Mehr als ein Trend: Warum Ratingen Padel spielen will

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Auch Ratingen möchte Padel spielen. Foto: Symbolbild
Auch Ratingen möchte Padel spielen. Foto: Symbolbild

Ratingen. In Ratingen wird nicht mehr nur Tennis gespielt – auf der Anlage des TC Angertal fliegt der Ball inzwischen auch über Glaswände. Mit zwei Padel-Courts hat der Verein eine Trend-Sportart in die Stadt geholt, die längst Massen bewegt – und auch hier immer mehr Freizeitspieler anzieht

Dass der Padel-Sport innerhalb Ratingens längst Anschluss gefunden hat, steht außer Frage: Der Aufnahmestopp für neue Padel-Mitglieder beim TC Angertal angesichts des kaum noch zu bewältigenden Andrangs spricht dabei Bände. Doch was macht den Reiz von Padel aus – und warum begeistert der Sport so viele Menschen? Die Antwort lautet: Padel verbindet, was viele Trendsportarten erfolgreich macht. Es ist leicht zugänglich, schnell und vor allem ein Mannschaftserlebnis. Durch das kleinere Feld und die Wände kommen auch Anfänger rasch in längere Ballwechsel. Gleichzeitig ist der Sport intensiv genug, um erfahrene Sportler zu fordern. Gespielt wird meist zu viert – der soziale Faktor gehört also von Anfang an dazu. Vielleicht liegt genau darin das Erfolgsrezept: Man muss nicht jahrelang trainieren, um Spaß daran zu haben.

Auch der Lintorfer Tennisclub würde den Padel-Sport „ganz klar“ als eine Bereicherung für den Verein ansehen: Denn das Padel-Spielen ist laut dem Lintorfer TC nicht nur extrem leicht zu erlernen und erfüllt den sozialen Faktor, sondern spricht auch Altersgruppen an, die mit dem klassischen, oft trainingsintensiveren Tennis schwerer zu erreichen sind. „Der Padel-Sport würde unsere Clubanlage neu beleben und unser bestehendes Angebot perfekt ergänzen“, heißt es aufseiten des Vorstandes.

Es wird deutlich: Die örtlichen Tennisvereine möchten den Padel-Sport auch den Ratinger und Ratingerinnen zugänglich machen. Dennoch sind die Möglichkeiten für Padel-Begeisterte innerhalb Ratingens mit den zwei bestehenden Padel-Courts des TC Angertal bislang begrenzt. Doch woran scheitert ein Ausbau? Die Ratinger Tennisvereine sind sich hier einig: Es hapert an der Umsetzung. „Die Hürden bei der Realisierung des Padel-Sports sind vielschichtig“, erklärt Arne Dammann, zweiter Vorsitzende des Lintorfer TC. „Neben hohen geforderten Investitionskosten ist in Deutschland vor allem die Bürokratie der größte Bremsklotz“, schildert sie. Zusätzlich hat sich ein weiteres Problem bemerkbar gemacht: Der Lärmschutz. „Das Plopp-Geräusch beim Padel wird baurechtlich oft strenger bewertet als der klassische Tennisschall“, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Auf diesem Wege sind bereits mehrere Anlaufversuche der Ratinger Tennisvereine den Padel-Sport umzusetzen gescheitert. Auch der TuS Breitscheid musste bereits einen Rückschlag einstecken: „Zum Thema Padel in unserem Verein kann ich leider nur mitteilen, dass eine Realisierung aufgrund der Lärmschutzauflagen nicht absehbar ist“, heißt es aufseiten des Vereins. Beim Lintorfer TC hingegen scheiterte ein Versuch bereits vor einigen Jahren. Doch die Zuversicht verliert man hier nicht: „Wir nehmen das Thema derzeit erneut unter die Lupe“, sagt Arne Dammann. Denn eines hat sich beim TC Angertal gezeigt: Ratingen will Padel spielen.