Neuntklässler von heute, Fachkräfte von übermorgen

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Blick in die Stadthalle während der ABL Veranstaltung, Bild: ABL Ratingen
Blick in die Stadthalle während der ABL Veranstaltung, Bild: ABL Ratingen

Ratingen | Rund 400 Neuntklässler haben bei „Berufe zum Anfassen“ in der Ratinger Stadthalle Berufe praktisch erkundet. Sie brachten Mitschüler in die stabile Seitenlage, verlöteten Kabel, topften Pflanzen ein und warfen einen Blick in einen Verteilerkasten. 20 Unternehmen und Einrichtungen hatten dafür Arbeitsmaterialien, Werkzeuge und Aufgaben mitgebracht.

Mitmachen statt Flyer sammeln

Die Allianz Bildung & Lernen Ratingen e.V. (ABL) organisierte die Veranstaltung bereits zum sechsten Mal in diesem Format. Teilnehmer waren Schülerinnen und Schüler der Ratinger Realschulen und der Martin-Luther-King-Gesamtschule. Die ersten rund 200 Jugendlichen starteten um 8 Uhr. Für einen Durchlauf entlang der Mitmachstationen standen jeweils zweieinhalb Stunden zur Verfügung.

Anders als bei klassischen Ausbildungsmessen stehen dabei keine Flyer und Vorträge im Mittelpunkt, sondern die praktische Arbeit. An einer Station ging es etwa darum, welche Rohstoffe in einem Brot stecken. Viele Aussteller hatten Auszubildende oder junge Beschäftigte geschickt. So begegneten sich Jugendliche und „Profis“ auf Augenhöhe.

„Die Veranstaltung Berufe zum Anfassen soll den Jugendlichen anhand bestimmter Tätigkeiten, die für ein Berufsfeld typisch sind, eine Orientierungshilfe bei der Berufswahl geben“, erläutert Maymol Devasia-Demming von der ABL. Die Stadt Ratingen und die LEG Mieterstiftung förderten das Angebot maßgeblich finanziell.

Breites Feld an Ausstellern

Aus der Wirtschaft waren Amand, Düsseldorf Airport, Fondium, Harry, Edeka Kels, die KKS-Group, Lidl, MIZ Menschen Ideen Zahlen, Jürgen Sämisch, Shofu, Schley’s, Tholl und Tünkers dabei. Den öffentlichen und sozialen Bereich vertraten Agaplesion, die Bundeswehr, die Diakonie, die Johanniter-Unfall-Hilfe, die Pflegeunion, die Stadt Ratingen und die Stadtwerke.

Für die Betriebe geht es um Nachwuchs. Die Neuntklässler von heute sind die Auszubildenden von morgen und die Fachkräfte von übermorgen. Die Jugendlichen waren mit Eifer bei der Sache. „Ich durfte viel ausprobieren, der Mitarbeiter hat uns die Geräte und Werkzeuge erklärt und wir konnten alles benutzen“, sagte eine Schülerin an der Station Elektronik. „Ich fand es toll, dass man praktisch arbeiten konnte“, freute sich ein Schüler an der Station Zahntechnik.

Johanniter erstmals dabei

Auch die Aussteller zogen eine positive Bilanz. Die Johanniter-Unfall-Hilfe war in diesem Jahr erstmals vertreten. „Für uns ist das ein sehr gelungenes Format und wir nutzen die Veranstaltung, um gezielt junge Menschen anzusprechen, die für ein Praktikum, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine spätere Ausbildung bei uns Talent zeigen“, sagt Mark Würger, Teamleiter Erste-Hilfe-Ausbildung.

Infoabend für Jugendliche und Eltern

Einen Informationsabend im Freizeithaus West bot die ABL ergänzend an. Unter dem Titel „Schulabschluss und was danach kommt“ richtete er sich an Schülerinnen, Schüler und Eltern. Daniela Hofreiter und Maximilian Tratsaert stellten die Beratungsangebote der Agentur für Arbeit vor und zeigten Wege zu weiteren Schulabschlüssen auf.

Markus Meurer von der IHK konzentrierte sich auf die duale Ausbildung. Ein Studium wolle er damit keinesfalls abwerten, betonte er. Über Aus- und Weiterbildung sei ein Studium sogar ohne Abitur möglich. Viele Eltern stellten den Fachleuten im Anschluss Fragen.

Ehrenamtliche gesucht

Die ABL sucht Menschen, die Jugendlichen der Klasse 9 ihren Beruf vorstellen möchten, etwa bei einem Berufe-Check oder bei „Berufe zum Anfassen“. Zudem werden laufend ehrenamtliche Bildungspaten und Lesementoren gesucht. Kontakt: devasia-demming@abl-ratingen.de oder Telefon 02102 3058020.

Blick in die Stadthalle während der ABL Veranstaltung, Bild: ABL Ratingen
Blick in die Stadthalle während der ABL Veranstaltung, Bild: ABL Ratingen