Der Sackerhof: Eine Familiengeschichte, die Früchte trägt

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Jan Zimmermann auf einer seiner Apfel-Plantagen. Foto: Iljana Strenger
Jan Zimmermann auf einer seiner Apfel-Plantagen. Foto: Iljana Strenger

Ratingen. Ob Erdbeeren, Äpfel, Spargel, Himbeeren oder Kürbisse zu Halloween: Auf dem Sackerhof in Ratingen-Tiefenbroich, den Jan und Daniela Zimmermann betreiben, findet man alles, was das Obst- und Gemüseherz begehrt. Eines gerät dabei jedoch häufig in den Hintergrund: Der Hof blickt auf eine lange Familiengeschichte zurück und ist bis heute eine echte Herzensangelegenheit.

Bereits seit 1985 ist der Sackerhof in den Händen der Familie Zimmermann. Mit dem Gedanken, eine Schweinezucht aufzubauen, übernahm Bernd Zimmermann vor mehr als 40 Jahren den damaligen Ackerbaubetrieb. Die Schweinzucht verlor man jedoch schnell aus den Augen. Stattdessen schlug der Hof bald eine andere Richtung ein: „Aufgrund von Problematiken wie einer möglichen Geruchs- oder Lärmbelästigung und dem geringen Entwicklungspotenzial entschied sich mein Vater dann doch für die Intensivierung des Obst- und Gemüseanbaus“, erklärt Jan Zimmermann.

Mit den ersten Anbauprodukten wie Grünspargel, Erdbeeren und Kürbissen wurde daraufhin der Grundstein des heutigen Sackerhofes gelegt. Und das Konzept scheint aufgegangen zu sein: Noch heute erfreuen sich die Produkte des Hofes einer großen Beliebtheit. Das Sortiment an angebauten Obst- und Gemüsesorten ist dabei über die Jahrzehnte stark gewachsen: Verschiedene Spargelsorten, Mais, Aprikosen, Kirschen, Johannisbeeren, Pflaumen, Zwetschgen, Birnen und viele weitere Obst und Gemüsesorten finden sich heutzutage auf den 25 Hektar großen bewirtschafteten Flächen und nach der Ernte im eigenen Hofladen wie Hofcafé wieder.  Aufstocken möchte man das Sortiment dennoch weiter: „Wir probieren uns immer wieder an neuen Obst- und Gemüsesorten aus“, verrät Jan Zimmermann. Nachdem der Anbau von Melonen in diesem Jahr aufgrund einer gelösten Plane gescheitert ist, versuchen sich Jan und Daniela Zimmermann nun in den Wintermonaten am Anbau von Feldsalat.

Die eigens angebauten Produkte lassen sich dabei nicht nur nach der Ernte im eigenen Hofladen ersteigern. Nein, wer selbst die Beine in die Hand nehmen möchte, kann sich direkt auf die Felder begeben und die gewünschten Früchte eigenständig pflücken. Und das Angebot steht auch noch jetzt: „Bis zum Ende des Monats können noch Äpfel gepflückt und Kürbisse gesammelt werden“, sagt Jan Zimmermann. Wer seine Ernte lieber anderen überlassen möchte, wird im Hofladen fündig, der ganzjährig geöffnet ist. „Abgesehen von der Winterzeit haben wir jeden Tag geöffnet“, erklärt Jan Zimmermann. In den Wintermonaten legen die Familie Zimmermann und ihre Mitarbeitenden lediglich sonntags eine Pause ein. Aber auch wenn der Winter für Jan Zimmermann die ruhigere Jahreszeit ist, schlägt sein Herz besonders für den Frühling: „Wenn das gute Wetter kommt und die ersten Knospen auf dem Hof aufgehen, ist die Laune am besten“, erklärt er. Mit dem Frühling beginnt außerdem die Ernte seiner Lieblingsfrucht: Der Erdbeere.

Beim Betreten des Sackerhofes fällt vor allem eines ins Auge: Die Leidenschaft, mit der sie Familie den Hof betreibt. Und dafür bekommen Daniela und Jan Zimmermann auch etwas zurück: „Ich finde das Schönste an der ganzen Sache ist die Wertschätzung für die Produkte und für unsere Arbeit, die einem hier auf dem Hof entgegengebracht wird“, sagt Jan Zimmermann. Besonders stolz ist die Familie Zimmermann außerdem auf die Entwicklung des Hofes über mehrere Generationen hinweg: „Jede Generation hat hier auf dem Hof ihren Beitrag geleistet und ihn zu dem gemacht, was er heute ist.“, sagt Jan Zimmermann. Deshalb möchte man den traditionsreichen Hof auch so lange weiterführen, wie es geht. Auch eine Weitergabe des Hofes an die nächste Generation ist denkbar – vorausgesetzt natürlich, die Kinder möchten diesen Weg eines Tages selbst einschlagen.

An Bernd Zimmermanns damaligen Plan, eine Schweinzucht zu betreiben, erinnern heute nur noch die beiden Hängebauchschweine, die sich die Familie als Haustiere hält. „Das Ganze war aber nur ein Gag zu unserer Hochzeit“, erklärt Jan Zimmermann. Ganz so leicht hat es die Familie mit ihren Schweinen jedoch nicht: „Die beiden geraten häufig aneinander, wir überlegen schon das Gehege zu trennen. Ausgerissen sind die beiden auch schon mal“, gesteht Jan Zimmermann. Damit scheint sich der Fokus auf den Obst- und Gemüseanbau als die richtige Entscheidung erwiesen zu haben – schließlich prägt dieser den Sackerhof bis heute.

Derzeit versuchen Jan und Daniela Zimmermann Feldsalat anzubauen. Foto: Strenger

Ein neues Projekt des Sackerhofes: Der Anbau von Feldsalat.