
Ratingen | Für ein paar Stunden war Ratingen nicht einfach Ratingen. Es war ein Ort voller Aufgaben, Prüfungen und mittelalterlicher Abenteuer. Mehr als 30 Kinder machten sich am Wochenende bei der Ritter Rallye des Stadtjugendrings auf den Weg, um ihre Mission zu erfüllen. Geführt und begleitet wurden sie von erfahrenen Helferinnen und Helfern verschiedener Jugendorganisationen.
Nach dem gemeinsamen Treffen und der Verteilung der Aufgaben zogen die Kinder in Gruppen los. Unterstützt wurde die Aktion unter anderem von der Jugendabteilung des THW und den Maltesern, den Pfadfinderstämmen Dumeklemmer und Hratuga des Deutschen Pfadfinder*innenbundes Mosaik, den DPSG Pfadfindern mit dem Stamm Wikinger, sowie von der Kinder- und Jugendarbeit der verschiedenen evangelischen Kirchengemeinden in Ratingen (Ratingen, Lintorf-Angermund und Homberg). Andrea Laumen zeigte sich über die Resonanz begeistert, auch wenn es kurzfristig wetterbedingt noch einige Absagen gegeben hatte.

Für die Kinder wurde Stadtgeschichte dabei nicht trocken erklärt, sondern spielerisch erlebbar gemacht. Sie lernten Fertigkeiten kennen, die im Mittelalter zum Alltag gehörten, lösten Aufgaben, sammelten Eindrücke und bewegten sich gemeinsam durch die Stadt. Auf dem Spielplatz hinter dem Rathaus wartete sogar ein besonderer Höhepunkt: Dort konnte symbolisch ein Drache erlegt werden, bevor die Gruppe weiter in Richtung Ratingen-West wanderte.
Auf dem Gelände des eisenzeitlichen Gehöfts am Grünen See tauchten die Kinder dann noch tiefer in ihre Fantasiewelt ein. Eine Ritterburg wurde besetzt, Zelte wurden bezogen, es wurde gespielt, gelacht und ausprobiert. Der leise murmelnd vorbeiziehende Schwarzbach wurde an diesem warmen Tag zu einem willkommenen Ort der Abkühlung. Ausgelassen verging die Zeit für die jungen Teilnehmer wie im Flug. Wer einmal in diese Welt aus Rittern, Aufgaben und Gemeinschaft eingetaucht war, wäre gerne noch länger mit seinen Mitstreitern dort geblieben.

Gerade solche Veranstaltungen zeigen, wie wertvoll Kinder- und Jugendarbeit sein kann. Die Kinder verbringen Zeit draußen, bewegen sich, lernen ihre Stadt aus einer neuen Perspektive kennen und erleben Gemeinschaft jenseits von Bildschirm und Schulalltag. Neue Freundschaften entstehen fast nebenbei. Gleichzeitig wächst das Verständnis dafür, dass Geschichte nicht nur aus Jahreszahlen besteht, sondern aus Orten, Geschichten und Erfahrungen, die man anfassen, erlaufen und erspielen kann.

Am Sonntag kehrten die kleinen Ritter nach der Übernachtung in Zelten wieder in die Gegenwart zurück. Lange bleibt das Mittelalter in Ratingen jedoch nicht verschwunden. Schon am kommenden Sonntag, 28. Juni, geht es in der Innenstadt weiter. Dann findet von 11 bis 18 Uhr das historische Turmstraßenfest rund um den Dicken Turm statt. Jugendzentrum LUX, JUTu der evangelischen Kirchengemeinde, Ratinger Jonges, die KiTa St. Ursula und die städtische KiTa Turmstraße laden gemeinsam zu einem Fest mit Gaukler, Ritterlager, Showkämpfen, Puppentheater, Märchenerzählerin, Bastel- und Spielaktionen, Livemusik und Turmführungen ein. Der Eintritt ist frei.

So fügt sich die Ritter Rallye nahtlos in das Jubiläumsjahr ein. Sie war kein bloßes Kinderprogramm, sondern ein kleines Abenteuer mit großer Wirkung: für Fantasie, Zusammenhalt, Naturverbundenheit und die Freude daran, die eigene Stadt neu zu entdecken.




