
(mmm) Ich bin ein Schüren-Fan. Schon immer. Weil man die handwerkliche Qualität der Backwaren, ihre traditionelle Herstellungsweise schmeckt. Und auch, weil Schüren in Sachen Nachhaltigkeit branchenübergreifend Vorreiter wie Vorbild ist. Übrigens schon zu Zeiten, als die Politik das Thema noch gar nicht für sich reklamiert hatte. Was Schüren – in Ratingen mit zwei Filialen in Mitte und Lintorf zu Hause – von industriellen Backketten unterscheidet, ist der konsequente Qualitätsanspruch. Während andernorts oftmals vorgemischte Teige oder künstliche Backbeschleuniger eingesetzt werden, arbeitet Schüren mit natürlichen Rohstoffen, langen Teigführungen (wichtig für den Geschmack) und viel Handarbeit. Das Ergebnis sind Brote und Brötchen, die durch Aroma, Krume und Haltbarkeit überzeugen.
Auch in Sachen Nachhaltigkeit geht Schüren schon lange eigene Wege. Die energieoptimierte Backstube in Hilden, der Einsatz regenerativer Energien, Wärmerückgewinnungssysteme und ein eigenes Elektromobilitätskonzept zeigen, wie umfassend Nachhaltigkeit gedacht wird. Mehr noch: Die Rohstoffe – besonders das Getreide als Basis von allem – stammen, wann immer möglich, aus regionalem Anbau. Natascha Müller-Konrad, die als Quereinsteigerin bei Schüren begann und für die beiden Filialen in Ratingen die Verantwortung trägt: „So bleibt die Wertschöpfung in der Region, die Transportwege werden kurz gehalten.“
Führungskräfte selber “backen”
Die 45-jährige Mutter zweier Kinder ist gelernte Malerin und Lackiererin, kam 2019 zu Schüren und machte 2023 eine berufsbegleitende Ausbildung zur Bäckerei-Fachverkäuferin. Mit Ratingen fühlt sie sich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich eng verbunden. Der direkte Kontakt zu den Menschen, die sie täglich in der Filiale begrüßt, prägt ihren Alltag genauso wie eine fest verwurzelte Nachbarschaft, die für sie ein wichtiges Stück Heimat geworden ist. Seit 2024 ist sie als Beisitzerin im Vorstand der Werbegemeinschaft Lintorf, gleichzeitig die Verantwortliche für den Martinsmarkt in Lintorf. Ihr Weg zu Schüren war ein bewusst gewählter Schritt in ein Unternehmen, „das Menschen nicht nur beschäftigt, sondern fördert“. So legt Schüren unter dem Motto „Führungskräfte selber backen“ großen Wert darauf, Talenten Entwicklungschancen zu geben und Verantwortung in die Hände derjenigen zu legen, die echtes Interesse am Bäckerhandwerk und an der Filialführung mitbringen.
Die Geschichte der Bäckerei reicht bis ins Jahr 1905 zurück. Aus einem kleinen Familienbetrieb entwickelte sich ein Unternehmen mit heute knapp zwanzig Filialen im Kreis Mettmann, Düsseldorf, Solingen und Wuppertal. Ratingen spielt dabei eine wichtige Rolle: Während die Filiale in der Mitte mit ihrer zentralen Lage punktet, überzeugt Lintorf durch ein familiäres Umfeld und ein erweitertes Café-Angebot.
Was Schüren ausmacht, ist seine klare DNA: Hier verbindet sich Tradition mit persönlicher Leidenschaft. Handwerklich hergestellte Lebensmittel, Ehrlichkeit bei den Zutaten und eine Unternehmensphilosophie, die Nachhaltigkeit nicht als Trend versteht, sondern als Grundhaltung. Im Sortiment unterscheidet man klassisch Brötchen und Gebäcke sowie das große Voll-Wert-Sortiment, Toujour und Select-Sortiment. Was alle Bereiche verbindet: Sie kommen ohne Fertigmischungen, ohne künstliche Backmittel aus. Der Sauerteig wird selbst gezogen, die Getreidebestandteile für die Vollwertprodukte frisch gemahlen, ein Großteil der Rohstoffe stammt aus der Region. Aktuelle Renner sind die Weihnachts-Backwaren wie Marzipanstollen oder Spekulatius. Echte Bestseller sind der Apfel-Calvados- sowie der Macadamia-Stollen, der ganz ohne Citronat und Orangat auskommt, dafür aber mit Cranberries, Pistazien und weißer Schokolade ein Genuss-Erlebnis bietet.



