Germania Kaderplaner Frank Zilles: „Oben mitspielen!“

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Frank Zilles ist sportlicher Leiter der Oberliga-Mannschaft von Ratingen 04/19. Foto: Nestoras Stergiopoulos

(mmm) Als Sportlicher Leiter und Kaderplaner ist er der Architekt des Aufschwungs bei Ratingen 04/19: Der Solinger Frank Zilles, für die Germania seit 2019 tätig, kennt den Fußball der Region in seinen Rollen als Spieler, Trainer und Manager wie kaum ein Zweiter. Der 62-Jährige hauptberufliche Disponent bei Emka in Velbert begann seine Fußballerkarriere im Alter von fünf Jahren bei Union Solingen. Es folgten Stationen u.a. beim Wuppertaler SV (damals in der 2. Liga), in Wülfrath, bei Hilden-Nord, TuRu Düsseldorf (als Trainer wie als Sportlicher Leiter) und Baumberg, ehe ihn Präsident Jens Stieghorst nach Ratingen holte. Im Interview spricht Zilles über den aktuellen Stand der Kaderplanung für die kommende Spielzeit – die Saison-Vorbereitung startet am 2. Juli – und die sportlichen Ziele des Vereins. 

Haben Sie den verpassten Aufstieg in die Regionalliga inzwischen verarbeitet? 

Das Thema ist abgehakt. Der Drops gelutscht. Wir schauen nach vorne. 

Mit Blick auf die neue Saison: Was sind die sportlichen Ziele von Ratingen 04/19? 

Wir wollen den nächsten Schritt machen, eine gute Saison spielen und attraktiven Fußball bieten. Und natürlich wollen wir ganz oben mitspielen, in Tuchfühlung zur Tabellenspitze bleiben. Jedes andere Saisonziel wäre ja auch nach der abgelaufenen Saison schön blöd. Indes: Die anderen Mannschaften schlafen auch nicht, haben mitunter stattliche Budgets für ihren Kader. 

Mal ganz ehrlich: Unwohl wird sich Ratingen in der Oberliga auch in der kommenden Saison nicht fühlen. Spiele gegen Velbert, Wuppertal, KFC Uerdingen oder Solingen-Wald werden vermutlich auch mehr Zuschauer anlocken und für emotionale Momente sorgen als die U23 aus Paderborn oder  Westfalia Rhynern … 

Wir wollen nach oben, wir wollen die Liga rocken. Und dennoch: Natürlich hätten wir in der kommenden Saison, trotz der attraktiven Gegner am Niederrhein, lieber in der Regionalliga gespielt. Das gibt in puncto Aufmerksamkeit und Relevanz schon noch mal einen ganz anderen Push. Auch bei der Verpflichtung von Neuzugängen.

Das Grundgerüst der Mannschaft bleibt zusammen?

Es sind noch nicht alle Gespräche final geführt. Aktuell umfasst der Kader 17 Spieler. Anvisiert haben wir 23 bis 24 Spieler. So wollen wir uns u.a. noch mal in der Defensive verstärken.

Jungen, talentierten Spielern eine Bühne bieten

Wie plant man einen Kader für die kommende Saison? Das war ja insbesondere zu Beginn, als die Ligenzugehörigkeit noch nicht feststand, keine leichte Aufgabe …

Zweigleisig zu planen war in der Tat nicht einfach, zumal einige potentielle Neuverpflichtungen unbedingt in der Regionalliga spielen wollten. Aber es sind ja genug Spieler auf dem Markt. Ehemalige Profis kommen für uns dabei nicht infrage. Wir setzen auf junge, talentierte Spieler, denen wir einen Bühne bieten wollen, sich in Ratingen auch für höhere Aufgaben zu präsentieren. Neben der sportlichen Qualität müssen die Spieler auch menschlich zu uns und dem Gefüge der Mannschaft passen.

Genau, die DNA des Vereins …

… hier setzen wir auf eine seriöse Vereinsführung, eine vernünftige Infrastruktur, Nachhaltigkeit und eine Kultur des menschlichen Umganges auf allen Ebenen.

Wie schalten Sie vom Fußball ab?

Vom Fußball schalte ich trotz kleiner Pausen nie ab. Das ist für mich eine 24/7-Leidenschaft.