(mmm) Der Neubau der Deutschland-Zentrale von Mitsubishi Electric Europe an der Balcke-Dürr-Allee in Ratingen-Ost war im Herbst 2015 ein viel beachtetes Signal für Ratingen und die Region: „Hier sind wir Zuhause. Wir sind Ratinger“, bekennt sich Georg Jennen, als General Manager des japanischen Unternehmens für die Bereiche Personal, Verwaltung, Infrastruktur, Logistik und Marketing-Service zuständig, auch ein gutes Jahrzehnt danach mit Herzblut zum Standort. Auf der „Haben“-Seite der Stadt aus Unternehmensperspektive stehen für den 65-Jährigen zunächst einmal die zentrale Verkehrsanbindung in alle Richtungen („Hoffentlich irgendwann mit der Fertigstellung der A44.“), die Nähe zum Düsseldorfer Flughafen, die vergleichsweise kurzen Wege zu den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und weiteren ansässigen Konzernen, aber natürlich auch der attraktive Stadtkern Ratingens sowie die Nähe zu Düsseldorf.
Heimat sei für ihn da, wo er mit seiner Frau lebe, zudem im Ruhrgebiet, wo er aufgewachsen ist und natürlich in Ratingen, wo er die meiste Zeit verbringt. Zwei Lieblingsplätze hat Jennen in der Stadt: Das Mitsubishi-Bürogebäude in Ost („Wer es noch immer nicht kennt, ist nach Anmeldung herzlich eingeladen!“) und das Cromford Museum, wo er auch geheiratet hat. Wenn man seit 40 Jahren in einer Stadt arbeitet, entwickelt sich natürlich auch eine sehr enge Beziehung zu ihren Menschen und Institutionen. Jennen ist Mitglied im Lions Club, dessen Vorsitz er als Präsident 2021/2022 innehatte, Kurator im Cromford Museum und Mitglied im Unternehmerverband. „Die Teilnahme an lokalen Veranstaltungen mit vielen netten Menschen führen zu einer sehr engen Verbindung.“
Jennen schätzt die offene und herzliche Art, das große persönlich Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger: „Die Stadt ist nicht anonym, sondern sehr menschlich.“ Mithin ein positives Umfeld, um als Unternehmen das soziale wie kulturelle Engagement der Stadtgesellschaft zu unterstützen. „Wir geben gern etwas zurück dafür, dass wir hier am Standort Ratingen arbeiten können.“ An die große Glocke gehangen wird dies indes nicht: „Als global agierender Konzern leben wir unsere Verantwortung am jeweiligen Standort und engagieren uns bei vielen Gelegenheiten – ohne es groß an die Presse zu geben.“
Arbeitsplätze langfristig sichern
Als deutsche Tochtergesellschaft eines internationalen Konzerns treibt Jennen aktuell natürlich die Marktlage und das Wohl und Wehe der globalen Handelsströme um. „Trotz aller Schwierigkeiten im Umfeld tun wir alles dafür, die Arbeitsplätze in Ratingen langfristig zu sichern und den Standort zu erweitern.“ Die wirtschaftliche und politische Lage sei momentan eine große Herausforderung. Indes: „Wir haben als Mischkonzern zum Glück viele verschiedene Produkte und blicken trotz allem positiv in die Zukunft. Bei uns in Ratingen arbeiten Menschen aus 32 Nationen, ohne dass sich die politischen Spannungen auf uns übertragen.“ Und mit Blick auf die Unternehmenskultur der japanischen Mutter: „Ich schätze besonders den sehr respektvollen Umgang miteinander und die Langfristigkeit der einmal getroffenen Entscheidungen.“ Das dürfte sehr gut zu Jennens Naturell passen. Sein Lebensmotto: „Das Leben in jedem Moment genießen und jederzeit respektvoll mit anderen Menschen umgehen.“ Er sei ein Freund der Menschen, der mit dafür sorgen möchte, dass jeder ein glückliches Leben führen könne und beruflich für die Dinge arbeite, die ihn erfüllten.
Persönlich beschreibt sich Jennen als einen eher ruhigen Menschen, „der nicht so schnell verbrennt“, mit einem Faible für Tennis und Personal Training sowie für Kunst, Kultur und Architektur, um die Seele baumeln zu lassen. „Ich bin bei allem, was ich mache, entspannt.“ Den Menschen zuhören und geduldig zu sein, das sei sein größtes Talent. Ein wenig aus der Reserve locken, konnten wir Jennen dennoch. Wenn er für einen Tag lang einen anderen Job machen könnte, wäre es die Tätigkeit eines Kochs in einem Sterne-Restaurant. Und mit einem Schmunzeln: „Kaum einer weiß von mir, dass ich als Kind im Alter von sieben Jahren katholischer Priester werden wollte – bis ich das mit dem Zölibat verstanden habe.“





