Ratingen-West | Die CDU-Fraktion will für Ratingen-West einen langfristig angelegten Leitbildprozess auf den Weg bringen. Ziel ist eine integrierte Zukunftsvision für den Stadtteil mit einem Zeithorizont bis zum Jahr 2050. Ein entsprechender Antrag soll nun in den zuständigen politischen Gremien beraten werden.
Ein Stadtteil im Wandel
Ratingen-West entstand Ende der 1960er-Jahre als eines der großen städtebaulichen Entwicklungsprojekte seiner Zeit. Der Stadtteil sollte neuen Wohnraum schaffen und den strukturellen Wandel Ratingens begleiten. Inzwischen hat sich West über Jahrzehnte weiterentwickelt, ist gewachsen und steht heute für eine große gesellschaftliche Vielfalt, aber auch für neue soziale, wirtschaftliche und städtebauliche Herausforderungen.
Heins: „Großes Potenzial und viele engagierte Menschen“
„Ratingen-West ist ein Stadtteil mit großem Potenzial und vielen engagierten Menschen“, erklärt Stefan Heins, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Gleichzeitig hätten sich die Anforderungen an modernes Zusammenleben deutlich verändert. Deshalb brauche es einen strukturierten Prozess, der bestehende Entwicklungen aufnehme, bündele und mit einer langfristigen Perspektive verbinde.
Zentrale Zukunftsfragen im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt stehen nach dem Willen der CDU zentrale Zukunftsfragen: Wie kann Ratingen-West sauberer, sicherer, sozial stärker und wirtschaftlich zukunftsfähig werden? Welche Rolle spielen Mobilität, Bildung, Wohnen, Integration und Quartiersentwicklung? Und wie lässt sich die Identifikation mit dem Stadtteil weiter stärken?
Der Leitbildprozess soll unter externer fachlicher Begleitung und mit breiter Beteiligung von Bürgerschaft, sozialen Trägern, Wirtschaft, Verwaltung und Politik gestaltet werden. Bestehende Herausforderungen und Chancen sollen systematisch analysiert und daraus konkrete Entwicklungsziele sowie strategische Handlungsschwerpunkte abgeleitet werden.
Zwölf Leitgedanken als Grundlage
Als Grundlage hat die CDU zwölf Leitgedanken formuliert. Sie reichen von Sauberkeit und Ordnung über modernes Wohnen, wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und Integration bis hin zu Quartiersmanagement, kultureller Teilhabe, nachhaltiger Mobilität und einer stärkeren positiven Identifikation mit Ratingen-West.
„Gerade Ratingen-West ist ein Stadtteil mit sehr unterschiedlichen Strukturen, Lebensrealitäten und Entwicklungspotenzialen“, sagt Lars Bammann, Bezirksausschussvorsitzender und CDU-Ratsmitglied für Ratingen-West. Ein Leitbild könne Orientierung geben und künftige Entscheidungen auf eine verlässliche Grundlage stellen.
Gegenentwurf zur „Schlechtredepolitik“
Sebastian Wladarz, CDU-Ratsmitglied und Sprecher im Bezirksausschuss Ratingen-West, betont, der Prozess müsse mehr sein als reine Stadtplanung. Bildung, Integration, Wohnen, wirtschaftliche Entwicklung und soziales Miteinander müssten gemeinsam gedacht werden. Ziel sei eine positive Zukunftsperspektive und ein Gegenentwurf zur Schlechtredepolitik politischer Extremisten.
Bestehende Maßnahmen als Ausgangspunkt
Die CDU verweist zugleich auf bereits angestoßene Maßnahmen. Dazu zählt die Ausweitung des kommunalen Ordnungsdienstes. In Ratingen-West hat der KOD bereits einen eigenen Standort bezogen und soll künftig dauerhaft im Stadtteil präsent sein. Der Leitbildprozess soll solche Einzelmaßnahmen mit größeren Projekten verbinden, darunter Westbahn, West II, die Vorkaufsrechtssatzung im Gewerbegebiet Brandenburger/Berliner Straße und die mögliche Verlängerung der U81.
Nach Auffassung der CDU kann ein gemeinsames Leitbild außerdem helfen, Fördermöglichkeiten des Landes Nordrhein-Westfalen sowie weiterer öffentlicher oder privater Geldgeber gezielter zu erschließen. Ziel sei es, Ratingen-West nicht nur auf einzelne Probleme hin zu betrachten, sondern den Stadtteil als Ganzes langfristig weiterzuentwickeln.





