20 Jahre Freiwilligenbörse: Ehrenamt ist keine Frage des Alters

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20 Jahre Miteinander Freiwilligenbörse, Bild: Alexander Heinz
20 Jahre Miteinander Freiwilligenbörse, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Wer 2006 geboren wurde, ist heute 20 Jahre alt. Genau so alt wird in diesem Jahr auch die Ratinger Freiwilligenbörse. Ein schöner Zufall – und vielleicht der beste Anlass, nicht nur zurückzuschauen, sondern darüber zu sprechen, was Ehrenamt heute und morgen bedeuten kann.

Am 6. April 2006 wurde die Freiwilligenbörse in Ratingen gegründet. Die Initiative ging maßgeblich vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) aus. Zu den prägenden Persönlichkeiten gehörten Dorit Schäfer als erste Vorsitzende und Ideengeberin sowie Erhard Raßloff, der Strukturen mit aufbaute und sich über viele Jahre insbesondere für die Ehrenamtsmeile engagierte. Heute versteht sich die Miteinander.Freiwilligenbörse Ratingen e.V. als überverbandliche Partnerin für das Ehrenamt: Sie berät Menschen, die sich engagieren möchten, vermittelt sie an passende Vereine und Initiativen und begleitet Organisationen bei der Suche nach Freiwilligen.

Aus der ursprünglichen Initiative wurde damit längst eine feste Säule der Ratinger Engagementförderung. Das Land NRW führt die Freiwilligenbörse seit 2006 als offizielle Partnerin der kommunalen Engagementförderung; zu ihren Aufgaben gehören neben der Gewinnung neuer Freiwilliger auch die Vernetzung von Angeboten und die Zusammenarbeit mit der Stadt.

Zum 20. Geburtstag blickt die Börse nun zurück. Gemeinsam mit der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert zeigt sie vom 26. August bis 11. September 2026 in deren Ratinger Geschäftsstelle eine Ausstellung mit 24 Bildtafeln aus zwei Jahrzehnten. Eröffnet wird sie am 26. August um 15 Uhr. Zusammengestellt wurden die Bilder in einer gemeinsamen Aktion von Erhard Raßloff, dem ehemaligen Bürgermeister Klaus Pesch der nun als zweiter Vorsitzender des Vereins sein Engagement einbringt und Helmut Fuhr, der seit über 50 Jahren mit der Kamera das Ratinger Stadtgeschehen porträtiert

Doch die Ausstellung soll mehr sein als ein Fotoalbum vergangener Verdienste. Denn Ehrenamt braucht Nachwuchs. Und dabei geht es keineswegs nur darum, anderen etwas zu geben. Wer sich in einem Verein, einer sozialen Initiative, im Sport, in Kultur, Umwelt, Feuerwehr oder Nachbarschaftshilfe engagiert, lernt Menschen kennen, übernimmt Verantwortung, sammelt Erfahrungen und wird Teil eines Netzwerkes, das im Alltag häufig weit über die eigentliche Aufgabe hinaus trägt.

Gerade deshalb ist der 20. Geburtstag ein guter Moment für die Generation, die mit der Freiwilligenbörse groß geworden ist. Wer heute 20 ist, muss sich nicht für Jahrzehnte verpflichten. Ehrenamt kann projektbezogen, zeitlich begrenzt oder ganz praktisch dort beginnen, wo eigene Interessen liegen. Die Freiwilligenbörse hilft dabei, genau diesen Platz zu finden. Dass sie ausdrücklich auch junge Menschen ansprechen will, zeigte zuletzt ein eigenes Informationsangebot zum „Weg zum jungen Ehrenamt“.

Der oft zitierte Satz, Ehrenamt sei der „Kitt unserer Gesellschaft“, beschreibt deshalb nur eine Seite. Ehrenamt hält Gesellschaft zusammen – aber es schafft zugleich Freundschaften, Erfahrungen und Perspektiven. Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieser 20 Jahre: Wer sich einbringt, verändert nicht nur etwas für andere. Er verändert auch sein eigenes Stück Ratingen.