Haltung mit Heimvorteil

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Podiumsdiskussion mit Dirk Wittmer, Peer Steinbrück, Michael Radau Moderiert wurde der Empfang von Gisela Steinhauer, Bild: Alexander Heinz
Podiumsdiskussion mit Dirk Wittmer, Peer Steinbrück, Michael Radau Moderiert wurde der Empfang von Gisela Steinhauer, Bild: Alexander Heinz

Ratingen (AH) | Der Jahresempfang der Handelsverbände in Düsseldorf war kein Abend für wohlfeile Branchenklagen, sondern ein Treffen mit klarer Botschaft, und die reicht bis nach Ratingen. Es ging um Haltung, Verantwortung und die Frage, wie sich Handel und Gesellschaft in einer Zeit behaupten, in der alte Sicherheiten bröckeln.

Verbandspräsident Michael Radau setzte den Ton. Statt über Bürokratie, Kosten und Kaufzurückhaltung zu klagen, sprach er über demokratische Verantwortung. Wer wirtschaftlich etwas bewege, dürfe sich bei Hetze, Rassismus und Desinformation nicht wegducken. Diese Botschaft passt auch zu Ratingen. Gerade hier, in einer Stadt mit starkem Mittelstand, engagierten Unternehmern und vielen inhabergeführten Geschäften, zeigt sich, wie eng wirtschaftlicher Erfolg, Verlässlichkeit und ein gutes gesellschaftliches Klima zusammenhängen.

Peer Steinbrück beschrieb die größeren Linien. Seine Diagnose: Wir leben nicht in einer vorübergehenden Krise, sondern in einer echten Zeitenwende. Sicherheit, Wirtschaft, Technologie und gesellschaftlicher Zusammenhalt verändern sich gleichzeitig. Das klingt groß, trifft aber auch die kommunale Ebene. Denn die Folgen spüren Städte wie Ratingen ganz konkret, bei Investitionen, Kauflaune, Standortfragen und in der Zukunft des stationären Handels.

Aus Ratinger Sicht bekam der Abend zusätzlich Gewicht durch Dirk Wittmer. Als Unternehmerpersönlichkeit mit starker Verwurzelung in Ratingen und als Vorstandsvorsitzender des Handelsverbandes NRW Rheinland steht er wie kaum ein anderer für die Verbindung von großer Verbandsperspektive und konkreter Handelserfahrung vor Ort. Seit Jahrzehnten prägt er mit Johann + Wittmer beziehungsweise Euronics, mit seinem Engagement im Stadtmarketing und als Vorsitzender von „Aktiv für Ratingen“ die Diskussion über Innenstadt, Frequenz und Standortqualität mit.

Sein Gedanke zum Abschluss blieb hängen: Menschen leisten viel, wenn sie Freude an ihrer Aufgabe haben, Sinn darin sehen und eine Perspektive erkennen. Genau das ist auch für Ratingen die eigentliche Aufgabe, im Handel, im Ehrenamt, in der Politik und in der Verwaltung.