Kupferdiebe legen Ladepark erneut lahm

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Trotz Schnittschutz durchtrennt. Abgeschnittenes Ladekabel, Bild: Stadtwerke Ratingen
Trotz Schnittschutz durchtrennt. Abgeschnittenes Ladekabel, Bild: Stadtwerke Ratingen

Ratingen-Breitscheid | Der Ladepark der Stadtwerke Ratingen am Autobahnkreuz Breitscheid ist erneut Ziel von Kabeldieben geworden. Unbekannte Täter schnitten in der vergangenen Woche mehrere kupferhaltige Ladekabel von den Schnellladestationen ab und entwendeten sie. Die Stadtwerke haben den Vorfall bei der Polizei angezeigt.

Nur noch drei Ladepunkte verfügbar

Die Folgen treffen vor allem die Nutzerinnen und Nutzer der Anlage: Von den insgesamt acht Ladepunkten an den Schnellladesäulen steht derzeit nur noch einer zur Verfügung. Hinzu kommen zwei weiterhin nutzbare Ladepunkte am Normallader. Damit ist die Leistungsfähigkeit des Ladeparks bis zum Einbau neuer Kabel erheblich eingeschränkt.

Schon zweiter Fall an diesem Standort

Besonders ärgerlich ist, dass es sich nicht um den ersten Vorfall handelt. Bereits im März dieses Jahres waren sämtliche Ladekabel aus dem damals noch neuen Ladepark gestohlen worden. Als Reaktion darauf investierten die Stadtwerke in zusätzliche Schutzvorkehrungen und statteten die Kabel mit einem speziellen Schnittschutz aus.

„Dieser macht einen Diebstahl zwar deutlich aufwendiger und unattraktiver, bietet aber leider keinen hundertprozentigen Schutz”, erklärt Sven Bartels, Abteilungsleiter Vertrieb bei den Stadtwerken Ratingen. Die Täter nähmen erhebliche Beschädigungen an den technischen Anlagen in Kauf, um an das in den Kabeln enthaltene Material zu gelangen.

Auch Stadthalle bereits betroffen

Der März-Diebstahl blieb nicht auf Breitscheid beschränkt: Zeitlich zusammenhängend wurde auch der Schnelllader auf dem Parkplatz der Ratinger Stadthalle sabotiert. Die Reparatur der dortigen Anlage zog sich damals über Wochen hin, während die Stadtwerke parallel die Ladepunkte in Breitscheid instand setzten und mit erweitertem Diebstahlschutz nachrüsteten.

Kupferpreis macht Ladeparks zum Ziel

Neben dem wirtschaftlichen Schaden wiegt aus Sicht der Stadtwerke insbesondere die Beeinträchtigung der öffentlichen Ladeinfrastruktur schwer. Gerade an einem verkehrsgünstig gelegenen Standort wie dem Autobahnkreuz Breitscheid sind viele Autofahrer auf verlässlich funktionierende Schnellladesäulen angewiesen.

Bundesweit ist Kabeldiebstahl in den vergangenen Jahren zu einem wachsenden Problem für Betreiber kritischer Infrastruktur geworden. Der hohe Weltmarktpreis für Kupfer macht Ladeparks, aber auch Bahnanlagen und Energieversorger, zu einem lohnenden Ziel für Täter, die erhebliche Sachschäden in Kauf nehmen, um an das Metall zu gelangen.

Ersatzkabel bestellt, weitere Schutzmaßnahmen geprüft

Ersatzkabel für die beschädigten Ladepunkte wurden bereits bestellt. Wann sämtliche Stationen wieder vollständig genutzt werden können, teilten die Stadtwerke zunächst nicht mit. Gleichzeitig prüft das Unternehmen weitere Sicherheitsmaßnahmen, um erneute Diebstähle zu erschweren. Nach mehreren vergleichbaren Vorfällen innerhalb weniger Monate dürfte dabei auch die Frage eine Rolle spielen, wie die städtische Ladeinfrastruktur künftig wirksamer überwacht und geschützt werden kann.