
Ratingen. Der Ratinger Arkadenhof hat am Samstag wieder gezeigt, dass Kunst nicht zwangsläufig in stillen Galerieräumen stattfinden muss. Beim „Montmartre 26“ präsentierten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten, kamen mit Besuchern ins Gespräch und ließen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Trotz einiger kräftiger Regenschauer blieb die Resonanz gut – und auch die Stimmung auf dem Hof erstaunlich unbeeindruckt vom Wetter.
Zwischen Malerei, Grafik, Fotografie und Skulpturen wurde geschaut, gefragt und gefachsimpelt. Wer selbst kreativ werden wollte, konnte bei verschiedenen Mitmachangeboten und Workshops auch eigene künstlerische Versuche starten. So wurde aus dem Rundgang durch die Ausstellung für den einen oder anderen schnell der Versuch, selbst zum Künstler zu werden.
Für Friedel Eichler-Josten, die mit Acrylfarben und Marmormehl arbeitet, lag ein besonderer Reiz gerade im Veranstaltungsort. „Ich habe bereits viele Ausstellungen in der Umgebung gemacht, aber hier im Freien ist das noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre“, erzählt die Künstlerin. Kunst unter freiem Himmel bringt schließlich nicht nur die Werke, sondern auch die Umgebung stärker ins Spiel. Ganz ohne Kaufinteresse blieb der Tag ebenfalls nicht. Andreas Bloch bot eigene Arbeiten aus Besteck an und konnte mehrere Stücke verkaufen. Für ihn ist das kreative Arbeiten vor allem eines: „just for fun“. Ganz nebenbei fand die eine oder andere Arbeit damit doch einen neuen Besitzer.
Auch musikalisch hatte der Montmartre einiges zu bieten. Akkordeonmusik und Gypsy Swing begleiteten die Besucher durch den Tag und sorgten dafür, dass es zwischen den Kunstwerken nicht nur beim Stehen und Schauen blieb. Der eine oder andere ließ sich vom Rhythmus sogar zum Schunkeln oder Tanzen animieren – ein Kunstmarkt, auf dem offensichtlich nicht nur die Bilder bewegt wurden.
Für die passende flüssige Begleitung sorgte das Weinhaus Henkel mit verschiedenen Getränken und machte den Rundgang durch den Arkadenhof für die Besucher noch ein Stück gemütlicher. Zwischen Kunst, Musik und dem einen oder anderen Gläschen entstand so genau das, was sich die Veranstalter wohl gewünscht hatten: ein offener Kunst-Tag zum Anschauen, Austauschen und Mitmachen. Und auch wenn der Regen zwischendurch kurz die Regie übernehmen wollte, ließ sich das Publikum die Laune nicht verderben. Vielleicht gehört ein bisschen Wetterfestigkeit in Ratingen inzwischen einfach zum guten Kunstgeschmack.



