
(mmm) Dieses Kaffeehaus gehört zur DNA der Stadt: Schon seit 1908 ist das Café Bös in Ratingen eine echte Institution, die seit 2013 in vierter Generation von Alexander Bös geführt wird. Es ist der gelungene Mix aus Tradition und Innovation, die das schmucke Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert auf der Düsseldorfer Straße 26, einst auf der ehemaligen Bruchsteinmauer der Stadtbefestigung errichtet, so unverwechselbar macht. Ob Stuten oder Stollen, Kuchen oder Kekse, reichhaltiges Schlemmerfrühstück oder herzhafter Mittagssnack sowie ein aromatischer Kaffee aus dem stylischen Siebträger: Bös ist ein Ort zum Wohlfühlen und ein echtes Stück Ratingen.
„Das Café Bös ist meine Leidenschaft und mein Herz, die ich in die nächste Generation weitertragen möchte“, erzählt Alexander Bös. Diese hilft in Gestalt von Franziska und Jonas Bös bereits tatkräftig im Unternehmen mit und läuft sich als dann fünfte Generation auch bereits warm. Sohn Jonas wagt den Sprung über den großen Teich nach Florida und wird zunächst in einem Freizeitpark in Orlando seine Erfahrungen in Sachen Events und Catering sammeln. Gar nicht mal so abwegig, wenn man bedenkt, dass Alexander Bös mit seinem Unternehmen „Caab Event“ beispielsweise das Catering für den „Movie Park“ in Bottrop stemmt. Und so werden im verwinkelten Hinterhof des Cafés samt Backstube und Küche neben Backwaren und Torten auch Burger und Burritos, Fingerfood-Vielfalt und Street-Food für jeden Geschmack stets frisch produziert. Räumlich ist man da für die zehn Mitarbeiter in Produktion und Service im Café längst an seine Grenzen gestoßen. Klar, man könnte Produkte zukaufen. Doch nicht bei Bös! „Wir machen alles selber. Dafür stehen wir auch in Zukunft“, so Bös.
Ein Ort zum Wohlfühlen
Und so begrüßt uns der 45-Jährige denn auch mit Bauplänen in der Hand. „Auch wenn die Idee noch so verrückt ist, es gibt immer einen, der sagt: Egal, wir machen das jetzt“, ist seine Philosophie. Auf das Café bezogen heißt das: „Es gibt große Pläne für eine Erweiterung. Die Vorbereitungen, u.a. die Abstimmung mit dem Denkmalschutz, laufen bereits.“ Da fügt es sich gut, dass der berufliche Plan-A von Bös eigentlich Architekt war. Die Plätze im Café sollen von 60 auf 120 verdoppelt, die Fläche für die Produktion gar verdreifacht werden. Platz ist im Hinterhof genug, dann auch wieder für die Außengastronomie mit Kult-Charakter, „Das Huberts“.
Bös sieht sich damit in Verantwortung für seine Mitarbeiter, für die nächste Generation und auch für seine Heimat: „Ich möchte ein echtes Stück Ratingen erhalten und zukunftsfähig machen. Wir sind eines der letzten inhabergeführten Traditionsunternehmen in der Stadt. Da wünsche ich mir, dass die Düsseldorfer Straße, gerade jetzt nach der Beendigung der Bauarbeiten, wieder ein Erlebnis für Kunden wie Gäste ist.“ Für Bös („Ratingen braucht noch mehr Macher und Idealisten für die Innenstadt!“) gehören inhabergeführte Fachgeschäfte genauso dazu wie das Handwerk.
Perspektivreiche Zukunftsmusik. Wir erfreuen uns an der adventlichen Gegenwart mit köstlichem Stollen, dem (weit über die Stadtgrenzen hinaus begehrten) Ratinger Stuten und allerlei vorweihnachtlichem Naschwerk, während aus der Backstube der verführerische Duft von Zimt strömt.



