
(mmm) Aufatmen bei den Ratinger Ice Aliens: Am vergangenen Dienstag informierte Bürgermeister Patrick Anders den Vorstand des Eishockey-Vereins über das Ergebnis der „vertieften Prüfungen des Tragwerks“ der Halle „Am Sandbach“, die als „kurzfristig sanierungsbedürftig, aber nicht als akut einsturzgefährdet eingestuft“ wurde. Der Trainings- und Spielbetrieb in der Halle für die 215 Akteure (acht Jugendmannschaften, eine Damenmannschaft und das Regionalliga-Team) kann Mitte Oktober wieder aufgenommen werden. „Vor drei Wochen haben wir keinen Hehl daraus gemacht, dass eine Öffnung der Halle im Oktober zwar möglich, aber unwahrscheinlich ist“, so Anders. „Dass dieses Best-Case-Szenario nunmehr realistisch geworden ist, ist eine angesichts der Umstände sehr gute Nachricht. Und noch etwas ist erfreulich: Nach allen eingehenden Untersuchungen haben wir es jetzt schwarz auf weiß, dass die Halle sanierungsfähig ist und noch eine lange Bestandsperspektive hat. Wir wissen nunmehr genau, was zu tun ist.“ Wir haben nachgefragt bei Ulrich Schmidt, Pressesprecher des Vereins.
Die Ice Aliens können im Oktober in ihre Heimspielstätte zurück. Erleichtert?
Wir sind natürlich erleichtert, dass wir Mitte Oktober, wenn die letzten Freigaben erteilt sind, in die Halle zurückkönnen. Die Stadt hat sich wirklich alle Mühe gegeben, um das Best-Case-Szenario zu verwirklichen.
Die Halle gilt als „kurzfristig sanierungsbedürftig“, aber nicht als „akut einsturzgefährdet“. So richtig beruhigend klingt das indes nicht …
In Deutschland müssen aktuell viele Eishockey-Hallen saniert werden. Da sind die Ice Aliens noch gut bedient. Der Großteil kann ja zudem im nächsten Frühjahr und Sommer im Anschluss an die Eiszeit saniert werden.
Ab wann kann in der Halle wieder trainiert und gespielt werden?
Am 18. Oktober wird das erste Heimspiel gegen Moers auf dem eigenen Eis stattfinden. Wir hoffen, dass wir in der Woche vor dem Spiel wieder auf heimischem Eis trainieren können.
Das waren zuletzt bestimmt viele schlaflose Nächte …
Absolut, schlaflose Nächte und glühende Telefondrähte, insbesondere um Eiszeiten in anderen Hallen zu finden. Aber die Notfallpläne können so langsam wieder in die Schublade …
Welche Auswirkungen hatte die Unsicherheit rund um die Hallenschließung auf den Vorverkauf der kommenden Saison als auch auf die Akquise der Sponsoren?
Das ist ein heikles Thema. Zum jetzigen Zeitpunkt hatten wir im vergangenen Jahr rund 70 Dauerkarten verkauft, in dieser Saison sind es erst zehn. Das läuft, wem will man es verdenken, alles sehr schleppend. Und natürlich strahlt das Thema auch auf unsere Sponsoren-Akquise ab. Viele warten erst einmal ab, wie sich die Situation entwickelt …
Wie geht generell mit der Halle weiter?
Verglichen mit den Hallen in Gelsenkirchen oder Duisburg ist die Halle am Sandbach ja in einem Top-Zustand. Die Substanz der Halle hat Potential für viele weitere Jahre.
Wie lief die Zusammenarbeit zwischen Stadt(spitze) und Verein?
Die Info so kurzfristig vor Beginn der Eiszeit war natürlich unglücklich. Die Kommunikation insgesamt war indes einwandfrei.
Wie sieht es mit dem Saisonetat bedingt durch die Schließung der Halle und externe Eisanmietungen aus?
Externe Eisanmietung kostet viel Geld. Hinzu kommen Aufwandsentschädigungen für die Spieler, Fahrzeuge für Ausrüstung und Equipment, um überhaupt von Halle zu Halle zu kommen. Alles unverschuldete Kosten, die nicht in unserem Etat vorgesehen waren. Nicht zu vergessen die Ausfälle bei Einnahmen und Sponsoren. Nur ein Beispiel: Zu unserer Saisoneröffnung am Sandbach hatten wir mit 500 Zuschauern kalkuliert. In die Ausweichhalle nach Essen kam nur die Hälfte. Wir gehen davon aus, dass wir uns in Gesprächen mit der Stadt auf eine Kompensation einigen können, damit unser Etat gedeckt ist.



