Spielzeugmuseum im Trinsenturm: „Große Ideen aus Ratingen in klein“

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Kuratorin Bettina Dorfmann hat für die Ausstellung im Trinsenturm Produkte der Ratinger Industrie zusammengetragen, die für Kinder als Spielzeuge entwickelt wurden und teilweise heute noch angeboten werden. Foto: Achim Blazy

(mmm) Die aktuelle Jubiläumsschau im Museum Ratingen „750 Jahre Ratingen − eine Standortbeschreibung“ ist ein großer Wurf. Der kulturhistorische Anspruch der Ausstellung wird farbenfroh, informativ und mit zehn Mitmach-Stationen interaktiv höchst attraktiv für Jung und Alt in Szene gesetzt. Parallel dazu läuft bis zum 31. Oktober im Spielzeugmuseum im Trinsenturm (Wehrgang 1) die Ausstellung „Spielerisch zum 750. Stadtgeburtstag: Große Ideen aus Ratingen in klein“. Für Groß und Klein lohnt es sich, in den Herbstferien das Eine zu tun ohne das Andere zu lassen, also beide Ausstellungen, die miteinander verzahnt sind, zu besuchen.

Die sehenswerte Ausstellung zeigt Produkte der Ratinger Industrie, die für Kinder als Spielzeuge entwickelt wurden und teilweise heute noch angeboten werden. Bestes Beispiel ist der Motorroller Vespa, der in vielen verschiedenen Größen und Varianten sehr beliebt ist. Der „Vespa Motorroller 125 Königin“ wurde von 1950 bis1954 von den Hoffmann-Werken in Lintorf gebaut. Heute ist dieses Modell ein begehrtes Sammlerstück und das Lieblingsexponat von Bettina Dorfmann, Kuratorin der Ausstellung und 1. Vorsitzende der Puppen- und Spielzeugfreunde, dem ältesten Museumsverein in Ratingen. Im Trinsenturm kümmert sich Dorfmann um die Konzepte der Spielzeugabteilung, Workshops, Kindergeburtstage und die Schätztermine des Museum Ratingen.

Constructa, Esprit und Vespa.

Und ebenso findet man noch immer in den Wohnungen und Puppenstuben die Waschmaschine mit dem Bullauge, eine Erfindung der Firma Constructa aus dem Jahr 1951. Die erste Frontlader-Waschmaschine wurde von Peter Pfenningsberg gebaut. Damit diese Maschine einen festen Stand hatte und nicht wegrutschte, war sie extrem schwer und musste im Boden verankert werden. Herausforderungen, die die Besitzer der Miniatur-Modelle natürlich nicht mehr stemmen müssen. In Ratingen wurden die Constructa Waschmaschinen von 1958 bis 1969 produziert. Die ersten freistehenden Waschmaschinen kamen erst Anfang der 1960er Jahre auf den Markt und fanden denn auch in den Wohnungen einen geeigneten Platz. Heute ist Constructa eine Marke der BSH Hausgeräte.

Ein weiteres Ausstellungs-Highlight ist die Modepuppe „Jala“ in den Varianten Blond und Brünett der Firma Esprit, die in der Jubiläumsschau des Spielzeugmuseums einen Ehrenplatz hat und Erinnerungen weckt. Begleitet werden die Exponate durch passende Bücher, Spiele und Figuren. Hinzu kommen Puppenstuben aus verschiedenen Zeiten, ausgestattet mit Möbeln und Design-Artikeln. Alle Themen der Schau stellen eine Verbindung zur kulturhistorischen Ausstellung „750 Jahre Ratingen – eine Standortbeschreibung“ her. Dementsprechend spielen auch im Trinsenturm die Materialien Papier, Metall, Keramik und Textil eine besondere Rolle. So werden zum Thema Stoff und Textil Spinnräder, Webrahmen, Nähmaschinen und ein Stoffladen im kleinen Format gezeigt.