Jens Schmidt: „Ich mag es zu gestalten, Dinge anzustoßen.“

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Jens Schmidt ist seit August 2024 Allein-Geschäftsführer der Stadtwerke Ratingen. Foto: Ansgar Werrelmann/Stadtwerke Ratingen

(mmm) Wenn Ratingen morgens erwacht, das Licht in den Wohnungen eingeschaltet wird, der Kaffee durch die Maschine läuft, wenn Frühsportler ihre Bahnen im Schwimmbad ziehen und Jung wie Alt die Online-Nachrichten des Tages auf ihren Smartphones empfangen – dann sind die Stadtwerke Ratingen, ihre Bäder und die Glasfaser-Tochter „kommitt“ als zuverlässiger „Full-Service“-Versorger unsichtbar immer mit am Start. „Wir sind Treiber der Energiewende und Unterstützer der Lebensqualität vor Ort“, bringt es Jens Schmidt auf den Punkt.

Für den 60-jährigen Essener, seit August 2024 Allein-Geschäftsführer der Stadtwerke Ratingen, bedeutet die Aufgabe in Ratingen – nach seiner Position als kaufmännischer Vorstand der Stadtwerke in Gießen – beruflich signifikant mehr Gestaltungsspielraum und privat ein Stückchen nach Hause kommen. Schmidt lebt mit seiner Frau, die er seit Schulzeiten kennt und die als Chefärztin in Mülheim an der Ruhr arbeitet, wieder in seinem Elternhaus im Stadtteil Bergerhausen. Und wenn er dort morgens um 5 Uhr erwacht, macht er erst einmal Frühsport auf dem Crosstrainer. In jungen Jahren hat er Leistungssport auf der Mittelstrecke betrieben, absolvierte seine Bundeswehrzeit bei der Sportförderkompanie in Kupferdreh. Heute lädt Schmidt seinen Akku mit Sport auf – und mit „Basteln“. Indes nicht mit Schere und Papier, sondern mit „Smart Home“-Erweiterungen und der Vernetzung von Systemen.

Eben auch lauter Zukunftsthemen, ganz wie in seinem Beruf, wo es um die Verantwortung für über 300 Mitarbeiter und die großen Themen Energiewende und Dekarbonisierung geht. „Damit wir die Versorgung in Zukunft klimaneutral aufstellen und die gesteckten Klimaziele erreichen können, ist es essentiell, dass wir planvoll und gezielt vorgehen.“

„Gemeinsam können wir die Herausforderungen meistern.“

Beim Besuch im Büro von Jens Schmidt fallen zwei großformatige Wandfotos in den Blick. Der Strand von Renesse, wie Italien auch ein Sehnsuchtsort der Familie, sowie der Reichstag in Berlin, wenn man so will ein persönlicher Erinnerungsort. Denn Jens Schmidt hat an der TU Berlin zu Zeiten des Mauerfalls Wirtschaftsingenieurwesen studiert, ehe er 1994 in der Energiebranche bei RWE in verschiedenen Funktionen gestartet ist. 2014 wechselte er dann als kaufmännischer Vorstand zu den Stadtwerken Gießen. Was gab, neben dem zusätzlichen Gestaltungsspielraum, den Ausschlag für Ratingen? „Ratingen ist ein spannender Standort, eine Stadt mit idealer Größe und ungemein viel Lebensqualität.“ Mehr noch: „Das Verbindende der Stadtgesellschaft, das wertschätzende Miteinander von Politik und Wirtschaft ist ein echtes Pfund. Man hört einander zu, sucht gemeinsam konstruktiv nach Lösungen.“ Darüber hinaus hat Schmidt die Stadtwerke als gut aufgestelltes Unternehmen übernommen und kennengelernt, das er weiter nach vorne bringen möchte.

Apropos gemeinsam: Auch regionale Kooperationen sind ihm sehr wichtig. „Gemeinsam können wir die kommenden Herausforderungen meistern!“ Bestes Beispiel ist die Rheinisch-Bergische Verbundleitstelle der Stadtwerke in Ratingen und Velbert, die die Netzführung bündeln und den Betrieb wirtschaftlich wie personell zukunftsfähig aufstellen soll, um so die zuverlässige Versorgung der Menschen in beiden Städten zu stärken.

Das Lebensmotto von Schmidt: „Es könnte uns schlechter gehen.“ Diesen Grundoptimismus spürt man im Dialog mit dem Energiemanager als roten Faden. „Ich verstelle mich nicht“, schiebt er nach. Und: Klarheit, Transparenz und Geradlinigkeit seien ein Teil seiner beruflichen DNA: „Ich mag es zu gestalten, Dinge anzustoßen.“ Und dabei könne man lieber einmal um Verzeihung, als hundert Mal um Erlaubnis bitten …