Museum Ratingen überrascht mit „Standortbeschreibung“: Großer Wurf zum Stadtjubiläum

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Ein Rundgang durch die „Standortbeschreibung“-Ausstellung mit v.l. Zola Brandau, Anne Rodler, Boris Oblizalo, Wiebke Siever und Sebastian Barteleit (Stadtarchiv). Foto: Achim Blazy

(mmm) Zugegeben, der Titel der neuen Ausstellung im Museum Ratingen klingt eher sperrig und abstrakt. Bis zum 28. Februar 2027 zeigt das Haus am Peter-Brüning-Platz die Jubiläumsschau „750 Jahre Ratingen − eine Standortbeschreibung“. Doch so farbenfroh, so interaktiv und so informativ (dank herausragender Archivalien) haben wir das Museum bislang noch nicht erlebt. Ein Ausstellungs-Highlight für alle Generationen und jeden Anspruch, für Neubürger wie für Heimatfreunde und Hobby-Historiker eine echte Schatztruhe.

Das 750-jährige Stadtjubiläum nähert sich seinem Höhepunkt. Dazu passt die kulturhistorische Ausstellung „750 Jahre Ratingen – Eine Standortbeschreibung“ perfekt. Die interaktive Schau mit dem Schwerpunkt auf dem Thema „Arbeit“ führt mit insgesamt zehn anregenden Mitmach-Stationen kleine und große Besucher durch die Geschichte der Stadt. Sie zeigt dabei auch spielerisch, wie sich Berufe, Wirtschaft und Arbeitsalltag über die Jahrhunderte in Ratingen gewandelt haben.

Interaktive Schau, anregende Mitmach-Stationen

Materialien wie Papier, Textilien und Keramik sind in der Ausstellung zentral und – dies vor allem – haptisch erfahrbar. Historische und aktuell prägende Ratinger Unternehmen werden vorgestellt, darunter die Papierfabrik Bagel, Keramag Keramische Werke, Tünkers Maschinenbau und viele andere. Zu entdecken ist ein Panorama typischer Ratinger Erzeugnisse und ihrer Produktionsstätten, die inhaltliche Bezüge zur stadtgeschichtlichen Dauerausstellung und der Porzellansammlung von Johann Peter Melchior im Museum herstellen.

Neben historischen Objekten sind auch herausragende Archivalien des Stadtarchivs vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert abwechselnd als Leihgaben zu sehen. In ihnen finden sich Verweise auf die Arbeitswelt der Vergangenheit. Beispielhaft sind die mittelalterliche Urkunde des Grütbierprivilegs für die Bierbrauer aus dem Jahr 1341 sowie die Satzung der Ratinger Schmiedezunft aus dem Jahr 1777 zu nennen. Ein Highlight: Die Stadterhebungsurkunde der Stadt Ratingen, datiert auf den 11. Dezember 1276, ist der primärer Anlass für die Jubiläumsausstellung. Graf Adolf von Berg und seine Frau Elisabeth verliehen Ratingen an diesem historischen Tag die Stadtrechte. Daher sollen die Besucher vom 11. Oktober bis zum 10. November 2026 sowie vom 10.  Dezember 2026 bis zum 5. Januar 2027 die Möglichkeit bekommen, dieses wirklich faszinierende Schriftstück im Original zu betrachten – und vielleicht sogar zu entziffern.

Das Stadtarchiv Ratingen, der Verein für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen, die Volkhochschule Ratingen und die Freunde und Förderer des Museum Ratingen unterstützen als Kooperationspartner die sehenswerte Jubiläumsschau, zu der es auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit geführten Rundgängen, Workshops und Spaziergängen gibt.

Alle Infos zur Ausstellung finden Sie hier: https://www.stadt-ratingen.de/kultur-und-tourismus/museum-ratingen/ausstellungen