4,7 Millionen Euro für das Mosaik Center – ein Anfang für den Berliner Platz

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Blick auf Ratingens größten Stadtteil aus der Luft, Bild: Nestocom
Blick auf Ratingens größten Stadtteil aus der Luft, Bild: Nestocom

Ratingen-West | Das Mosaik Center am Berliner Platz hat eine umfassende Modernisierung hinter sich. Rund 4,7 Millionen Euro hat die LEG nach eigenen Angaben seit Ende 2023 investiert. Dächer, Fassade, Heizungs- und Elektroanlagen wurden erneuert, Passagen heller gestaltet und das unmittelbare Umfeld aufgewertet. Am Dienstag, 25. August, soll der Abschluss der Arbeiten mit einem großen Mieterfest gefeiert werden.

Die Investition ist ein sichtbares Signal – und für Ratingen-West zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung. Sie kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Herausforderungen am Berliner Platz weit über sanierungsbedürftige Glasdächer und einen neuen Fassadenanstrich hinausgehen.

Über die Zukunft des Platzes wird seit Jahren diskutiert. Noch 2024 wurde in der Ratinger Kommunalpolitik ausdrücklich eine „Revitalisierung des Berliner Platzes sowie des EKZ Mosaik“ gefordert. Im vergangenen Jahr beschäftigten sich mehrere politische Gremien bis hin zum Rat unter der Überschrift „Sicherheit auf dem Berliner Platz“ mit der Situation. Auch das gewerbliche Angebot ist nicht überall stabil: Die LEG vermarktet weiterhin freie Ladenflächen im Center. Eine aktuell angebotene Fläche am Berliner Platz umfasst beispielsweise 125 Quadratmeter, eine weitere Fläche an der Erfurter Straße rund 125,5 Quadratmeter.

Damit wird deutlich: Ein Einkaufszentrum lebt nicht allein von seiner Bausubstanz. Entscheidend sind ein attraktiver und möglichst vollständiger Branchenmix, Sauberkeit und Sicherheit, eine gute Aufenthaltsqualität und vor allem Menschen, die den Platz nicht nur zum schnellen Einkauf nutzen, sondern ihn als Mittelpunkt ihres Stadtteils wahrnehmen.

Gerade in Ratingen-West ist diese Funktion besonders wichtig. Rund um den Berliner Platz entstanden seit den 1970er-Jahren große Wohnanlagen mit vielen Mietparteien. Die LEG selbst beschreibt das Gebiet als „belebte Wohnsiedlung“ und verweist auf Schulen, Kindertagesstätten, soziale Einrichtungen und zahlreiche Freizeitangebote in unmittelbarer Umgebung. Der Berliner Platz ist damit weit mehr als der Standort eines Einkaufszentrums: Er ist für viele Menschen der natürliche Mittelpunkt ihres unmittelbaren Lebensumfeldes.

Dass die LEG diese soziale Dimension grundsätzlich erkannt hat, ist nicht neu. Seit Jahren setzt das Unternehmen auf Mieter- und Quartiersfeste, Kooperationen und Begegnungsangebote. Nach eigener Darstellung veranstaltet die LEG bundesweit rund 50 solcher Aktionen jährlich, um Nachbarn miteinander ins Gespräch zu bringen und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Auch Ratingen gehört regelmäßig zu den Standorten solcher Veranstaltungen.

Genau daran knüpft auch das Fest am 25. August an. Von 13 bis 16 Uhr gibt es auf dem Berliner Platz unter anderem Mitmach-Zirkus, Kinderschminken, Hüpfburg, Torwand, Popcorn und ein Glücksrad.

Auch einige weniger spektakuläre Maßnahmen können langfristig Wirkung entfalten. Der Spielplatz am Berliner Platz 2–4 wurde erneuert, Beleuchtung und Zuwege verbessert. Gemeinsam mit Stadt und Tierschutzverein entstand zudem ein Taubenhaus, mit dem die Verschmutzung der Passagen tierschutzgerecht reduziert werden soll.

Die 4,7 Millionen Euro lösen deshalb nicht alle Probleme des Berliner Platzes. Aber sie schaffen eine Voraussetzung dafür, dass über die nächsten Schritte überhaupt wieder mit einer positiven Perspektive gesprochen werden kann. Aus einer baulichen Modernisierung muss nun eine nachhaltige Belebung werden. Eine gemeinsame Initative mit der Stadtverwaltung wäre wünschenswert um die längst bekannten Problematiken rund um die Himmelshäuser einzudämmen, wenn sie schon nicht letztendlich Lösbar sind. Dazu gehört auch eine längst überfällige Verstärkung des Kommunalen Ordnungsdienstes im Kernproblemfeld sowie ein verlässlicher und regelmäßiger Einsatz der Stadtreinigung und des Grünflächenamtes.

Denn Ratingen-West braucht nicht nur ein schöneres Mosaik Center. Der Stadtteil braucht einen Berliner Platz, an dem man sich wieder gerne aufhält, einkauft und begegnet – und der wieder stärker als gemeinsamer Mittelpunkt der Menschen wahrgenommen wird, die rund um ihn herum wohnen.