mensch, dass, was transportiert wird, was in der Stille und zwischen den Zeilen gesagt wird – und das ist in jedem Konzert neu. Ich mag Konzerte, in denen das Publikum nicht nur passiv dabei, sondern mit allen Sinnen involviert ist.

Was ist Ihre musikalische DNA?

Ich versuche die Welt wahrzunehmen und in Klang zu verwandeln. Nicht die Perfektion in Gleichmäßigkeit und Tempo steht obenan, sondern das Gefühl, die Seele der Musik interessiert mich.

Ratingen braucht unbedingt noch …

… einen Ort, wo sich Menschen mit ihren Begabungen zeigen und ausprobieren können. Eben einen Ort der Begegnung schaffen, einen Ort für Festival-Kultur und Heimat für Weltmusik, das Zuhause, was uns alle vereint. Ganz konkret träume ich davon, hier in Ratingen ein lebendiges Kammermusik-Festival zu etablieren.