Ideen, Pizza und der Mut, einfach anzufangen. Das Young Founders Network Rhein/Ruhr ist in Ratingen gestartet.

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Veranstaltung der Young Founders, Bild: Henry Dietl
Veranstaltung der Young Founders, Bild: Henry Dietl

Ratingen | Henry Dietl und Louis Enste wollen junge Menschen zusammenbringen, die etwas Eigenes aufbauen möchten.

Eine Geschäftsidee im Kopf – aber keinen Plan, mit wem man darüber reden kann? Genau da wollen Henry Dietl und Louis Enste ansetzen. Die beiden haben die Regionalgruppe Rhein/Ruhr des Young Founders Network ins Leben gerufen. Am vergangenen Freitag, 16. Oktober, feierte das neue Netzwerk im LivingRoom Ratingen seinen Auftakt: mit Gründergeschichten, Fragen aus dem Publikum und Gesprächen bei Pizza und Getränken.

Der Anspruch der Initiatoren ist klar: Die erste Idee soll eine Chance bekommen. „Wir wollen, dass aus ‚Ich habe eine Idee‘ nicht irgendwann ‚Ich hätte es mal versuchen sollen‘ wird“, sagt Henry Dietl. In der Region gebe es junge Menschen mit enormem Potenzial. Was häufig fehle, seien Kontakte zu erfahrenen Gründern und Gelegenheiten für einen ehrlichen Austausch.

Wie unterschiedlich der Weg ins Unternehmertum aussehen kann, zeigte die Gesprächsrunde des Abends. Zu Gast waren Marvin Tekautschitz, Mitgründer und Geschäftsführer von Pedlar, und der digital zugeschaltete Solaregy-Mitgründer Morris Haid. Sie berichteten über ihren Werdegang, schwierige Entscheidungen und Erfahrungen beim Aufbau eigener Projekte.

Tekautschitz beschäftigt sich mit einer Herausforderung aus dem Unternehmensalltag: Das Essener Unternehmen Pedlar vereinfacht die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen, die Firmen nur gelegentlich benötigen. Dahinter steckt die Idee, aufwendige Bestellprozesse zu bündeln und Einkaufsabteilungen Arbeit abzunehmen.

Haid brachte eine Gründungsgeschichte mit besonderem Ratingen-Bezug mit. Gemeinsam mit Florian Legermann entwickelte er aus einem Schülerwettbewerb heraus die Idee für Solaregy. Ihr Produkt RaffSun verbindet Sonnenschutz mit Stromerzeugung: Fensterflächen sollen mithilfe von Photovoltaik an den Verschattungselementen Energie liefern. Der gemeinsame Weg begann 2018 beim „changes.Award“. Ein Beispiel dafür, wie aus einem Schulprojekt eine unternehmerische Aufgabe werden kann.

Nach der Gesprächsrunde ging der Austausch weiter. Die Gäste stellten eigene Projekte vor, knüpften Kontakte und diskutierten Ideen. Genau diesen unkomplizierten Zugang möchten die Organisatoren auch künftig ermöglichen. „Niemand sollte das Gefühl haben, mit seiner Idee allein dazustehen“, sagt Louis Enste. Zum Konzept gehöre, offen über Erfolge und Fehler zu sprechen – und Menschen zusammenzubringen, die vielleicht irgendwann gemeinsam etwas aufbauen.

Das bundesweite Young Founders Network richtet sich vor allem an Menschen unter 25. Ein eigenes Unternehmen ist keine Voraussetzung: Auch wer gerade erst eine Idee entwickelt, kann Anschluss finden.

Nach dem Start in Ratingen sind weitere Treffen angedacht, voraussichtlich auch in Bochum oder Essen. Angesprochen sind ausdrücklich Schülerinnen und Schüler, Studierende und junge Gründungsinteressierte. Die nächste Geschäftsidee darf also noch ganz am Anfang stehen.

Weitere Informationen: www.youngfounders.network

Veranstaltung der Young Founders, Bild: Henry Dietl
Veranstaltung der Young Founders, Bild: Henry Dietl