Ratingen/Duisburg | Ein Segelschiff steht in einem Schwimmbad, dazwischen hängen Fußballtrikots. Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg-Ruhrort ist in einer ehemaligen Badeanstalt untergebracht. Wo früher Badegäste ihre Bahnen zogen, zeigt es heute, wie Menschen auf Flüssen reisten, arbeiteten und Waren transportierten. Auch der städtische Kinder- und Jugendtreff Eggerscheidt hat das Ausflugsziel für sich entdeckt.
Jugendtreff plant weiteren Ausflug in den Herbstferien
Der Jugendtreff war kürzlich im Museum zu Gast. Wie Michael Baaske berichtet, wird der Ausflug in den Herbstferien wiederholt. Diese dauern in Nordrhein-Westfalen vom 17. bis 31. Oktober. Das Museum bietet historische Technik, detailgetreue Modelle und Exponate zum Anfassen. Derzeit kommt eine Sonderausstellung für Fußballfreunde hinzu.
21 Trikots erzählen Vereinsgeschichte
Die Schau heißt „Vom Anker zum Anpfiff“. Seit dem 15. April gastiert das MSV-Museum damit im Binnenschifffahrtsmuseum, noch bis zum 12. Januar 2027. Im Mittelpunkt stehen 21 Originaltrikots des MSV Duisburg. Sie erzählen von sportlichen Höhepunkten, wechselnden Moden und Sponsoren. Sie zeigen auch, warum ein gestreiftes Stück Stoff für Fans Erinnerungen, Zugehörigkeit und manchmal ein ganzes Lebensgefühl verkörpert. Historische Fernsehaufnahmen und persönliche Geschichten ergänzen die Ausstellung. Ein lebensgroßes Mannschaftsfoto des aktuellen Teams dient als Selfie-Station. Besucher wählen außerdem ihr Lieblingsheimtrikot und stimmen über das misslungenste Auswärtstrikot ab. Die Sonderausstellung ist im regulären Museumseintritt enthalten.
Ratinger Bürgermeister am Mikrofon
Auch nach Ratingen führt eine Verbindung der „Zebras“. Bürgermeister Patrick Anders engagiert sich ehrenamtlich als Kommentator für blinde und sehbehinderte MSV-Fans. Beim Angebot ZebraFM beschreibt das Reporterteam das Spielgeschehen so genau, dass die Zuhörer die Begegnung über Kopfhörer unmittelbar verfolgen können. So erleben auch Menschen das Spiel, die das Geschehen auf dem Rasen nicht oder nur eingeschränkt sehen.
Lastensegler in der Herrenschwimmhalle
Ein Blickfang ist der Lastensegler „Goede Verwachting“ von 1913. Er steht unter vollen Segeln in der ehemaligen Herrenschwimmhalle. In der früheren Damenschwimmhalle können Familien das begehbare Spielschiff „Hermann“ erkunden. Dort erfahren sie, wie der Alltag an Bord aussah. Auf drei Etagen reicht die Ausstellung von den Anfängen der Schifffahrt bis zu modernen Transporttechniken.
Jugendstilbad am Rhein
Die Badeanstalt wurde zwischen 1908 und 1910 errichtet und trägt Jugendstilelemente. Seit 1998 beherbergt sie das Museum. Rhein und Ruhrorter Hafen liegen in unmittelbarer Nähe. Bis Oktober sind zudem die Museumsschiffe „Oscar Huber“ und „Minden“ geöffnet. Die „Oscar Huber“ von 1922 gilt als letzter erhaltener Seitenrad-Dampfschlepper auf dem Rhein. Nach einer mehrmonatigen Restaurierung ist sie seit April wieder zu besichtigen. Besucher gelangen in den Maschinenraum und in die früheren Mannschaftsquartiere. Die „Minden“ ist ein Eimerkettendampfbagger. Ein Spaziergang über den Leinpfad am Rhein führt vom Museum zu den Schiffen. Die Museumsschiffe sind nicht barrierefrei, das Museumsgebäude dagegen schon.
Öffnungszeiten und Eintritt
Das Museum an der Apostelstraße 84 öffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Erwachsene zahlen 4,50 Euro, Kinder und Ermäßigungsberechtigte zwei Euro. Familienkarten kosten sechs Euro für einen Erwachsenen mit Kindern und zehn Euro für zwei Erwachsene mit Kindern. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Donnerstags gilt „Zahl, was du willst“. Das Kombiticket für Museum und Museumsschiffe kostet 6,50 Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder und Ermäßigungsberechtigte. Der Besucherservice ist unter Telefon 0203 283 94140 erreichbar. Informationen zum geplanten Ferienausflug gibt der Jugendtreff unter info@jugendtreff-eggerscheidt.de.




