
In Hilden geboren, in der Nähe von Jülich aufgewachsen, fand Siever nach dem Abitur an den Universitäten und Akademien von Bonn, Oxford und Düsseldorf die passenden Hochschulen, um ihren favorisierten Fächerkanon Kunstgeschichte, Mittelalterliche und Neuere Geschichte und Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Fächer, die sie schon sehr früh im Fokus hatte, Fächer von denen sie fortan nicht mehr lassen konnte. Aus einem „kulturinteressierten Elternhaus“ stammend und in der Schule vom Kunstlehrer inspiriert, war der Weg vorgezeichnet.
„Wir sind ein offener Ort!“
Drei Stationen prägten Sievers berufliche Laufbahn, ehe sie 2016 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museum Ratingen anheuerte und zwei Jahre später stellvertretende Leiterin wurde. Zehn Jahre lang arbeitete sie auch parallel zum Studium im Bonner „Haus der Geschichte“, hatte dort u.a. die Projektleitung einer Fotoausstellung zum 60-jährigen Jubiläum der Bundesrepublik Deutschland. Es folgten ein Volontariat im Bonner Landesmuseum des Landschaftsverbandes Rheinland sowie eine Tätigkeit beim legendären Galeristen Erhard Klein, der in den 1970er Jahren u.a. Gerhard Richter, Joseph Beuys und Sigmar Polke ausstellte. Dort gab sich das „Who is Who“ der deutschen Gegenwartskunst die Klinke in die Hand. „Aus dieser Zeit stammt auch meine Begeisterung für die zeitgenössische Kunst nach 1945“, erzählt Siever.
Und so passte ihr Ausbildungsprofil perfekt zum Museum an der Grabenstraße mit seinen Schwerpunkten auf Stadtgeschichte und Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Museen sind für Siever immer Sehnsuchtsort gewesen, ein Ort für den Perspektivwechsel, ein Füllhorn an Inspirationsquellen. „Wir sind ein offener Ort für alle“ sagt sie, die Menschen unterschiedlichster Art an „ihr“ Museum binden möchte: Kinder und Jugendliche, Einheimische und auswärtige Gäste, Künstler und Wissenschaftler – und natürlich auch die Vertreter aus Politik und Verwaltung. Ihr Lieblingsplatz verwundert nicht: Das Museum sei ihr „absoluter Lieblingsplatz, ein wunderbarer Ort mit phantastischen Räumlichkeiten“. Heimat ist für Siever, die in Ratingen heimisch geworden ist, der Ort, an dem die Familie und die Freunde leben sowie die Kulturorte an Rhein und Ruhr.
Was kaum jemand über Siever weiß, ist ihre Leidenschaft für das Stand-up-Paddling sowie das Campen. Im kommenden Jahr soll es mit ihrer Familie im Camper nach Basel, an den Genfer See und Freiburg gehen. Und irgendwann in naher Zukunft möchte Siever ihrem Sohn New York und seine Museen zeigen. Denn Museen seien ein perfekter Ort, um sich in Themen zu vertiefen, ganz nahe bei sich zu sein, neue Sichtweisen einzunehmen und dadurch gestärkt hervor zu gehen.



