Museums-Geburtstag: Spannende Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst

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Das Stadtmuseum (heute Museum Ratingen) auf einer Fotoaufnahme während der Errichtung des Medienzentrums im Jahr 1989. Foto: Stadtarchiv Ratingen

(mmm) Diese Ausstellung beglückt: Pünktlich zu seinem 100. Geburtstag sowie anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums zeigt das Museum Ratingen aktuell die Jubiläumsausstellung „Linie Fläche Raum“. Die spektakuläre Schau am Peter-Brüning-Platz 1 (Eingang Grabenstraße 21) lädt mit ihren 62 Werken von 28 Künstlerinnen und Künstlern zu einer sinnlichen Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst geradezu ein. Zwei Jahre lang haben Kuratorin Anne Rodler und Museumsleiterin Wiebe Siever einen Parcours aus Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Foto- und Videoarbeiten vorbereitet, dabei auch manches neu- oder wiederentdeckt.

Die Ausstellung setzt einen Schwerpunkt auf geometrische (und lyrische) Abstraktion, macht aber auch die Darstellung von architektonischen Strukturen zum Gegenstand der Auseinandersetzung. Einige Arbeiten wurden eigens für die Geburtstagsaustellung und mit Blick auf die Architektur des Museums kreiert.

„Die Architektur des Museum Ratingen“

Apropos Architektur: Mit der Jubiläums-Schau „Linie Fläche Raum. 100 Jahre Museum Ratingen“ verzahnt sich ab Ende Mai die Ausstellung „Bauen als Kulturbeitrag. Die Architektur des Museum Ratingen“ (29. Mai 2026 bis 28. Februar 2027). Sie präsentiert das Museum Ratingen als einen gesellschaftlichen Ort der Kunst und Architektur sowie der Reflexion über die Geschichte. Ihr Ziel ist es, das Museum mit seiner spannenden, additiven Architektur in der Museumsentwicklung der vergangenen 50 Jahren zu verorten.

Ursprünglich als Heimatmuseum im alten Bürgerhaus gegründet, nahmen in den 1970er-Jahren die ehrgeizigen Pläne zur Museumserweiterung am heutigen Peter-Brüning-Platz Gestalt an. So weist der Museumsneubau, der 1978 eingeweiht wurde, viele stilistische Merkmale der Architektur der 1970er-Jahre auf. 1991 kamen dann im Zuge des sogenannten Museumsbooms großzügige und vor allem lichtdurchflutete Ausstellungsflächen hinzu. Entworfen hat sie damals der Architekt Bruno Lambart, der sich erfolgreich öffentlichen Bauaufgaben widmete. So legt die Ausstellung denn auch einen Schwerpunkt auf dessen Erweiterung des Museumsgebäudes. Anhand von Plänen, Zeichnungen und Fotografien werden Lambarts Ideen für das Museum Ratingen vorgestellt, aber auch weitere Ratinger Bauprojekte – wie beispielsweise das nebenan liegende Medienzentrum – umrissen.

„750 Jahre Ratingen. Eine Standortbeschreibung“

Damit nicht genug: Ab 11. Oktober wird das Museum Ratingen mit der kulturhistorischen Ausstellung „750 Jahre Ratingen. Eine Standortbeschreibung“ die Entwicklung der Stadt von ihrer Gründung bis in die heutige Zeit unter dem Aspekt der Arbeit aufzeigen. Welche Produkte wurden hergestellt? Wie haben sich Handwerk und Industrie entwickelt? Der Wandel der Berufe und des Arbeitslebens soll in der Ausstellung in verschiedenen Stationen anschaulich gemacht werden. Zu sehen sind historische Archivalien, darunter beispielsweise auch die originale Stadterhebungsurkunde von 1276. Unterschiedliche Exponate werden die Industriegeschichte Ratingens von den Zünften über die Industrialisierung zur digitalen Gegenwart beleuchten. Einige echte Ratinger Produkte können dann sogar angefasst und ausprobiert werden.