
Ratingen | Am Sonntag, 27. September, stehen wieder große Landmaschinen in der Innenstadt, Jagdhörner erklingen, und regionale Produkte werden rund um den Marktplatz angeboten. Der Ratinger Bauernmarkt findet zum 30. Mal statt und lädt dazu ein, Landwirtschaft nicht aus der Ferne zu betrachten, sondern ihr unmittelbar zu begegnen.
Von der Idee zur Tradition
Der Markt wollte von Anfang an landwirtschaftliche Erzeuger stärker in den Blick der Stadtbevölkerung rücken. Traktoren und Erntemaschinen auf den Feldern rund um Ratingen kannte damals jeder. Nur wenige Menschen kamen den Maschinen jedoch wirklich nahe, und noch weniger hatten persönlichen Kontakt zu den Menschen, die damit arbeiteten.
Auch Hofläden etablierten sich erst allmählich. Der direkte Weg vom Erzeuger zum Verbraucher war längst nicht so selbstverständlich wie heute. Der Bauernmarkt baute deshalb Brücken: zwischen Stadt und Land, zwischen Verbrauchern und Produzenten, zwischen den Lebensmitteln auf dem Teller und den Menschen, die sie erzeugen.
Überraschungen prägten den Markt
Die großen landwirtschaftlichen Maschinen wurden von Beginn an zum Publikumsmagneten. Der Markt lebte aber immer auch von besonderen Überraschungen. Unvergessen blieb ein kleiner Bauernhof, der für eine Ausgabe in der Nähe des Dumeklemmerbrunnens aufgebaut wurde. Hühner, Kaninchen, Gänse, Enten und Schafe machten Landwirtschaft mitten in der Stadt greifbar, während ein Geflügelzüchter Erzeugnisse des eigenen Betriebs anbot. Für Kinder wurde daraus ein Erlebnis, das weit über einen normalen Einkaufsbummel hinausging.
Regionalität im Trend
In den folgenden Jahren traf der Bauernmarkt auf eine gesellschaftliche Entwicklung, die seinem ursprünglichen Gedanken zusätzlichen Rückenwind gab. Regionale Lebensmittel, kurze Wege und die Frage nach der Herkunft der eigenen Nahrungsmittel rückten zunehmend in den Mittelpunkt. Was zunächst vor allem Begegnung schaffen sollte, wurde damit auch zum Ausdruck eines veränderten Konsumverhaltens.
Programm zum Jubiläum
Dieser Kern ist bis heute erhalten geblieben. Auch beim 30. Bauernmarkt stehen regionale Erzeugnisse, Handwerk, Imker, Jägerschaft und landwirtschaftliche Technik im Mittelpunkt. Im Jubiläumsjahr der Stadt kommen historische Trecker vor dem Rathaus und Planwagenfahrten durch die Innenstadt hinzu. Die Landfrauen sind ebenso dabei wie die Landjugend, dazu zahlreiche Angebote für Kinder. Gäste aus der französischen Partnerstadt Le Quesnoy bringen Spezialitäten ihrer landwirtschaftlichen Schule mit.
Termine am Sonntag
Der Bauernmarkt beginnt um 10 Uhr, die offizielle Eröffnung folgt um 11 Uhr. Von 13 bis 18 Uhr öffnen zudem zahlreiche Geschäfte zum verkaufsoffenen Sonntag.
Nach 30 Ausgaben ist der Bauernmarkt damit weit mehr als ein Veranstaltungssonntag. Er erinnert jedes Jahr daran, dass Landwirtschaft nicht irgendwo stattfindet, sondern direkt vor den Toren der Stadt.





