Ratingen-Lintorf | Freitagabend, 30 Grad. Wer sich da freiwillig in eine Sporthalle in Duisburg-Homberg begibt, muss einen guten Grund haben. Die Mixed-Mannschaft des TuS 08 Lintorf hatte gleich mehrere: ein Halbfinale im Duisburger Sommerpokal, ein Gegner namens „Blockwurst” vom GSV Moers — und eine Trainerin, die morgens noch am Nordseestrand gestanden hatte und am nächsten Tag bereits ganztags zur Trainerfortbildung musste. Sie war trotzdem dabei.
Kühl genug
Die Halle in Duisburg-Homberg empfängt die Lintorfer mit einer angenehmen Überraschung: Es ist erstaunlich kühl — zumindest relativ zu dem, was draußen wartet. Beim Einspielen beobachten die Lintorfer ihren Gegner genau. „Blockwurst” macht Eindruck: Einige sehr dynamische Herren, die den Ball mit Nachdruck schlagen können, dazu gute Damen. Die Moerser sind keine Unbekannten im Sommerpokal-Geschäft.
Die erfahrene Lintorfer Mannschaft lässt sich davon nicht beeindrucken. Zu oft hat sie mit ihrer Erfahrung schon jüngere und athletischere Teams geschlagen.
Kurze Sätze, klare Ansage
Eine Besonderheit des Duisburger Sommerpokals: Gespielt wird auf drei Gewinnsätze bis 15 Punkte — nicht bis 25, wie seit 1998 in allen nationalen und internationalen Ligen sowie in der Mettmanner Liga üblich. Das bedeutet: Von der ersten Aufgabe an muss Vollgas gegeben werden, Anlaufzeit gibt es nicht.
Die Lintorfer nehmen das wörtlich. Der erste Satz geht klar mit 15:10 an den TuS 08. Kein Grund, die Aufstellung zu verändern, auch wenn die Mannschaft mit insgesamt elf spielfähigen Akteuren angereist ist. Die fünf Auswechselspielerinnen und -spieler machen am Rand gehörig Stimmung und tragen ihren Teil bei.
Satz zwei: 15:9. Von den neun Punkten der Moerser sind gefühlt sieben Fehlaufgaben der Lintorfer. Inzwischen ist klar, dass die Halle doch nicht so kühl ist wie beim Reinkommen gedacht. Die Hände kleben vom Schweiß, der Ball lässt sich nicht mehr sauber für die Aufgabe anwerfen. Kleinigkeiten — aber im Kurzsatzformat können Kleinigkeiten über Sätze entscheiden.
„Blockwurst” unter Druck
Die Moerser wirken inzwischen frustriert. So hatten sie sich das Spiel nach dem gegenseitigen Beobachten beim Einspielen nicht vorgestellt. Im dritten Satz legen sie noch einmal nach, gehen mehrfach in Führung und zeigen, warum sie ins Halbfinale gekommen sind. Doch die Lintorfer lassen sich nicht beirren, spielen konzentriert ihren Rhythmus runter — und gewinnen auch den dritten Satz: 15:11.
3:0. Finale gebucht.
Doppeltes Lintorfer Finale
Das Endspiel findet in Kalenderwoche 28 statt, Ort, Tag und Uhrzeit sind noch offen. Die Mixed-Mannschaft geht als Titelverteidiger ins Rennen — den Sommerpokal hatte sie bereits im Vorjahr gewonnen und möchte ihn in Lintorf behalten.
Und noch eine gute Nachricht: Bereits einen Tag zuvor hatte auch die Hobby-Herren-Mannschaft des TuS 08 Lintorf ihr Halbfinale gewonnen und steht ebenfalls im Finale — ebenfalls in KW 28. Vielleicht sogar in Lintorf. Zwei Lintorfer Finalisten, ein Wochenende. Der TuS 08 hat sich das verdient.





