Ratingen. Drei Tage lang wurde im Kreis Mettmann mit Worten um die Wette gerungen, gelacht, gestaunt und entschieden: Die NRW-Poetry-Slam-Landesmeisterschaften 2026 sind am Sonntagabend mit dem großen Finale in der Ratinger Stadthalle zu Ende gegangen. Rund 3.000 Besucherinnen und Besucher verfolgten die insgesamt zehn Shows, mehr als 200 Beteiligte waren im Einsatz.
Was die Meisterschaft besonders machte, war nicht nur ihre Größe. Erstmals wurde der NRW-Slam interkommunal von zehn Städten und dem Kreis Mettmann gemeinsam ausgerichtet. Für Veranstalter Jan-Arndt Schmidt war genau das der Schlüssel zum Erfolg: „Wir hatten einen sehr ambitionierten Anspruch an dieses Projekt.“ Das Ergebnis sei eine Meisterschaft gewesen, die „nahezu die gesamte Szene abbildet“.
Ratingen als große Bühne
Nach Vorrunden in Erkrath, Haan, Hilden, Heiligenhaus, Mettmann und Wülfrath sowie Halbfinals in Langenfeld, Monheim und Velbert landeten die besten neun Poetinnen und Poeten im Finale. Ratingen bot dafür die größte Bühne des Wochenendes. „Das Zusammenspiel war uns sehr wichtig“, erklärt Schmidt. Die Stadthalle sei professionell betreut worden, gleichzeitig habe man aus früheren Veranstaltungen gewusst, „was für eine Stimmung hier herrscht“.
Und diese Stimmung hatte es in sich. Zwischen den Texten sorgten das Gitarrenduo „Das Dynamische Duo“ und NRW-Meisterin 2025 Luise Wolff für musikalische und literarische Akzente. Eine besondere Premiere: Zwei Dolmetscher übersetzten die gesamte Show in Deutsche Gebärdensprache.
Am Ende standen Frieda Lucht, Dilara Yüksek und Evelyn Jolie im finalen Stechen. Das Publikum entschied – und kürte Frieda Lucht zur neuen NRW-Meisterin. Ihre Texte sorgten anschließend für minutenlange Standing Ovations. „Was da beim Finale in Ratingen passiert ist, ist mit Worten kaum beschreibbar“, sagt Schmidt. „Da war eine Euphorie, eine Stimmung, das hätte ich mir nicht erträumen lassen können.“
Mehr als ein Wochenende
Ob die Meisterschaft die Poetry-Slam-Szene im Kreis Mettmann nachhaltig verändert, könne man so kurz nach dem Festival noch nicht sagen, erklärt Schmidt. Einen Aufschwung des Formats beobachtet er aber längst: „Egal mit welchen Häusern man spricht: Man kennt das Format bereits und ist dem auch positiv zugewandt.“
Genau das soll bleiben. Sein Wunsch: Dass die interkommunale Zusammenarbeit der vergangenen vier Jahre fortbesteht. Denn der NRW-Slam habe gezeigt, was entstehen kann, „wenn man von verschiedenen Perspektiven profitieren und lernen“ könne.
Und dann wäre da noch dieser eine Moment hinter den Kulissen: Festivalbeteiligte, die im Festivalzentrum gemeinsam essen, reden und feiern. „Das ist das, wofür ich das gemacht habe“, sagt Schmidt. Das große Finale in Ratingen setzte also nicht nur einen Schlusspunkt unter drei Tage Poetry Slam – sondern vielleicht auch ein Ausrufezeichen für die Szene im Kreis.




