Flutlicht-Freitag: Der Traum vom Germania-Aufstieg rückt näher

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Verlebte einen vergleichsweise entspannten Freitagabend: Germania Trainer Damian Apfeld kurz vor dem Anpfiff gegen Homberg. Foto: M. Machan

(mmm) „Lasst uns feiern“, kündet ein Plakat am Stadionzaun vom Ratinger Stadtjubiläum in diesem Jahr. Eines der größten Geschenke zum 750-Jährigen könnten die Fußballer des RSV 04/19 Ratingen mit dem Aufstieg in die Profiliga Regionalliga West liefern: Nach dem souveränen, zu keiner Zeit gefährdeten 3:1 Heimsieg gegen den VfB Homberg am vergangenen Freitagabend geht die Germania weiterhin als Tabellenführer in die letzten drei Spieltage der Saison, kann den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen. Mit einem Sieg am kommenden Sonntag (17. Mai, 15 Uhr) in Holzheim (Hinspiel 3:3) könnte der RSV zumindest von der Papierform her für eine kleine Vorentscheidung sorgen. Trainer Damian Apfeld: „Das wird ein schwieriges Auswärtsspiel. Doch wir wollen jetzt unbedingt den Aufstieg!“

Freitagabend im Stadion Ratingen: Sonne satt, keine sichtbare Polizeipräsenz wie noch zuletzt gegen den KFC Uerdingen, eine verwaiste Gegentribüne für die wenigen Gästefans, indes eine gut gefüllte Haupttribüne mit Vorfreude und in bester Stimmung. Die Balljungen des Spieltages werden von der F3 gestellt, das Dutzend junger Supporter, die 90 Minuten lang für eine optisches wie akustisches Spektakel sorgen, werden zur Halbzeit von einem der Sponsoren mit Getränken und Würstchen versorgt und gestärkt. Die Heimspiele haben trotz der gefühlten Nähe zum Profifußball einen familiären Charakter. Das macht die DNA des Vereins aus!

Pure Spielfreude in der 1. Halbzeit

Das Spiel gegen den VfB Homberg, zu Saisonbeginn von Experten hoch gehandelt, aktuell indes tief im Abstiegskampf, ist schnell erzählt. Nach einer Phase des Abtastens in den ersten zehn Spielminuten nahm 04/19 das Heft beherzt wie konsequent in die Hand und gab es auch bis zum Schlusspfiff nicht mehr ab. „Wir haben das Spiel in der 1. Halbzeit in der Offensive wie in der Defensive komplett kontrolliert“, zog Trainer Damian Apfeld nach dem Schlusspfiff zufrieden Bilanz. So war es! Ratingen spielte in den ersten 45 Minuten souverän und zweikampstark, dominierte mit durchdachten Pass-Stafetten, zeigte mit sehenswerten Kombinationen Spielfreude pur. Zwei Siege hintereinander: Das wieder gefundene Selbstbewusstsein ist nach dem Krefeld-Dämpfer die beste Voraussetzung im packenden Saison-Finale.

Binnen weniger Minuten sorgte Ratingen früh für klare Verhältnisse und einen entspannten Fußballabend. In der 16. Minute brachte Rinor Rexha mit der ersten nennenswerten Chance, ein unhaltbarer Schuss in die rechte untere Ecke, Ratingen auf die Siegerstraße. Und nur sechs Minuten später sorgte Ali Hassan Hammoud mit dem 2:0 für die Vorentscheidung. Gegen die offensivstarken Gastgeber fand Homberg kein Gegenmittel, kassierte noch vor der Pause den nächsten Treffer: Mit einem Foulelfmeter erhöhte Emre Demircan in der 38. Minute zum 3:0-Halbzeitstand. Und die zweite Halbzeit? Schwamm drüber. Ratingen kontrollierte das Spiel, kam zu einigen veritablen Chancen, tat aber dann insgesamt nicht mehr als nötig. Einziger Aufreger: Ein „Flitzer“, indes voll bekleidet und mit Sonnenbrille und Rucksack, sorgte wohl für eine Premiere bei den Ratinger Heimspielen. Er „feierte“ seinen Auftritt auf dem Rasen, ehe ihn ein Ordner am Spielfeldrand zu Boden rang. In der 78. Minute traf Leon Schütz für Homberg zum 1:3. Letztlich nur Ergebniskosmetik.

In der Phase des Saisonfinales kann jeder Ausrutscher unmittelbare Folgen für das Wohl und Wehe einer ganzen Saison haben. Ratingen hat mit einer hoch talentierten Mannschaft und einer unaufgeregten Clubführung die besten Voraussetzungen für ein „Happy End“ geschaffen. Spitzenreiter-Sprechchöre und „standing ovations“ mit dem Schlusspfiff. Der Aufstieg in die Regionalliga West nimmt Gestalt an.