Ratingen | Der Ostbahnhof gehört zu den markanten Verkehrspunkten der Stadt. Seit 1872 ist er Teil der Eisenbahngeschichte Ratingens – heute vor allem für Pendlerinnen und Pendler von Bedeutung. Über die S-Bahn-Linie S6 ist Ratingen Ost an die Achse zwischen Düsseldorf und Essen angebunden. Busbahnhof, Park-and-Ride-Flächen und Radstation ergänzen das Areal, das denkmalgeschützte historische Bahnhofsgebäude bildet seit Jahrzehnten seinen sichtbaren Mittelpunkt.
Sanierung kommt voran – Umfeld hinkt hinterher
Gerade dieses Gebäude verändert sein Gesicht. Die Sanierung durch einen privaten Investor schreitet sichtbar voran, die restaurierte Fassade lässt bereits das Potenzial des Standorts erkennen. Im Inneren wird noch gearbeitet; geplant ist eine Nutzung als Gastronomie- und Veranstaltungsort. Das Umfeld hingegen erzählt noch eine andere Geschichte: verblasste Fahrradabstellanlagen, ein funktionsloses Gerüst der früheren Abfahrtsanzeige und ein Bahnhofsvorplatz, der in Teilen noch an Jahre des Leerstands erinnert.
Politik will Gesamtbild verbessern
Im Bezirksausschuss Mitte wurde deshalb deutlich, dass die Politik die Gebäudeentwicklung nicht isoliert betrachten will. CDU und Bürger-Union hatten jeweils Anträge eingebracht, beide mit demselben Ziel: das Bahnhofsumfeld aufwerten. Die Überlegungen liefen im Ausschuss zusammen. Die Verwaltung soll ein Konzept entwickeln, das den Ostbahnhof als Eingangssituation für Reisende, Pendler und Besucher stärkt und die geplante Gastronomie sinnvoll einbindet.
Dabei geht es nicht um Einzelmaßnahmen, sondern um eine erkennbare Aufwertung des gesamten Umfeldes. Zur Sprache kamen die Fahrradabstellanlagen, die Ordnung der Flächen rund um die künftige Außengastronomie, die Beseitigung nicht mehr benötigter technischer Relikte sowie die Einbindung des Busbahnhofs und der Ostseite. Auch der geplante südliche Zugang zum Bahnsteig soll in die weiteren Überlegungen einfließen.
Unterschiedliche Schwerpunkte, gemeinsames Ziel
Die Anträge setzten dabei verschiedene Akzente. Die Bürger-Union legte besonderen Wert auf die Fahrradinfrastruktur: Ein neues Fahrradparkhaus auf der Ostseite solle Flächen auf der Bahnhofsseite freimachen – für eine zweite Außenterrasse der künftigen Gastronomie. Die CDU setzte stärker auf kurzfristig umsetzbare Verbesserungen im Bestand: Verlagerung störender Mülltonnen, Entfernung des alten Anzeigengerüsts, Erneuerung der Fahrradabstellanlagen. Außerdem wurde angeregt, das Zugangssystem zum vorhandenen Fahrradparkhaus zu modernisieren und digital nutzbar zu machen.
Verwaltung kündigt erste Schritte an
Die technische Beigeordnete Petra Cremer stellte im Ausschuss in Aussicht, dass die Verwaltung die Fertigstellung des Gebäudes eng begleiten und die politischen Vorschläge in einen übergeordneten Konzeptrahmen einarbeiten werde. Als ersten Schritt nannte sie den Austausch der Radabstellanlagen auf der Bahnhofsseite – eine entsprechende Vergabe unter Einbeziehung von Fördermitteln werde vorbereitet.
Für das weitere Umfeld – Busbahnhof, Ostseite, südlicher Bahnsteigzugang – soll ein erweitertes Konzept erarbeitet werden. Der Bezirksausschuss Mitte begrüßte diese Linie einstimmig. Der politische Auftrag ist damit klar: Der Ostbahnhof soll nicht nur saniert werden, sondern als städtebaulicher und verkehrlicher Ort wieder ein angemessenes Entree für Ratingen erhalten.





