MIT Ratingen wirbt für starke Rahmenbedingungen am Flughafen Düsseldorf

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Airbus A 380 über Ratingen im Anflug auf den Düsseldorfer Flughafen, Bild: Alexander Heinz
Airbus A 380 über Ratingen im Anflug auf den Düsseldorfer Flughafen, Bild: Alexander Heinz

Ratingen/Düsseldorf | Der Flughafen Düsseldorf ist für Nordrhein-Westfalen weit mehr als ein Verkehrsknotenpunkt. Er ist Arbeitgeber, Wirtschaftsfaktor und internationales Tor für eine ganze Region – und damit auch für Ratingen von erheblicher Bedeutung.

Nach einem ausführlichen Austausch mit Flughafenchef Lars Redeligx fordert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Ratingen deshalb bessere politische Rahmenbedingungen für den größten Airport des Landes.

Rund 25 Mitglieder und Gäste der MIT waren Anfang August am Flughafen zu Gast. Im Mittelpunkt standen dessen wirtschaftliche Bedeutung, die aktuellen Herausforderungen des Luftverkehrs in Deutschland und die langfristige Entwicklung des Standorts.

Die Dimensionen sind beachtlich: Mehr als 19.000 Menschen arbeiten direkt am Flughafen. Die mit ihm verbundene Bruttowertschöpfung wird mit rund vier Milliarden Euro beziffert, davon 3,3 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen. 2025 nutzten gut 21 Millionen Passagiere den Airport. Für Unternehmen in Ratingen und der gesamten Rhein-Ruhr-Region sind die zahlreichen europäischen und internationalen Direktverbindungen ein wichtiger Standortvorteil.

„Für eine international ausgerichtete Wirtschaftsregion wie Nordrhein-Westfalen ist ein leistungsfähiger Flughafen unverzichtbar“, betont MIT-Vorsitzender Johannes Paas. Gerade Ratingen profitiert dabei nicht nur von seiner unmittelbaren Nähe zum Airport, sondern auch von Arbeitsplätzen, Unternehmensansiedlungen und der guten internationalen Erreichbarkeit.

Wettbewerbsfähigkeit bleibt ein Thema

Nachvollziehbar ist auch die Kritik an den hohen staatlichen Belastungen des deutschen Luftverkehrs. Steuern sowie Sicherheits- und Flugsicherungsgebühren sind gegenüber der Zeit vor der Pandemie deutlich gestiegen. Zwar hat der Bund mit der Senkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 bereits gegengesteuert, dennoch bleibt Deutschland im europäischen Vergleich ein kostenintensiver Luftverkehrsstandort.

Die MIT unterstützt deshalb auch den Wunsch des Flughafens nach größerer betrieblicher Flexibilität. Dabei soll die genehmigte Gesamtzahl der Flugbewegungen nicht erhöht werden. Vorgesehen ist vielmehr, vorhandene Kapazitäten innerhalb des bestehenden Rahmens besser nutzen zu können. In den sogenannten Zweibahnstunden soll der mögliche Stundeneckwert von 47 auf bis zu 60 Flugbewegungen steigen.

Aus betrieblicher Sicht ist dieser Ansatz nachvollziehbar. Wetterlagen, verspätete Maschinen oder Störungen im europäischen Luftraum führen immer wieder dazu, dass sich Flugbewegungen verdichten. Mehr Flexibilität kann helfen, solche Situationen effizienter abzuarbeiten, Verspätungen schneller abzubauen und damit möglicherweise auch Verschiebungen in die besonders sensiblen Abendstunden zu vermeiden.

Für Ratingen bleibt dennoch wichtig, dass die Interessen der unmittelbar vom Flugverkehr betroffenen Stadtteile weiterhin berücksichtigt werden. Die Nähe zum Flughafen bringt wirtschaftliche Vorteile, sie bedeutet aber zugleich Belastungen, die ernst genommen werden müssen. Dazu gehört neben dem Fluglärm auch ein Thema, das beim Austausch der MIT nach den vorliegenden Informationen nicht zur Sprache kam: die Belastung einzelner Ratinger Wohngebiete durch sogenannte Flughafenparker.

Insbesondere in flughafennahen Ortsteilen beschäftigt dieses Problem Politik und Anwohner seit längerer Zeit. Die gewachsene und inzwischen etablierte Kommunikation zwischen Ratinger Akteuren und dem Flughafen bietet jedoch eine gute Grundlage, auch diese Frage konstruktiv anzusprechen. Es wäre zu wünschen, dass sie bei einer der nächsten Gelegenheiten auf die gemeinsame Agenda kommt.

Der Besuch der MIT macht insgesamt deutlich, wie eng Ratingen und der Flughafen miteinander verbunden sind. Ein wirtschaftlich starker und wettbewerbsfähiger Airport liegt auch im Interesse der Stadt. Entscheidend bleibt, wirtschaftliche Entwicklung, einen effizienten Flugbetrieb und die berechtigten Interessen der Nachbarschaft miteinander in Einklang zu bringen.