Von Frage zu Ergebnis: So kann KI Ratingens Unternehmen verändern

0
3
Bild Alexander Kersten: vlnr Louis Steininger, Christian Rahn, Sascha Kühn vom Living Room Ratingen
Bild Alexander Kersten: vlnr Louis Steininger, Christian Rahn, Sascha Kühn vom Living Room Ratingen

Ratingen. Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Trendthema der großen Technologiekonzerne. Im Gegenteil, auch für kleine und mittelständische Unternehmen wird sie zunehmend zum Werkzeug im Arbeitsalltag. Doch mit den Veränderungen kommt auch die Unsicherheit. Wie kann aus der Herausforderung KI eine konkrete Chance für Unternehmen werden? Der Living Room Ratingen will dabei als Ort für Austausch, Wissen und praktische Erfahrungen Orientierung geben.

Dass künstliche Intelligenz Unternehmen die Arbeit in vielen Bereichen erleichtern kann, liegt auf der Hand. Besonders bei Aufgaben, die jede Woche Zeit fressen ist die KI ein wertvoller Begleiter, erklärt Louis Steininger, der im Living Room Ratingen Unternehmen auch zum Thema KI berät. Ob Angebote, Dokumentation, Mailkommunikation, Protokolle oder Datenpflege, die KI könne Mitarbeitern bei wiederkehrenden Tätigkeiten unter die Arme greifen. Doch ein tiefgreifender struktureller Wandel bringt auch Unsicherheiten mit sich. Das bemerkt auch Louis Steininger: Ob die fehlende Orientierung im Anbieter-Dschungel oder die Sorge sich zu blamieren: Die Skepsis bei den Ratinger Unternehmen sei groß. Hinzu käme, dass viele ein Chat-Tool probiert und es nach zwei Wochen unbeeindruckt erneut weggelegt hätten.

Doch der Living Room Ratingen zeigt: Bei richtiger Anwendung der KI wird auch den kleinen und mittelständischen Unternehmen ein vielversprechender Weg bereitet. „Der Living Room Ratingen arbeitet KI-nativ“, erklärt Louis Steininger. Doch was versteckt sich hinter dieser Bezeichnung? Es beginne bei Mitgliedern im Haus, die selbst im KI-Bereich arbeiten und wertvolle Informationen teilen können. Hinzu käme eine Wissensdatenbank, die so aufgebaut ist, dass KI gut damit arbeiten kann. Ob Dokumente oder Präsentationen – alles läuft problemlos über die KI. „Deshalb schaffen wir ein großes Format wie den Innovationsförderpreis mit einem kleinen Team“, sagt Steininger. Doch auch die Kehrseite gehört hinzu. KI müsse „wie ein Mitarbeiter gebrieft“ werden, sagt Louis. Ohne die Informationen aus Meetings und Absprachen bleibe sie hinter dem Team zurück. Gleichzeitig müsse jeder darauf achten, was mit Daten geschieht und wer am Ende für Ergebnisse verantwortlich ist.

Steiningers persönlicher Rat lautet: „Klein anfangen, aber verbindlich.“ Ein Prozess, der jede Woche Zeit kostet und bei dem Fehler keine gravierenden Folgen haben, könne ein guter Ausgangspunkt sein. Zwei oder drei Mitarbeiter könnten mit entsprechenden Lizenzen ausgestattet und über mehrere Wochen begleitet werden. Danach lasse sich messen, ob die Lösung tatsächlich Zeit spart oder Prozesse verbessert. „Der Sprung ins Großprojekt ist der häufigste Grund, warum KI-Vorhaben scheitern“, so Louis.

Doch zunächst müsse eine zentrale Hürde in Ratingen beseitigt werden: Die intensivere Vernetzung. „Es gibt hier Unternehmen, die dem Thema KI noch immer misstrauen“, sagt Steininger. Auch weil weiterhin viele Irrglauben kursieren würden.  „Aufklären und Raum zum Experimentieren geben, das ist unser Beitrag“, sagt Steininger. Dabei soll auch das anstehende Barcamp zum Thema KI-Tools im Arbeitsalltag am Donnerstag, den ersten Oktober, helfen. Interessierte lernen hier KI-Anwendungen kennen, teilen eigene Erfahrungen und finden gemeinsam heraus, wie sich KI sinnvoll und sicher in den Arbeitsalltag integrieren lässt.

Denn eines steht fest:  Der richtige Umgang mit der künstlichen Intelligenz entscheidet in den kommenden Jahren über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Der zentrale Perspektivwechsel beginnt für ihn dabei an einer einfachen Unterscheidung: „Viele nutzen KI wie einen Chatbot – Frage rein, Antwort raus“, erklärt Steininger. Produktiv werde sie allerdings dort, wo sie ein Ziel bekomme Aufgaben eigenständig bearbeitet und am Ende ein Ergebnis liefere. „Von Ziel zu Ergebnis statt von Frage zu Antwort“ laute die Devise.  Genau darüber soll auch beim kommenden Barcamp am ersten Oktober gesprochen werden.