Ratingen. Die Stadt Ratingen hat fristgerecht Stellung genommen zum Antrag des Flughafens auf Kapazitätserweiterung und sich dabei deutlich für den Schutz der Bevölkerung vor mehr Lärm eingesetzt. Gemäß Ratsbeschluss wurde die formelle Stellungnahme im Zuge des Offenlageverfahrens durch ein Schreiben an NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer flankiert, in dem die Stadt Ratingen ihre Haltung gegenüber dem Flughafen und seinem Antrag konstruktiv-kritisch zusammenfasst.
Hintergrund der aktuellen Stellungnahmen ist, dass der Flughafen seinen Antrag auf Kapazitätserweiterung aus dem Jahr 2015 erneut geändert und im Dezember 2025 in der veränderten Form eingereicht hat. Die Stadt Ratingen hatte bereits im Zuge der beiden ersten Offenlagen nasch eigenen Angaben Einwendungen erhoben. Diese Stellungnahmen bleiben gültig und wurden nun ergänzt durch Ausführungen zu den geänderten Unterlagen. In ihrer Stellungnahme betonen Rat und Verwaltung, dass ihnen die Bedeutung des Flughafens für den Wirtschaftsstandort Ratingen bewusst sei und dass ihnen an einem gedeihlichen Miteinander gelegen sei. Gleichwohl seien einige der beantragten Änderungen für die Ratinger Bürgerinnen und Bürger nicht tragbar.
Die Stadt Ratingen begrüßt zunächst, dass die Abschaffung der Gesamtobergrenze von 131.000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten des Jahres nicht mehr weiterverfolgt wird. Allerdings enthält auch der neue Antrag, der vor allem auf eine Flexibilisierung des Flugbetriebs abzielt, Forderungen, die zu spürbar mehr Lärm führen und damit viele Menschen in Ratingen belasten würden. Es ist vor allem zu befürchten, dass es künftig weniger Lärmpausen gibt, weil der Flughafen die so genannten Spitzenzeiten flexibel und beliebig über den Tag verteilen möchte. Und auch eine Zunahme der nächtlichen Landungen nach 22 Uhr wird befürchtet, da der Flugbetrieb durch die maximale Ausnutzung der Zweibahnkapazität bei 60 Starts und Landungen pro Stunde verspätungsanfälliger werden dürfte.




