Feuerwache West: Stadt hält am Standort fest – Kosten und Zeitplan offen

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Feuerwehr in Ratingen, Einsatzbereit. Bild: Alexander Heinz
Feuerwehr in Ratingen, Einsatzbereit. Bild: Alexander Heinz
Ratingen | Für die geplante Feuer- und Rettungswache West an der Kaiserswerther Straße gibt es weiterhin keinen belastbaren Bau- und Eröffnungstermin. Auch die Kosten lassen sich nach Angaben der Stadt derzeit nicht seriös abschätzen.
Das geht aus einer Antwort auf eine Presseanfrage von „Unser Ratingen“ hervor. Zugleich hält die Verwaltung an ihrer Standortbewertung fest. Die Waldfreunde Düsseldorf/Ratingen hatten Bürgermeister Patrick Anders am 1. Oktober ihre Petition zum Erhalt des Wäldchens am ehemaligen Wasserwerk übergeben.
Auf der Petitionsplattform sind 2.711 Unterschriften verzeichnet, nur ein Teil davon davon (1.299 aus Ratingen) stammt aus Ratingen und ein noch geringerer Teil aus dem betroffenen Stadtteil.
Die Initiative erkennt den Bedarf einer neuen Wache ausdrücklich an, fordert jedoch einen umweltverträglicheren Standort. Sie verweist auf alte Bäume, Lebensräume für Tiere und die kühlende Wirkung der Grünfläche im dicht bebauten Stadtteil. Der Petition haben sich auch Anwohner sowie NABU und BUND Ratingen angeschlossen.
Die Stadt begründet die Standortwahl mit Defiziten bei der Erreichbarkeit. Nach den Erkenntnissen aus Rettungsdienst- und Brandschutzbedarfsplan könne Ratingen-West im Schadensfall derzeit nicht schnell genug erreicht werden.
Mit der neuen Wache an der Kaiserswerther Straße ließen sich nach ihrer Darstellung der gesamte bislang unterversorgte Stadtteil und insgesamt 85 Prozent der Ratinger Bevölkerung innerhalb des ersten Schutzziels von acht Minuten ab Alarmierung erreichen.
Zu den Alternativstandorten: Für die Gothaer Straße nennt die Verwaltung einen Vergleichswert von 81,7 Prozent – knapp 3.000 Einwohner weniger. Die Robert-Zapp-Straße sei insbesondere für die Versorgung von West ungeeignet. Nicht städtische Flächen wurden nach Angaben der Stadt nicht untersucht, weil eine Realisierung dort zeitlich und kostentechnisch nicht kalkulierbar wäre. Damit beruht die Auswahl auf einem Vergleich der tatsächlich verfügbaren Standorten.
Für eine zügige Umsetzung am geplanten Standort spricht sich Hans Rau aus. Der ehemalige Ratsherr für Ratingen-West gilt als ausgewiesener Fachmann für rettungsdienstliche Fragen. „Eine weitere Verzögerung und ein Abwägen von Schutzzielen gegenüber einer konkreten Gefahr von 20.000 Menschen in dem Stadtteil West halte ich für absurd“, sagt Rau. Der Bedarf sei da, die Verpflichtung gegenüber dem Bürger hoch. „Jedes Leben, das auf dem Spiel steht, durch eine weitere Verzögerung der Fertigstellung dieser absolut notwendigen Wache mit nicht realistischen Alternativwünschen zu behindern, ist fahrlässig gegenüber dem Anspruch der Bevölkerung auf bestmögliche Versorgung im Notfall.“
Das Planverfahren läuft bereits seit längerem: Der Rat beschloss am 7. Mai 2024 die Aufstellung des Bebauungsplans W 433 „Kaiserswerther Straße“. Eine wichtige Änderung folgte im Februar 2025. Auf eine zunächst am neuen Standort vorgesehene Interimswache wurde verzichtet. Laut Planbegründung soll die Interims-Feuerwache bis zur Fertigstellung an der Lintorfer Straße weitergeführt werden. Zugleich wurde eine Verkleinerung des Plangebiets um rund 3.000 Quadratmeter vorgesehen, um einen zusätzlichen Eingriff in den Wald zu vermeiden.
Damit sind die Umweltfragen des dauerhaften Neubaus allerdings noch nicht abschließend beantwortet. Die Planbegründung erkennt für den unbebauten nördlichen Bereich eine sehr hohe bioklimatische Bedeutung an. Zugleich erwartet sie aufgrund umliegender Grün- und Waldflächen keine nachhaltige Verschlechterung des Mikroklimas.
In ihrer aktuellen Antwort betont die Stadt, der Erhalt des Baumbestands habe hohe Priorität. Wie viele Bäume erhalten bleiben, welche Fällungen und Versiegelungen erforderlich werden und welche konkreten Ergebnisse zu Artenschutz und Ausgleich vorliegen, benennt sie jedoch nicht. Genaueres solle das weitere Verfahren ergeben.
Ausstehend sind nach Auskunft der Stadt die Offenlage und der Satzungsbeschluss. Die Eingaben der Waldfreunde würden in den zuständigen Gremien im vorgesehenen Verfahren berücksichtigt. Ob daraus Änderungen an der Planung oder Verzögerungen entstehen, geht aus der Antwort nicht hervor. Auch die erfragten Folgen eines Standortwechsels oder einer Verzögerung für die Versorgung werden nicht konkret erläutert.