
Ratingen | Während andernorts in Deutschland bereits Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen, wenn Bürger ihren Rasen sprengen, geben die Stadtwerke Ratingen Entwarnung: Die Trinkwasserversorgung im Stadtgebiet ist gesichert. Angesichts der anhaltenden sommerlichen Temperaturen und der öffentlichen Diskussion über Wasserknappheit sehen die Stadtwerke Ratingen derzeit keinen Anlass zur Sorge.
Grundwasser als stabile Basis
Ratingen setzt bei der Trinkwassergewinnung überwiegend auf tiefes Grundwasser, das deutlich weniger von kurzfristigen Witterungseinflüssen abhängig ist als oberflächennahe Wasserressourcen. Die Grundwasserstände werden kontinuierlich überwacht und anhand langjähriger Messreihen bewertet – die aktuellen Daten zeigen stabile Verhältnisse. Selbst die jüngste Hitzeperiode mit Temperaturen von über 40 Grad hatte keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. Der erhöhte Wasserbedarf der Bevölkerung konnte jederzeit zuverlässig gedeckt werden. Neben der Eigengewinnung in den Wasserwerken Broichhofstraße und Homberg beziehen die Stadtwerke jährlich rund zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser von der RWW für die Versorgung von Lintorf, Hösel, Eggerscheidt und Breitscheid.
München kämpft mit Ausnahmesituation
Wie angespannt die Lage andernorts ist, zeigt der Blick nach München. Oberbürgermeister Dominik Krause hat wegen einer seit den frühen 1970er Jahren nicht dagewesenen Ausnahmesituation eine Taskforce einberufen, die Maßnahmen zum Wassersparen koordinieren soll. Statt der üblichen 300 bis 350 Millionen Liter pro Tag lag der Verbrauch zeitweise bei über 400 Millionen Litern – die Stadt verbietet inzwischen per Allgemeinverfügung, Fahrzeuge zu waschen, Rasenflächen zu bewässern und Pools zu befüllen, bei Verstößen drohen Bußgelder bis 50.000 Euro.
Auch das Umland im Ruhrgebiet reagiert
Selbst in der Nachbarschaft Ratingens ziehen Behörden bereits Konsequenzen. Die Bezirksregierung Arnsberg hat wegen niedriger Wasserstände in Ruhr, Lenne und Sieg Allgemeinverfügungen erlassen, die jede Wasserentnahme aus diesen Flüssen untersagen – auch kleinere Mengen für private Gärten. Die Regelung soll bis Ende November gelten. Auch die Bezirksregierungen Köln und Münster haben die Wasserentnahme aus Flüssen untersagt und erlauben nur noch das Schöpfen mit Handgefäßen.
Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Vor diesem Hintergrund empfehlen auch die Stadtwerke Ratingen einen bewussten Umgang mit Trinkwasser: Regenwasser für Pflanzen nutzen, Pools abdecken statt neu befüllen, sparsam beim Reinigen von Terrassen und Fahrzeugen sein sowie undichte Leitungen zeitnah reparieren. Die Stadtwerke haben die Situation im Blick und sind auf erhöhte Verbrauchsspitzen vorbereitet.



