
Ratingen. Mitreden statt nur zuhören: In der Evangelischen Kirchengemeinde Hösel haben Kinder und Jugendliche jetzt offiziell eine eigene Stimme. Rund 40 Menschen im Alter von acht bis 27 Jahren gründeten am 9. Juli die „Evangelische Jugend Hösel“ – die neue Kinder- und Jugendvertretung der Gemeinde. Auch ein siebenköpfiger Vorstand wurde im Rahmen der Gründungsversammlung bereits gewählt.
Das neue Gremium ist dabei weit mehr als nur ein symbolisches Mitspracherecht. Denn die Jugendlichen entscheiden künftig mit, wenn es um Projekte, Veranstaltungen oder die Verwendung von Finanzmitteln für die Jugendarbeit geht. Dabei können sie kreativ werden und eigene Angebote entwickeln, bei personellen Fragen in der Jugendarbeit mitwirken und Vertreter in den Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann entsenden. „Wo über Jugendarbeit gesprochen wird, sitzen die jungen Leute künftig selbst mit am Tisch“, betont Pfarrer Michael Lavista.
Für ihn ist die Gründung ein besonders wichtiger Schritt. Denn nun würden nicht mehr die Erwachsenen über junge Menschen entscheiden – sondern die Jugendlichen selbst über ihre Anliegen sprechen und Verantwortung übernehmen. „Das ist gelebte Beteiligung und nebenbei eine Schule fürs demokratische Miteinander.“, erklärt Lavista. „Ich hoffe das unsere Gemeinde durch die jungen Stimmen bunter, jünger und lebendiger wird“, betont er. „Denn eine Gemeinde, die ihren Kindern und Jugendlichen zuhört und sie mitgestalten lässt, bleibt eine lebendige Gemeinde.“
Dass dieses Engagement auf fruchtbaren Boden fällt, zeigt der Alltag der Gemeinde. Viele Jugendliche helfen bereits regelmäßig bei Gemeindefesten, begleiten Kinder- und Konfirmandenfreizeiten und gestalten Jugendgottesdienste mit. „Wenn man unsere Jugendlichen um Hilfe bittet, sind sie da“, sagt Lavista. Mit der neuen Jugendvertretung bekomme diese Bereitschaft nun einen festen organisatorischen Rahmen.
Auch Jugendleiterin Dana Rupieper blickt mit Spannung auf die nächsten Monate. Sie erlebt täglich „wie viele Ideen und wie viel Tatkraft“ in den jungen Gemeindemitgliedern stecke. Nun können daraus eigene Projekte und Beschlüsse entstehen. Die ersten Wochen stehen jedoch noch ganz im Zeichen des Gemeindelebens: Ob das kommende Gemeindefest oder die anstehende Kinderfreizeit, die Jugendvertretung möchte tatkräftig unterstützen. Erst anschließend wird der neue Vorstand regelmäßig tagen und eigene Schwerpunkte setzen.
Für die Gemeinde ist die Botschaft aber schon jetzt klar: Junge Menschen sollen nicht nur dazugehören – sie sollen die Zukunft ihrer Gemeinde aktiv mit gestalten. Und genau dafür haben sie jetzt ihre eigene Stimme.



