Riesen aus Frankreich, Ritter aus dem Mittelalter: Premiere für Turmstraßenfest

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Viele Feste hat der Turm schon gesehen, Bild: Alexander Heinz

Ratingen. Wenn sich am Sonntag, 28. Juni, plötzlich Ritter, Gaukler und ein vier Meter großer Maori-Krieger auf der Turmstraße tummeln, ist das keine Zeitreise, sondern der Auftakt zu einem Fest, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat.

Erstmals tun sich Jugendzentrum LUX, das JuTu der evangelischen Kirchengemeinde, die Ratinger Jonges, die KiTa St. Ursula und der städtische Kindergarten zusammen, um zwischen 11 und 18 Uhr ein historisches Straßenfest auf die Beine zu stellen – verteilt auf die Turmstraße ab dem Dicken Turm, den Vorplatz des LUX und das Außengelände der Kita.

Den ganzen Tag über sorgt Gaukler Gaudius für Unterhaltung, während die Rittergemeinschaft Sicitur Adastra ein kleines Lager mit Waffen, Handwerk und historischen Spielen aufschlägt und Showkämpfe zeigt. Dreimal – um 12.30, 14.30 und 16.30 Uhr – treten die Linner Puppenspiele aus Krefeld mit wechselnden Stücken auf, dazu kommen eine Märchenerzählerin, Bastel- und Spielstationen, ein Schminkstand, mittelalterliche Livemusik und ein historisches Karussell. Für die Verpflegung ist ebenfalls gesorgt.

Den größten Aha-Effekt dürften aber zwei Besucher aus Nordfrankreich liefern: Die Ratinger Jonges haben über ihre Kontakte in die Partnerstadt Le Quesnoy die dortigen Riesenfiguren Bimberlot und Maori nach Ratingen geholt. Bimberlot geht auf einen Hofnarren namens Pierre Host zurück, der im frühen 15. Jahrhundert bei der Hochzeit Guillaumes IV. von Hennegau Süßigkeiten ans Volk verteilte – seitdem zieht die Figur in Le Quesnoy traditionell durch die Straßen und beschenkt brave Kinder. Maori erinnert an die neuseeländischen Soldaten, die die Stadt im November 1918 von der deutschen Besatzung befreiten; 93 von ihnen kamen dabei um. Beide Figuren sind gut vier Meter groß und werden als Walk Act mitten durchs Publikum ziehen. Dass die Verbindung so kurzfristig zustande kam, überrascht nicht: Erst vor wenigen Wochen war eine Gruppe der Jonges selbst zum Bimberlot-Fest nach Le Quesnoy gereist.

Auch der Dicke Turm selbst, einer von einst fünfzehn Wachtürmen der mittelalterlichen Stadtmauer und seit Jahren von den Ratinger Jonges als Vereinsheim genutzt, öffnet während des Festes durchgehend seine Türen.

Oliver Posberg, einer der Turmwächter des Dicken Turms, Bild: Alexander Heinz

Eingebettet ist das Ganze ins 750-jährige Stadtjubiläum, unterstützt von den Stadtwerken Ratingen. Der Eintritt ist frei, weitere Informationen gibt es unter www.lux-ratingen.de.