Ratingen | Eine Banane und eine historische Baumwollspinnerei standen im Mittelpunkt des jüngsten Cromford-Gesprächs. Die Freunde und Förderer des Industriemuseums hatten am Sonntag, 27. September, dazu eingeladen. Referent war Jens Becker.
Er schlug einen Bogen von den Anfängen der Spinnerei bis zur modernen Landwirtschaft. Das Café im Herrenhaus war voll besetzt.
240 Jahre Industriegeschichte
Becker ist Kurator im Freundeskreis. Zudem ist er Finanzchef und Geschäftsführer der LEVACO-Gruppe. Er führte sein Publikum durch mehr als 240 Jahre industrieller Entwicklung. Die Reise begann bei der mechanischen Baumwollspinnerei in Ratingen-Cromford. Sie endete bei Unternehmen, die heute mit Forschung und digitalem Wissen neue Geschäftsfelder erschließen.
Umbrüche als Anstoß
Im Zentrum stand eine Aufgabe, die Unternehmer damals wie heute beschäftigt: der Umgang mit Veränderungen. Absatzmärkte können wegbrechen. Neue Anforderungen entstehen. Becker zeigte am Beispiel von LEVACO Chemicals, wie solche Umbrüche zur Entwicklung neuer Produkte führen können. Unternehmerischer Mut, Wissen und die Bereitschaft zum Risiko bilden dabei die Verbindung zur Geschichte Cromfords.
Schutz für das Bananenblatt
Die Banane machte diese Zusammenhänge greifbar. Becker stellte eine Beschichtung für Bananenblätter vor. Nach seiner Darstellung schützt sie vor Schädlingen und muss seltener aufgebracht werden. Forschung und Vorbilder aus der Natur sollen so zu einer effizienteren Lebensmittelproduktion beitragen. Der gedankliche Weg führte damit von der Verarbeitung der Baumwolle bis zum Schutz einer tropischen Nutzpflanze.
Digitale Assistentin im Einsatz
Auch die Wissensvermittlung von heute war Teil des Nachmittags. Bei Fragen aus dem Publikum bezog Becker seine digitale Assistentin ein. Rund 90 Minuten folgten die Gäste seinen Ausführungen. Anschließend diskutierten sie lebhaft. Beim traditionellen kleinen Imbiss des Fördervereins gingen die Gespräche weiter.
Dank der Vorsitzenden
Die Vorsitzende des Fördervereins der Freunde und Förderer des Industriemuseums Cromford, Hannelore Hanning, dankte dem Referenten. Das Gespräch habe die Herausforderungen neuer Technologien ebenso deutlich gemacht wie die Verantwortung der Menschen in Industrie und Forschung, erklärte sie.
Die historische Verbindung zu Cromford stellte Jens Becker anhand von Innovation, agilen Arbeitsweisen, moderner Unternehmensführung, unternehmerischem Mut und Risikobereitschaft her. Die Banane hatte damit ihren Zweck erfüllt. Sie lenkte den Blick darauf, wie aus Wissen, Neugier und Veränderungsbereitschaft Fortschritt entstehen kann.





