
(mmm) Auch wenn Janka Hüne seit einigen Monaten nebenan in Düsseldorf wohnt, Ratingen ist der Ort ihrer Kindheit und Jugend, ein Stück Heimat, in das sie regelmäßig zurückkommt, um ihre Eltern zu besuchen und an den Proben des Collegium Musicum teilzunehmen. Die junge Hornistin zählt zum Schwung neuer Musikerinnen und Musiker, die im Orchester, das mit Enrique Carlsson einen neuen Dirigenten am Pult hat, inzwischen für eine geradezu orchestrale Klangfülle sorgen. Ein einfaches Instrument hat sich Hüne für ihre musikalische Karriere – neben ihrem Studium der Kunstgeschichte bereitet sie sich parallel auf die Aufnahmeprüfung für Musik und Medien an der Musikhochschule Düsseldorf vor – nicht ausgesucht: Das Horn gilt aufgrund seiner Tonumfänge und seiner anspruchsvollen Atem- wie Ansatztechnik als eines der am schwierigsten zu erlernenden Instrumente. Immerhin spielt man als Hornistin denn auch eine zentrale Rolle im Sinfonieorchester und in der Kammermusik.
Was Hüne am Instrument, das sie seit ihrem achten Lebensjahr spielt, reizt? „Vor allem der Klang und die Vielseitigkeit. Das Horn kann sehr kraftvoll und laut sein, aber genauso weich und warm klingen. Es wird sehr unterschiedlich eingesetzt, ist unglaublich vielseitig.“ Und mit einem Augenzwinkern: „Außerdem ist das Instrument natürlich auch optisch einfach sehr ästhetisch.“ Ihre musikalische DNA? „Ich habe eine eher zarte Klangfarbe. Gefühlvolle Melodien machen mir häufig mehr Spaß als lautes Schmettern. Gerade leise hohe Töne sind eine Stärke von mir.“
Mit der Musik aufgewachsen
Hüne ist mit Musik aufgewachsen: „Meine Eltern spielen beide Instrumente. In der Musikschule in Ratingen habe ich verschiedene Instrumente ausprobiert, war aber vom Horn sofort begeistert.“ Auch der Weg ins Collegium Musicum war vorgezeichnet: „Der Kontakt kam über den neuen Dirigenten zustande. Enrique Carlson dirigiert ja nicht nur das Collegium Musicum, sondern auch das Orchester der Landesregierung in Düsseldorf, in dem ich schon vorher mitgewirkt habe. Zudem spielt meine Mutter ebenfalls in beiden Orchestern.“ Der künstlerische Anspruch des Ensembles hänge stark mit dem Dirigenten zusammen. Enrique Carlsson arbeite sehr angenehm, gleichzeitig aber auch anspruchsvoll. „Er fordert viel, ohne zu überfordern – und genau das macht die Probenarbeit besonders motivierend.“ Hüne schätzt die Atmosphäre und das Arbeiten – dazu gehöre auch die Proben-Organisation und der Auf- wie Abbau – mit dem Collegium Musicum: „Jeder bringt seine unterschiedlichen Fähigkeiten mit, alle investieren Zeit und Arbeit, damit am Ende ein gemeinsames Projekt entstehen kann. Das macht für mich den Reiz aus.“
In Ratingen führt Hüne der Weg immer wieder zum Grünen See im Erholungspark Volkardey: „Für mich ist das ein besonderer Ort, weil ich dort viele Erinnerungen gesammelt habe und die Atmosphäre einfach sehr schön finde.“ An Ratingen schätzt die Musikerin den lebens- wie liebenswerten historischen Stadtkern, die netten, kleinen Cafés sowie die vielseitigen kulturellen Angebote, „die man manchmal erst entdecken muss, die dann aber umso schöner sind“. Fehlt was? „Noch größere Möglichkeiten für Nachwuchsmusiker, sich zu entfalten.“ Apropos entfalten: Hüne studiert Kunstgeschichte, hat aber gemerkt, dass ihr Herz noch stärker für die Musik schlägt. Deshalb bereitet sie sich auf die Aufnahmeprüfung für Musik und Medien an der Robert Schumann Hochschule vor. Denn: „Dieser Studiengang würde meine weiteren künstlerischen Interessen mit der Musik verbinden.“ Und im Collegium Musicum hat man angefangen, sich auf das Konzert am 15. November vorzubereiten, in dem u.a. Beethovens 7. Sinfonie zur Aufführung kommt. Hüne: „Für das Horn nicht ganz einfach.“
Privat hat sie ein Faible für die Werke von Gustav Mahler: „Seine Symphonien finde ich unglaublich vielfältig: von riesigen Klangmassen, in denen das ganze Orchester aufspielt, bis hin zu ganz zarten Momenten, in denen man nur einem einzelnen Musiker lauscht.“ Hinzu kommen auch persönliche Erinnerungen, die sie im vergangenen Jahr bei den Proben zu Mahlers 2. Symphonie für ein Konzert in der Düsseldorfer Tonhalle gesammelt hat. Immer nur E-Musik? „Je nach Laune höre ich natürlich auch Pop- und Rockmusik und gehe gerne mal auf Festivals.“




